08.11.2018 - 21:43 Uhr
OberpfalzSport

Was Dortmund den Bayern voraus hat

Es könnte am Samstag schon eine kleine Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft fallen, meinen einige. Zugunsten der Dortmunder. Die Bayern-Welt ist durcheinander geraten. Unser Sportredakteur Josef Maier nennt einen wichtigen Grund.

Jadon Sancho (rechts) ist einer dieser jungen Überflieger bei Borussia Dortmund. Er und seine Teamkollegen haben derzeit viel zu jubeln
von Josef Maier Kontakt Profil

Die Häme, die die Bayern ertragen müssen, ist derzeit groß. Aber zu schnell wird vergessen, dass die Münchener in den vergangenen sechs Jahren verdammt viel richtig gemacht, denn sonst hätten sie die Konkurrenz nicht derart dominiert. Eines haben die Dortmunder aber dem Rekordmeister aus dem Süden voraus, und das seit Jahren: Das perfekte Scouting-System. Nach dem Verkauf von Topstars werden sofort wieder welche produziert. Das war schon 2014 so, als Robert Lewandowski ging. Oder 2017, als sich Ousmane Dembele wegstreikte. Und auch 2018 war's nicht anders, als Pierre-Emerick Aubameyang die Flucht ergriff.

Na und? Jetzt haben die Dortmunder mit Jadon Sancho, Paco Alcácer, Christian Pulisic, Jacob Bruun Larsen oder Maximilian Philipp Hochgeschwindigkeitsfußballer en masse im Team. Da scheint es sich zu lohnen, dass Marco Reus dem BVB treu bleibt. Apropos Geschwindigkeit: Auf der linken Seite gibt einer Gas, so wie es die Liga lange nicht mehr gesehen hat. Achraf Hakimi, 19 Jahre alt, Marokkaner, Leihspieler von Real Madrid. Er trumpft königlich auf.

Freilich haben die Bayern ein anderes Geschäftsmodell. Dort werden Topstars gekauft. Aber nicht wenige Fans träumen davon, dass mal so ein junger, nahezu unbekannter Bursche wieder den Durchbruch schafft. Präsident Uli Hoeneß fordert ohnehin, dass sich die hohen Investitionen ins Nachwuchsleistungszentrum rentieren müssen. Bei der aktuellen Verletzungsmisere wäre der Pokal am Dienstag in Rödinghausen eine gute Möglichkeit für Nachwuchsleute gewesen, sich zu präsentieren. Doch es gibt keine. In Testspielen sind Spieler wie Franck Evina oder Kwasi Okyere Wriedt dabei, für den Spitzenfußball reicht's nicht.

Trotzdem sind die Bayern Titelfavorit Nummer eins. Dass die Dortmunder aber wieder abschmieren, darauf sollten sie sich wirklich nicht verlassen.

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