07.11.2026 - 05:35 Uhr

Rennen in Nahost? Mercedes-Teamchef äußert sich zu Debatte

Sind Motorsportveranstaltungen im Nahen Osten vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu vertreten? Die MotoGP fährt jedenfalls in Katar. Der Teamchef des Formel-1-Rennstalls Mercedes findet das richtig.

Toto Wolff: „Wer fahren will, soll fahren.“ (Archivbild) Bild: Philippe Magoni/AP/dpa
Toto Wolff: „Wer fahren will, soll fahren.“ (Archivbild)

In der Diskussion um die Zulässigkeit von Rennsport-Events im Nahen Osten hat der Formel-1-Teamchef von Mercedes die Entscheidung der MotoGP verteidigt und verwundert auf Aussagen einiger Piloten der Motorrad-Rennserie reagiert. Toto Wolff reagierte damit auf Aussagen von Rennfahrern wie Weltmeister Marc Márquez, der zuvor gesagt hatte, er wäre „gerne woanders“ als auf dem Lusail International Circuit in Doha. Die MotoGP fährt an diesem Wochenende in Katar. Yamaha Racing verzichtet angesichts des Iran-Kriegs und anderer Konflikte in der Region aus Sicherheitsbedenken auf einen Start.

„Ich denke, wenn Fahrer, die geopolitisch keine Ahnung davon haben, was gerade vor sich geht, sich zu Wort melden, aber ein Publikum haben, das ihnen zuhört, dann schafft das Medienwert“, sagte Formel-1-Funktionär Wolff am Rande des Grand Prix von São Paulo. „Aber ich hätte genauso gehandelt wie das MotoGP-Management. Wer fahren will, soll fahren. Wer nicht will, soll es lassen. So einfach ist das, und jeder kann seine eigene Entscheidung treffen – das respektiere ich.“

Formel-1-Rennen in Imola als Plan B

In der Formel 1, die wie die MotoGP im Besitz des Konzerns Liberty Media ist, gibt es seit Monaten eine Debatte darüber, ob die Rennen zum Saisonabschluss am 29. November in Katar und eine Woche später in Abu Dhabi trotz des Kriegsgeschehens ausgetragen werden sollten. Die Führung der Rennserie hat zwar mit der Strecke im italienischen Imola einen Plan B für den Fall einer möglichen Absage, will aber grundsätzlich an den beiden letzten Grand Prix im Nahen Osten festhalten.

Was machen die Behörden?

Wolff verwies auf Aussagen von Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali und Weltverbandschef Mohammed Ben Sulayem, wonach genau beobachtet werde, welche internationalen Richtlinien gelten, ob es Reisebeschränkungen gibt, ob Fluggesellschaften ihre Flüge einstellen, in der Region Warnungen vorliegen und welche Stellungnahmen die lokalen Behörden abgeben. „Es geht also nicht nur um die Veranstalter, sondern auch darum, was die lokalen Behörden tun“, sagte Wolff.

Sollte die Lage vor Ort „gefährlicher werden“, würden die Spitze der Formel 1 und des Weltverbands Fia entsprechend handeln. „Nach dem, was ich intern höre, wurde das Thema noch nicht angesprochen. Es stand noch nicht zur Diskussion. Aber auch in diesem Fall gilt: Wenn sich jemand nicht wohlfühlt und nicht gerne reisen möchte, dann würde ich das immer respektieren“, sagte Wolff.

© dpa-infocom, dpa:261107-930-958843/1

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