18.06.2019 - 15:03 Uhr
SchmidmühlenSport

"Elitäre Image-Kruste" des Golfens aufbrechen

Präsident Harald Thies vom GLC Schmidmühlen im Interview zum "50-Jährigen": 530 Mitglieder zählt der Club, der für die Zukunft rüstet - trotz bundesweiter Stagnation des Golfsports.

GLC-Präsident Harald Thies (links), seit 28 Jahren selbst Golfer und seit 1990 Mitglied in Schmidmühlen, und seine Frau Paula (rechts) freuen sich auf das 50-jährige Jubiläum.
von Autor LSTProfil

Der Countdown läuft - vom 19. bis zum 21. Juli feiert der Golf- und Landclub (GLC) Schmidmühlen ein ganz besonderes Jubiläum: Er wird 50 Jahre alt. Im Vorfeld der dreitägigen Feier, die mit vielen gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen aufwartet, haben wir uns mit GLC-Präsidenten Harald Thies über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seines Clubs unterhalten.

ONETZ: 50 Jahre – ein seltenes Jubiläum: Ist der GLC damit der älteste Club in der Oberpfalz?

Harald Thies: Nicht ganz. Wir wurden 1969 durch Willy Schildt gegründet, der drei Jahre zuvor den Golfclub Thiergarten in Regensburg mit aus der Taufe gehoben hatte. Aufgrund einiger Dissonanzen kam er dann nach Schmidmühlen rief den GLC ins Leben. Wir sind somit der zweitälteste Club, aber der einzige im Landkreis Amberg-Sulzbach, da es ja den in Königstein nicht mehr gibt.

ONETZ: Was waren in diesen fünf Jahrzehnten rückblickend die herausragenden Ereignisse?

Harald Thies: Da sind einige zu nennen: 1970 die Aufnahme des Spielbetriebs, Anfang der 1990er-Jahre der Umbau und die Renovierung der 9-Loch-Anlage auf 18 Löcher. 2015 den Beginn meiner Präsidentschaft und damit einhergehend viele Verschönerungsmaßnahmen. Zudem haben wir uns in den letzten vier Jahren ein modernes Image verpasst. Nicht zu vergessen ist die große Aufgabe der Verlängerung der Pachtverträge unseres Geländes um weitere 25 Jahre.

ONETZ: Für das Jubiläums-Wochenende hat sich das Organisationsteam Einiges einfallen lassen. Was sind die Höhepunkte?

Harald Thies: Es wird eine ausgiebige Jubiläumsfeier, die sich nicht nur an Golfer, sondern auch an die gesamte Bevölkerung richtet. Wir sind ein ortsansässiger Verein und streben nach guten Beziehungen zu den anderen örtlichen Vereinen. Wir haben die "elitäre Image-Kruste" des Golfens aufgebrochen und wollen dies weiter tun. Hervorheben möchte ich aber das Turnier "Golfgott Open 5.0" am 20. Juli sowie am 21. Juli den Feldgottesdienst am Marterl unserer Bahn 10.

ONETZ: Was zeichnet den GLC Schmidmühlen im Vergleich zu vielen anderen Clubs aus? Was sind seine Besonderheiten und Stärken?

Harald Thies: Das ist zunächst einmal die Tatsache, dass bei uns nahezu alle gesellschaftlichen Schichten im Club vertreten sind. Wir besitzen weiterhin ein funktionierendes Dienstleistungsangebot und eine exzellente Gastronomie. Nicht zuletzt sind unser geselliges Leben und der Zusammenhalt im Verein enorm intakt. Es ziehen zum Wohle des GLC alle an einem Strang - die Ehrenamtlichen und auch unser Manager Christian Martin. Was es noch zu verbessern gilt, ist die Altersstruktur, sprich: Wir wollen unser Angebot auch für Jüngere ausbauen.

ONETZ: Wie hat sich das Golfspielen in den letzten 50 Jahren verändert?

Harald Thies: Die Golflandschaft und der -markt haben sich sehr stark verändert. Früher war das Erreichen der Platzreife noch richtig teuer, heutzutage gibt es die fast zum Nulltarif. Clubs locken mit günstigen Mitgliedschaften, auch beim Handicap wird oftmals nicht mehr so genau hingesehen - alles Maßnahmen, um unseren Sport für die breite Masse zu öffnen. Dennoch kämpft das Golfen mit der Stagnation. Laut Deutschen Golf-Verband haben rund ein Drittel der deutschen Clubs mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Auch wir hatten Ende 2014 unter der alten Führung eine ähnliche Konstellation, konnten diese durch gezielte Maßnahmen und den Ausbau unseres Services abwenden. Wir haben damals die Zeichen der Zeit gerade noch rechtzeitig erkannt. Von unseren 530 Mitgliedern gibt es so fast keine Beschwerden.

ONETZ: Ein Blick in die Zukunft: Welche Herausforderungen warten auf den GLC in den nächsten Jahren?

Harald Thies: Wir haben Visionen, wohin der Weg gehen soll. Wir wollen einerseits ein gewisses Maß an Bescheidenheit walten lassen. Andererseits wollen wir uns aber weiterentwickeln. So gilt es, die Wasserversorgung unseres Platzes zu verbessern, was einen enormen finanziellen Kraftakt darstellt.

ONETZ: Wie stellt sich der GLC diesen Herausforderungen?

Harald Thies: Dabei ist der Netzwerk-Gedanke in allen Bereichen ganz wichtig. Insellösungen wie früher funktionieren heute nicht mehr. Wir wollen die nächsten 50 Jahre mit dem gleichen Mut und der gleichen Zuversicht angehen wie damals die Club-Gründer. Unsere wichtigsten Anliegen sind dabei die bereits genannte Verbesserung der Altersstruktur, das Voranbringen der sportlichen Ausrichtung unserer Teams und die Förderung der Jugend.

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