01.03.2021 - 20:05 Uhr
RegensburgSport

SSV Jahn Regensburg in Quarantäne - Pokalspiel verschoben

Der Oberpfälzer Zweitligist muss sich noch etwas länger gedulden: Das für Dienstag angesetzte größte Spiel der Vereinsgeschichte, im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen, muss verschoben werden – und der SSV Jahn in Quarantäne.

Am Freitagabend jubelten die Spieler des SSV Jahn Regensburg noch über den Sieg gegen Paderborn. Am Montag wurde bekannt, dass sich mehrere Akteure mit dem Coronavirus infiziert haben.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Wenn Christian Keller statt des angekündigten Co-Trainers Sebastian Dreier auf einer Pressekonferenz erscheint, sei das bereits "ein schlechtes Zeichen". Und in der Tat hielt der Geschäftsführer Profifußball beim SSV Jahn Regensburg keine guten Neuigkeiten parat: Das für Dienstag, 2. März, angedachte Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen muss verschoben werden. Bei einer außerordentlichen Testung am Sonntag stellte sich heraus, dass sich "einige Akteure" der Regensburger mit dem Coronavirus infiziert haben. "Das ist eine schlechte Nachricht am Montagmorgen", sagte Keller. "Die gute Nachricht ist, dass es allen betroffenen Akteuren so weit gut geht. Wenn, dann klagen einzelne Spieler über minimale Erkältungssymptome wie Kopfschmerzen oder eine verschnupfte Nase", sagte Keller. Um wie viele Spieler es sich genau und um wen es sich bei den Betroffenen handelt, wollte Keller nicht preisgeben.

Das Gesundheitsamt Regensburg ordnete nach den Testergebnissen für den kompletten Kader des SSV Jahn samt Trainer- und Betreuerstab eine 14-tägige Quarantäne an. Das hat zur Folge, dass neben dem Pokalspiel auch die beiden nächsten Ligaspiele beim VfL Osnabrück (7. März) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (13. März) nicht stattfinden werden. Ob die Partie am 21. März bei den Würzburger Kickers planmäßig über die Bühne gehen kann, steht für Keller auch noch nicht fest. "Das müssen wir abwarten, weil unsere Spieler kurz vorher erst aus der Quarantäne kommen."

Selimbegovic mit britischer Mutante infiziert

Die außerplanmäßige PCR-Testung der Regensburger Spieler war nötig geworden, nachdem die Corona-Infektion des Jahn-Cheftrainers Mersad Selimbegovic am Freitag bekannt geworden war. "Wir wurden seitdem täglich getestet", sagte Keller. Wo sich die Spieler angesteckt haben könnten, bleibt, laut Keller, selbst den begleitenden Ärzten ein Rätsel. "Wir waren nicht weniger vorsichtig oder achtsam als zuvor. Wir haben penibel drauf geachtet, dass niemand ungeschützt Face-to-face-Kontakte über mehr als 15 Minuten hatte."

Immerhin kennen die Regensburger mittlerweile den Grund, warum sich gleich mehrere Spieler infiziert haben. "Unser Trainer Mersad Selimbegovic hat sich mit der hochansteckenden britischen Virus-Mutante B117 infiziert. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen, die zuvor exzellent gegriffen haben, sind vielleicht nicht mehr stark genug, um auch eine Mutante abzuwehren", mutmaßte der Jahn-Geschäftsführer. Selimbegovic, der schon beim Freitagsspiel gegen den SC Paderborn von Co-Trainer Sebastian Dreier vertreten wurde, sei untröstlich. Aber Keller sprach dem Chefcoach Mut zu, da "bei allen Schutzmaßnahmen niemand vor einer Infektion gefeit" sei.

Nachholtermin für Pokalspiel noch offen

Wie es nun weitergeht für die Regensburger Zweitliga-Kicker, will Keller zeitnah mit dem Trainerteam besprechen, nachdem "alles andere geklärt" worden ist. Dazu zählt neben einem Nachholtermin für das Pokal-Viertelfinale gegen Bremen auch die Organisation eines Heimtrainings der Spieler für die Quarantäne-Zeit. "Unsere Mannschaft ist in einem körperlich sehr guten Zustand. Das ist jetzt einfach eine neue Situation, mit der wir umgehen müssen", sagte Keller fast schon wieder mit einem Hauch Optimismus, der sogleich wieder niedergeschmettert wurde. "Nichtsdestotrotz ist die aktuelle Situation scheiße, da brauchen wir nicht drumherumzureden."

Co-Trainer Sebastian Dreier vertrat gegen Paderborn Jahn-Cheftrainer Mersad Selimbegovic

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