04.04.2019 - 16:41 Uhr
SchnaittenbachSport

Schwarz-gelbe Flecken in der Oberpfalz

Tausende Fußballfans aus der Region pilgern am Samstag nach München, um dort den FC Bayern anzufeuern. Es gibt aber einige aus der Oberpfalz, die halten es gar nicht mit dem deutschen Rekordmeister.

Wenn die „Rußweiher-Borussen“ aus Eschenbach unterwegs sind, ist beste Stimmung garantiert.
von Josef Maier Kontakt Profil

Schnaittenbach ist ziemlich rot, hier im Nordosten des Kreises Amberg-Sulzbach leben jede Menge Bayern-Fans. "Aber es gibt hier keinen offiziellen Bayern-Fanclub", sagt Dieter Gebhardt energisch. "Einen Dortmund-Fanclub allerdings schon, und darauf bin ich stolz." "Kaolinpott 01" heißt der Verein, dessen Chef Gebhardt ist.

Auf die Idee, ein Roter zu werden, ist der 61-Jährige nie gekommen. Und er will auch nicht mehr in die Allianz-Arena. "Wir fahren am Samstag nicht zum Spiel nach München", sagt Gebhardt. "Ich will da einfach nicht mehr hin." Die etwa 30 BVB-Fans werden das Spiel im Vereinslokal "Kellerhaisl" verfolgen.

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Der Schwandorfer Stefan Schamberger (links) mit einem Kumpel auf BVB-Tour. Der Fanclub „Schwarz-Gelber Süden“ ist auch am Samstag in München mit sechs Leuten dabei.

Gebhardt hofft, dass die Dortmunder auch ohne direkte Unterstützung aus Schnaittenbach beim deutschen Rekordmeister etwas holen. "Ich denke, wenn wir gewinnen, sind wir fast durch", meint er. Die Dortmunder hätten dann sechs Spieltage vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf die Bayern. Wenn die Schnaittenbacher schon nicht nach München wollen, nach Dortmund fahren sie immer wieder mal. Etwa 500 Kilometer sind es von der mittleren Oberpfalz in die Westfalen-Metropole.

Diese Strecke legen auch die Mitglieder des Fanclubs "Schwarz-Gelber Süden" aus Schwandorf öfter zurück. "Einige von uns haben sogar eine Dauerkarte auf der Südtribüne", berichtet Stefan Schamberger, der Chef des Fanclubs, dessen 50 Mitglieder aus dem ganzen Kreis Schwandorf kommen. Von Kindesbeinen an ist der 34-Jährige ein Schwarz-Gelber. "Mein Vater ist auch Dortmund-Fan." Die Möglichkeit, abzudriften und Bayern-Fan zu werden, gab es somit gar nicht. "Ich war da schon früh zum richtigen Zeitpunkt im Dortmunder Stadion." Der kleine Stefan ließ sich von den Gesängen der Südtribüne, einfach von der ganzen Atmosphäre im westfälischen Fußballtempel begeistern.

Am Samstag hofft er auf einen 2:1-Sieg der Dortmunder in München. "Aber auch dann wären wir noch nicht durch", warnt er schon mal vor zu viel Euphorie. "Wir haben noch schwere Auswärtsspiele."

Schamberger selbst ist in München nicht dabei. "Ich habe da den anderen den Vortritt gelassen, die Karten für das Spiel waren doch sehr begehrt." Sechs Tickets für das Spitzenspiel haben die Schwandorfer bekommen. Aber er hat ja mehr als einen Trostpreis: "Ich habe Karten fürs Revierderby gegen Schalke." Am 27. April, Südtribüne, Mega-Stimmung, auch nicht schlecht.

Dominic Reiter ist am Samstag auch nicht in der Allianz-Arena. Der Chef der "Rußweiher-Borussen" aus Eschenbach hat keine Zeit. "Aber vier Leute von uns haben Karten bekommen und werden dabei sein." Der Fanclub, der knapp 50 Mitglieder, hauptsächlich aus dem westlichen Kreis Neustadt/WN, zählt, feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. "Da wäre eine Meisterschaft zu unserem Jubiläum nicht schlecht", sagt der 33-Jährige schmunzelnd. "Mit einem 1:1 der Borussen in München wäre ich schon zufrieden", setzt er nicht unbedingt auf einen Sieg der Schwarz-Gelben. Er freut sich, dass es auch in Bayern immer mehr BVB-Fans gebe. Als Lehrer an einer Realschule im oberfränkischen Hirschaid sehe er immer mehr Schüler im schwarz-gelben Look. Er selbst wurde auch früh mit dem BVB-Virus infiziert. "Ich habe als kleiner Junge Sportschau geschaut, und da haben mir die Trikots der Dortmunder einfach am besten gefallen." Die Liebe zur Farbe blieb. Er hätte aber auch ein Roter werden können. "Ich war als kleiner Bub mit dem SC Eschenbach im Olympiastadion." Davon war er wenig beeindruckt, wie er grinsend verrät: "Anscheinend hat es mir gar nicht gefallen."

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