Für den SC Luhe-Wildenau platzte am 24. Mai ein kühner Traum. Mit der 0:2-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching II war das vorzeitige Aus in der Bayernliga-Relegation besiegelt. Bereits dreieinhalb Wochen später geht es für die Oberwildenauer Kicker zurück auf den Platz. Am Mittwoch, 18. Juni, um 18.30 Uhr ist Trainingsauftakt für die erste und zweite Mannschaft. Es stellt sich die Frage: Hat die kurze Pause gereicht, um nach einer kräftezehrenden Landesliga-Spielzeit 24/25 neue Energie zu tanken?
"Die Spieler haben in der vergangenen Saison Enormes geleistet und hätten eine Pause von vier oder fünf Wochen sicher verdient gehabt", gibt Thomas Diertl zu. Gleichzeitig beschreibt der Fußball-Spartenleiter aber das große Dilemma. "Wir haben einige Neuzugänge, die wir in die Mannschaft integrieren müssen. Das braucht eine gewisse Zeit, deshalb fangen wir etwas früher an."
Erster Test gegen Jahn II
Hinzu kommt, dass der Sportclub im Rahmen der Vorbereitungsspiele unbedingt gegen einen höherklassigeren Gegner testen möchte. Und der dazu kontaktierte Bayernligist SSV Jahn Regensburg II hatte lediglich noch den 21. Juni als Spieltermin frei. Auch deswegen habe man sich entschieden, den Trainingsauftakt um einige Tage vorzuziehen. "Wir werden nun am kommenden Samstag um 16 Uhr in Weiherhammer gegen den Jahn spielen", kündigt Diertl an.
Dann werden wohl auch alle Neuzugänge einen ersten Nachweis ihrer Leistungsfähigkeit abliefern können. Insgesamt handelt es sich laut Diertl um zwölf neue Spieler, die der Sportclub am Mittwochabend präsentieren will – vier bis fünf davon sind fest für den Kader der ersten Mannschaft vorgesehen. "Das werden Spieler sein, die auf jeden Fall über Landesliga-Qualität verfügen", betonte Diertl am Montagvormittag.
Wenige Stunden später präsentierten die Schwarz-Roten bereits Namen für den Landesliga-Kader in den Sozialen Medien. Mit Julian Kiener und Odijoni Anushervoni kommen zwei Offensivakteure von der SpVgg SV Weiden.
Der 22-jährige Kiener hatte in der vergangenen Bayernliga-Saison 17 Einsätze und erzielte dabei zwei Tore. Vor seinem Wechsel ans Weidener Wasserwerk trug der Schnaittenbacher das Trikot der SpVgg Pfreimd in der Landes- und Bezirksliga. Wie Kiener spielte auch Anushervoni (24) nur eine Saison bei der SpVgg SV Weiden. In der Bayernliga kam der gebürtige Tadschike, der zuvor in hessischen Ligen spielte, auf 14 Einsätze und einen Treffer. Zur Bezirksliga-Vizemeisterschaft der Weidener "Zweiten" steuerte Anushervoni fünf Tore bei.
Mit Xavier Siemski kommt zudem ein weiterer Stürmer von der SV Grafenwöhr. Der 20-Jährige hat zuletzt in der Bezirksliga Nord in 13 Spielen achtmal getroffen, eine Saison vorher betrug seine Ausbeute elf Treffer in 26 Spielen. "Xavier ist ein hoffnungsvoller Spieler, der uns mittelfristig sicherlich weiterhelfen wird", urteilt Diertl. "Wir haben uns insgesamt etwas breiter aufgestellt, um auch mal aus dem Vollen schöpfen zu können."
Verstärkungen für "Zweite"
Der Rest der Neuzugänge ist zunächst für den Kader der in die Kreisliga aufgestiegenen "Zweiten" eingeplant. Auch hier, so Diertl, benötige man "zusätzliche Qualität. Ich schätze die Gruppe Süd, in der wir spielen, stärker ein als die Kreisliga Nord." Von der Landesliga-U19 der SpVgg SV Weiden hat sich mit Alioune Fall (18) ein Stürmer den Schwarz-Roten angeschlossen. Zudem gab der Sportclub die Transfers von Max Hammer (29/SC Luhe-Markt), Sebastian Bauer (30/SG Störnstein/Wurz) und Hannes Bösl (SV Altenstadt/WN) bekannt.
Eine feste Abgrenzung zwischen Landesliga- und Kreisliga-Aufgebot soll es laut Diertl nicht geben . "Es kann sich jeder beweisen. Wir wollen eine gewisse Durchlässigkeit zwischen beiden Mannschaften". Neu ist, dass künftig Georg Ramsauer allein verantwortlich das Kreisliga-Team trainiert. Sebastian Urban hat sich aus dieser Aufgabe auf eigenen Wunsch zurückgezogen und wird nur noch als Spieler fungieren.
Natürlich weiß man in Oberwildenau nur zu gut, welche Fallstricke in der neuen Landesliga-Saison lauern. Der Erwartungsdruck, die Vizemeisterschaft der vergangenen Saison zu bestätigen, ist zweifellos eine latente Gefahr. Davon unbeeindruckt halten die Verantwortlichen den Ball jedoch flach. "Wir wollen schnellstmöglich die 40-Punkte-Marke erreichen und damit den Klassenerhalt absichern", gibt Diertl als erstes Saisonziel aus. "Alles darüber wäre super." Sollte sich abzeichnen, dass mehr möglich ist, werde man zu gegebener Zeit darüber sprechen: "Dann bewerten wir das in der Winterpause neu."





















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