29.11.2019 - 16:56 Uhr
Schlicht bei VilseckSport

1. FC Schlicht: "Wir hoffen, dass es keine Eintagsfliege wird"

Platz eins in der Fußball-Kreisliga Süd, elf Punkte Vorsprung zur Winterpause vor dem Tabellenzweiten DJK Utzenhofen. Wohin führt der Weg des 1. FC Schlicht? Ein Interview mit Sportlichem Leiter Stephan Braun.

Stephan Braun, der Sportliche Leiter des 1. FC Schlicht.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Seit dem 6. Spieltag steht die Mannschaft von Trainer Benjamin Scheidler vorne. Der 1. FC Schlicht ist der kleinste der drei Vereine in der Gemeinde Vilseck mit FV Vilseck und SV Sorghof. Der Ort Reisach gehört ebenfalls dazu, die Heimat von Ex-Profi Tobias Fink, der seit dieser Saison beim 1. FC Schlicht in der Herrenmannschaft spielt.

ONETZ: Der Höhenflug kommt nicht von ungefähr. Der 1. FC Schlicht will aufsteigen?

Stephan Braun: Definitiv. Es war nicht gleich so geplant. Aber langfristig wollen wir in die Bezirksliga. Wir haben 2022 das 50-jährige Bestehen des Vereins. Und da ist das Ziel, in der Bezirksliga vorstellig zu werden.

ONETZ: Will der 1. FC Schlicht in die Fußstapfen seiner Nachbarn treten, in die des FV Vilseck und SV Sorghof, und in die Landesliga?

Stephan Braun: (lacht) Das wollen wir auf keinen Fall. Wir sehen die Bezirksliga als die Liga an, wo wir reinschnuppern möchten und uns etablieren wollen.

ONETZ: Ist die Liga attraktiv?

Stephan Braun: Ja, schon. Sicherlich sind wir zwei Jahre in der Kreisliga verwöhnt worden. Letztes Jahr mit dem Derby gegen FV Vilseck, heuer mit Sorghof und Königstein. Da war die Kreisliga schon attraktiv, aber wir streben schon nach dem sportlichen Erfolg und wollen auch mal überregional in Erscheinung treten.

Der 1. FC Schlicht will in die Bezirksliga.

ONETZ: Der Zuschauerzuspruch ist aber in Schlicht nicht so groß?

Stephan Braun: Es kommt darauf an. Wir merken schon, das langsam ein höherer Zuschauerzuspruch da ist. Es steigert sich, wir werden bekannter. Es ist kein Prozess, der von heute auf morgen funktioniert. Wir sehen, dass viele Leute kommen, die früher nie in Schlicht waren. Aus dem Dunstkreis der Großgemeinde Vilseck.

ONETZ: Ist das eine Prestigeangelegenheit, der 1. FC Schlicht ist der kleinste Verein von den dreien?

Stephan Braun: Es tut schon gut, jetzt wird die Basis belohnt. Denn von der Jugendarbeit hat sich Schlicht nie verstecken müssen vor den anderen Vereinen. Aber so vermessen sind wir nicht, dass wir uns vergleichen wollen. Die beiden anderen, der FV Vilseck und der SV Sorghof, waren beide schon in der Landesliga. Wir hatten schon immer eine kleine aber feine Jugendarbeit.

ONETZ: Welche Juniorenmannschaften gibt es beim 1. FC Schlicht?

Stephan Braun: Wir haben bei G-, F- und E- je eine Mannschaft. Ab der D-Jugend gibt es die JFG Obere Vils mit der Großgemeinde. Vilseck stellt die meisten Spieler, wir haben die zweitmeisten, dann kommt Seugast und Sorghof. Aber mit deutlich weniger.

ONETZ: Es gibt auch eine zweite Mannschaft, die unter dem Namen SG Sorghof II/1. FC Schlicht II in der A-Klasse Süd spielt. Wie ist da das Verhältnis?

Stephan Braun: Regelmäßig sind zwei aus Sorghof dabei, von uns kommen zehn, elf.

ONETZ: Setzt der 1. FC Schlicht jetzt zum Überholen an?

Stephan Braun: Wir sind in der glücklichen Lage, dass Peter Schecklmann, Tobias Fink und Tobias Stubenvoll am Schluss ihrer Karriere noch einmal für ihren Heimatverein spielen wollen. Das macht sich bezahlt. Ein Florian Weiß ist schon ein paar Jahre da und hat Michael Muck und Maximilian Kleinod zu uns gelotst. Beide kamen vom SV Raigering. Dass mein Bruder Norbert bei uns ist, ist auch logisch. Mit seinen 40 Jahren spielt er noch fleißig mit.

ONETZ: War es leicht, Ex-Profi Tobias Fink zu holen?

Stephan Braun: Er wollte noch einmal mit Schecklmann und Stubenvoll spielen. Die drei haben von der F-Jugend bis zur C-Jugend bei uns gespielt. Das war der Grund, warum alle drei jetzt wieder beim 1. FC Schlicht sind. Tobi Fink ist nicht so oft da, weil er in München wohnt. Aber Schecklmann und Stubenvoll haben eine Top-Saison hingelegt.

ONETZ: Da wird Torjäger Adrian Robinson, der zur DJK Seugast wechselte, nicht vermisst?

Stephan Braun: Nein. Wir haben gewusst, dass wir die Qualität haben, um das zu kompensieren.

ONETZ: Wenn der 1. FC Schlicht nach der aktuellen Saison aufsteigt, und der Verein zum 50-Jährigen auch noch in der Bezirksliga spielen soll, muss er die Liga ein Jahr lang halten ...

Stephan Braun: Wir hoffen, dass es keine Eintagsfliege wird. Eine neue Liga, ganz anderer Fußball, das wird nicht leicht. Aber die Bezirksliga ist unser Endziel. Es macht keinen Sinn, über eine Landesliga nachzudenken. Da sind wir weit davon entfernt. Der Sprung ist einfach zu groß. Wir haben auch keinen Großsponsor, und wir wollen uns auch nicht von einem abhängig machen. Bei uns läuft alles über Beziehungen, nicht übers Geld.

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