Update 09.02.2020 - 16:09 Uhr
RegensburgSport

Sturm Arminia fegt Jahn Regensburg von der Alm

Totaler Sturmschaden bei Jahn Regenburg: Tornado Arminia Bielefeld fegt hilflose Oberpfälzer mit 6:0 vom Platz. Sportchef Christian Kellers Warnung bekommt nach dem Alm-Desaster neue Nahrung.

Bielefelds Torschütze Cebio Soukou (links) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit Fabian Klos (Mitte) und Joan Simun Edmundsson (rechts).
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Zwei Ausrutscher, ein Wille: Jahn Regensburg wollte die unnötige Heimniederlage gegen Fürth vergessen machen, Bielefeld den HSV und Stuttgart nicht enteilen lassen. Für eine der beiden Mannschaften ging am Sonntagnachmittag einiges völlig schief: Starke Bielefelder machen sich schon zur Pause auf den Weg zurück an die Tabellenführung: Verdientes 2:0, nachdem die Arminia Jahn Regensburg phasenweise an die Wand gespielt hat. In der zweiten Hälfte lassen es die Gastgeber erst etwas ruhiger angehen und warten ab, bis sich der Jahn selbst das eigene Grab schaufelt. Dann wird es ganz bitter: Nach Correias Rückpass-Eigentor aus 30 Metern der Einbruch, höchste Niederlage seit Jahrzehnten, ein 0:6-Untergang war auch gegen starke Bielefelder nicht zu erwarten.

Da darf sich Mersad Selimbegovic eine Therapie für die waidwund hergespielten Oberpfälzer überlegen: Am Samstag muss der SSV gegen Wiesbaden zeigen, dass das ein einmaliger Ausrutscher bleibt – damit es beim nächsten Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart kein böses Erwachen gibt. Nach diesem Waterloo klingt Christian Kellers Warnung nicht mehr ganz so abwegig: Mit 29 Punkten ist noch nichts gewonnen. Ein nachhaltiger Knacks kann die Regensburger noch in ungewohnte Turbulenzen bringen.

Soukou nicht zu halten

Eine Viertelstunde macht der SSV das richtig gut, lässt nichts zu, setzt Nadelstiche nach vorne. Dann reicht der Arminia ein Geniestreich, rechts setzt sich ein Bielefelder durch, Pass auf Soukou, starke Ballmitnahme im Strafraum, cool verwertet, 1:0 (15). Anschließend dreht der Gastgeber mächtig auf, Regensburg mit dem Rücken zur Wand, nach Ecke Nielsens Kopfball aus fünf Metern knapp vorbei (18.). Grüttner setzt ein Zeichen, schubst seinen Gegenspieler um und schreit die Kollegen an: Lasst euch hier nicht den Schneid abkaufen (23.)! Noch nicht angekommen, Saller rutscht beim Klärungsversuch der Ball über den Schuh, unnötige Ecke, Jonathan Clauss aus der zweiten Reihe mit dem Hammer über den Kasten (25.).

Endlich eine Vorwärtsaktion, die sich sehen lassen kann, Okoroji setzt sich durch, bringt die Flanke, gerade noch so vor Grüttner zur Ecke geklärt (32.). Plötzlich ist der Jahn im Spiel, bringt Bielefeld in Bedrängnis, aber der Arminia reicht ein schneller Konter, um die Dinge zurechtzurücken: Ortegas langer Ball ewig in der Luft, Clauss legt mit Lupfer für Edmundson auf, der aus elf Metern ins Kreuz abschließt, 2:0 (35.). Starkes Solo von Soukou über den halben Platz, zum Schluss kann Meyer zugreifen (42.).

Jahn-Keeper Alexander Meyers (rechts) Fausabwehr zu kurz.

Regensburg findet keinen Zugriff

Bielefeld lässt es zu Beginn der zweiten Hälfte etwas ruhiger angehen, aber der Jahn findet keine Mittel, keine Lücken. Zum wiederholten Mal spielt sich die Abwehr hochriskant von hinten raus, Gimber mit Ballverlust, Klos aus 16 Metern, Meyer ist unten (57.). Nach langem Ball auf den Fünfer reißt Ortega George um, der liegen bleibt – wäre ein Fall für Köln, aber von dort keine Reaktion (61.).

Gimber nach wiederholtem Foul sieht Gelb, Freistoß Bielefeld aus 30 Metern: Meyers Faustabwehr zu kurz, Manuel Prietl verwertet den Abpraller zum 3:0 (65.). Fast im Gegenzug darf Albers aus 16 Metern draufhalten, knapp am rechten Pfosten vorbei (65.). Nächster Freistoß, 30 Metern von links, Meyer hebt Hartls Schuss über die Latte (70.).

Der totale Jahn-Einbruch

Später Wechsel, für einen glücklosen Jann George kommt der noch unfitte Aaron Seydel (73.). Saller mit dem nächsten Foul an Hartl, die nächste Karte ist eine Frage der Zeit. Uwe Neuhaus bringt Verstärkung, für Edmundson kommt Fabian Kunze (75.). Nicht zu Unrecht beschwert sich Neuhaus beim vierten Offiziellen über Regensburgs ruppige Gangart (80.). Nächste Gelbe für Grüttner, die fünfte, er fehlt gegen Wiesbaden (82.).

Verdienter Applaus für Soukou, der zum Duschen darf, für ihn kommt Reinhold Yabo (84.). Das passt zum Spiel: Ausgerechnet Correia macht mit einem Rückpass aus 30 Metern das 0:4 an seinem Keeper Meyer vorbei (86.). Und dann gibt sich Regensburg ganz auf, Konter über rechts, Clauss mit der Flanke, der gerade eingewechselte Yabo aus fünf Metern ins leere Tor, 5:0 (87.). Jetzt wird’s peinlich, Konter über Klos, Flanke von rechts, Cédric Brunner mit dem 6:0.

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