29.08.2018 - 16:38 Uhr
PfreimdSport

Sang- und klanglos: Nicht mit den Pfreimdern

Das Testspiel im März war ein Debakel. Jetzt fährt Pfreimd am Freitag durchaus selbstbewusst zum Punktspiel zur SpVgg SV Weiden. Pfreimds Kapitän Michael Prey kann die Entwicklung seines Klubs manchmal selbst nicht glauben.

Kapitän Michael Prey (links/Szene aus dem letzten Spiel gegen Passau) ist selbst total überrascht, was die Pfreimder da so in der Landesliga Mitte anstellen. Der Klassenerhalt ist keine Utopie. Bild: mh
von Josef Maier Kontakt Profil

Pfreimd.(mr) Da hat er sich und seine Kollegen aber völlig unterschätzt: "Ich ging eigentlich davon aus, dass wir sang- und klanglos untergehen." Vor Saisonbeginn hoffte Michael Prey, der Kapitän der SpVgg Pfreimd, nur auf Schadensbegrenzung in der Landesliga Mitte. Es ist jetzt nicht so, dass der Aufsteiger aus der Bezirksliga Nord die Liga aufmischt, aber die Pfreimder haben sich nach dem Hammer-Auftaktprogramm ausnahmslos gegen Spitzenteams in der neuen Umgebung richtig gut eingelebt. Neun Punkte aus acht Spielen, in den letzten vier Spielen drei Siege, darunter ein 4:2 gegen Passau, dass erst vor einigen Wochen die SpVgg SV Weiden abgefieselt hatte - Platz 13 derzeit ist für den Außenseiter eine starke Platzierung.

"In dieser Liga ist gegen jede Mannschaft etwas möglich", hat Prey nach der Hälfte der Vorrunde erkannt. "Außer gegen Donaustauf", schränkt der 28-Jährige ein. "Das ist ganz stark, was die spielen." Nach Preys Einschätzung wäre somit auch am Freitagabend etwas möglich: Dann fährt die kleine SpVgg Pfreimd zur jetzt nicht mehr so großen SpVgg SV Weiden. Mitte März noch verlor der damalige Bezirksligist Pfreimd beim damaligen Bayernligisten SpVgg SV Weiden ein Testspiel mit 1:8. Die Zeiten haben sich seitdem gewaltig geändert.

"Das Spiel gegen Passau hat uns nochmal gepuscht." Aber natürlich sieht er den Bayernliga-Absteiger als Favoriten. Prey selbst hat in der Jugend auch am Wasserwerk gespielt. "Letztes Jahr B-Jugend, erstes Jahr A-Jugend", erinnert er sich. Sein Kumpel Bastian Lobinger war auch dabei. Der Bezirksliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison hat jetzt in der Landesliga auch schon wieder fünf Tore erzielt. Nach der Zeit in Weiden ging es für beide zurück zu ihrem Heimatverein, dessen Entwicklung in den vergangenen Jahren sie mitbeeinflussten.

"Wir wollten das unbedingt probieren", sagt Prey zum Landesliga-Aufstieg, nach dem nicht wenige den Pfreimdern ein ähnliches Dasein wie Schwarzenfeld, Raigering oder dann auch Sorghof prophezeiten - die hatten eigentlich keine Chance auf Verbandsebene und stiegen wieder ab. "Der Sprung von der Bezirksliga in die Landesliga ist schon echt Wahnsinn ", erklärt Prey. "Das ist hier auch körperlich eine ganz andere Geschichte." In der Bezirksliga sei es schon mal möglich gewesen mit leicht angezogener Handbremse zu spielen. "Hier musst du immer bis zur letzten Sekunde voll da sein." Auch die Stürmer beschäftigen den Innenverteidiger ganz anders. "Und ich habe das Gefühl, ich muss in einem Spiel zwei, drei Kilometer mehr laufen als vergangene Saison."

Einen Faktor nennt er auch, der für die derzeit gute Entwicklung wichtig ist: "Glück gehört natürlich dazu. Und unser Teamgeist. "Die meisten hier kennen sich schon sehr lange." Das Gros des Kaders stammt aus Pfreimd oder der näheren Umgebung. Prey, der als Einrichtungsberater für Großküchen arbeitet, lobt dabei auch die Zusammenarbeit mit Nachbarvereinen, etwa der SG Gleiritsch. Da gebe es keine Probleme mit Wechseln, wenn es ein Spieler höherklassig probieren wolle.

Für die stete Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre seien auch viele Trainer wichtig gewesen: Dietmar Lösch, Erwin Zimmermann etwa, dann das Duo Christian Most/Christian Zechmann ("Ein gewiefter Taktiker der eine und ein absoluter Vollstrecker der andere"), Alexander Götz ("Er kommt sehr stark über die Emotion") und seit Saisonbeginn Tobias Bernklau ("Auch ein gewiefter Taktiker"). Das alles zusammen hat dazu geführt, dass die Pfreimder tatsächlich vom Klassenerhalt, den sie vor Saisonbeginn für Utopie hielten, träumen. Eine Mannschaft steigt aus der Landesliga Mitte direkt ab, drei Teams gehen in die Relegation.

Insgeheim hat Prey noch einen anderen Traum: "Es wäre super, wenn wir am Ende auch vor Ettmannsdorf und Burglengenfeld stünden." Dann wäre die SpVgg Pfreimd das beste Team im Landkreis Schwandorf. "Wir, das kleine Dorf."

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