05.08.2019 - 22:26 Uhr
NürnbergSport

Tim Leibolds bittersüße Rückkehr

1. FC Nürnberg gegen Hamburger SV, Traditionsduell, Flutlichtspiel, fast ausverkauftes Haus: Alles war angerichtet für ein fränkisches Fußballfest. Dann gab ausgerechnet ein Ex-Cluberer den Spielverderber.

Lukas Jäger (links) foult den Ex-Nürnberger Tim Leibold. Den folgenden Freistoß versenkte Sonny Kittel zum 2:0 für den HSV.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Das war wieder eine. So eine Geschichte wie sie meist nur der Fußball schreibt. Der 1. FC Nürnberg unterlag am Montagabend im ersten Heimspiel der Saison dem Hamburger SV sehr deutlich mit 0:4 (0:2). Und im Mittelpunkt stand ausgerechnet ein Akteur, der erst vor der Saison von der Noris an die Elbe gewechselt war. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete jeden Ballkontakt von Hamburgs Tim Leibold im Max-Morlock-Stadion. Doch der Ex-Nürnberger avancierte dessen ungeachtet zum Matchwinner. Erst stolperte er den Ball mit letzter Kraft nach einem Sturmlauf über die linke Seite zu Jeremy Dudziak, der nach einem kurzen Schlenker mit einem strammen Linksschuss ins rechte untere Eck zur HSV-Führung einschoss (12.). Nach einer halben Stunde wusste sich Lukas Jäger gegen Leibold nur noch mit einem Foulspiel in gefährlicher Lage vor dem Strafraum zu helfen. Sonny Kittel zirkelte den folgenden Freistoß frech ins Torwarteck zum 0:2 (30.). Nürnbergs Keeper Christian Mathenia hatte etwas zu extrem aufs Mauereck spekuliert und sah dementsprechend unglücklich aus. Dieses Gegentor ging klar auf seine Kappe. Der eingewechselte Khaled Narey (72.) sowie ein Eigentor von Tim Handwerker (81.) machten einen total missratenen Heimauftakt für den Club perfekt.

"Ich habe gewusst, was mich erwartet. Es ging mir nicht darum, eine passende Antwort auf die Pfiffe zu geben. Ich habe dem Club viel zu verdanken", zeigte sich der in Ungnade gefallene Leibold nach Spielschluss nicht sonderlich schadenfroh. Vielmehr unterstrich er die Ambitionen seines neuen Vereins. "Wir wissen schon, diesen Sieg richtig einzuordnen. Wir haben lange noch nicht alles richtig gemacht." Nürnbergs Trainer Damir Canadi war nach der Klatsche enttäuscht. "Der HSV war in allen Belangen die bessere Mannschaft. Diese Niederlage tut weh", sagte der Österreicher auf der Pressekonferenz. "Wir haben vielleicht ein, zwei Tore zu hoch gewonnen, aber auf diesem Erfolg lässt sich für die Zukunft aufbauen", war HSV-Trainer Dieter Hecking dagegen erleichtert nach dem holprigen 1:1 zum Auftakt daheim gegen Darmstadt.

„Wir wollen mutig sein und nach vorne spielen“, hatte Nürnbergs Trainer Damir Canadi vor der Partie gefordert. Das versuchte vor allem Debütant Iuri Medeiros mit Steilpässen auf Robin Hack und Nikola Dovedan oder nach seiner Einwechslung Mikael Ishak, seine Mitstreiter im Nürnberger Angriff. Allerdings fehlte noch zu oft die letzte Präzision in den finalen Zuspielen des neuen Portugiesen, der sich oft tief fallen ließ, um sich Bälle abzuholen. Gegen eine äußerst ausgebufft aufspielende Hamburger Truppe hatte der FCN überhaupt nichts zu bestellen. Zu fahriges Passspiel und zu wenig Durchsetzungsvermögen gegen die „Schränke“ in der HSV-Defensive, Rick van Drongelen und Gideon Jung, erstickten die leisen Hoffnungen des Club-Anhangs nach dem erfolgreichen Auftakt in Dresden bereits wieder im Keim.

Statistik:

1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:4 (0:2)

1. FC Nürnberg: Mathenia – Sörensen, Handwerker, Dovedan, Hack (69. Palacios), Behrens, Jäger (36. Ishak), Sorg, Erras, Margreitter, Medeiros (69. Kerk)

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Gyamerah, van Drongelen, Dudziak (75. Kinsombi), Kittel (82. Sampeiro), Hunt, Hinterseer, Jatta (64. Narey), Leibold, Jung, Fein

Tore: 0:1 (12.) Jeremy Dudziak, 0:2 (30.) Sonny Kittel, 0:3 (72.) Khaled Narey, 0:4 (81./Eigentor) Tim Handwerker – SR: Harm Osmers (Hannover) – Zuschauer: 44497

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