Das dürfte eine der kürzesten Traineramtszeiten in der Region gewesen sein: Rüdiger Fuhrmann ist nicht mehr Coach des SV Schwandorf-Ettmannsdorf. Der 55-Jährige war erst vor gut einer Woche als neuer Trainer des Fußball-Landesligisten vorgestellt worden. Am Donnerstagmorgen bestätigte der sportliche Leiter Mario Albert die Trennung im gegenseitigem Einvernehmen. Mit ihm muss auch Co-Trainer Florian Tausendpfund gehen. Fuhrmann hatte erst vor zehn Tagen Christian Most als Trainer abgelöst.
In einer Pressemitteilung hieß es seitens von Albert, der Seniorenbereich werde neu ausgerichtet. Er habe Fuhrmann „in einem sehr ehrlichen und professionellen Gespräch“ das vereinsinterne Modell vorgestellt. „Er hat klar signalisiert, dass er dem Verein auf diesem Weg nicht im Weg stehen möchte.“ Das Modell sieht vor, dass mit Tobias Wiesner nun ein Eigengewächs die Trainingsleitung übernimmt. Wiesner, ehemaliger Spieler der SpVgg SV Weiden, der DJK Ammerthal und des FC Amberg (sogar ein Jahr Regionalliga), trainiert derzeit erfolgreich die zweite Mannschaft in der Kreisliga West. Das Team ist mit fünf Punkten Vorsprung Spitzenreiter.
Albert bestätigte, dass in nächster Zeit die Trainingseinheiten der beiden Seniorenteams vorübergehend zusammengelegt werden. Aufgrund vieler Verletzter gebe es derzeit in den Kadern beider Mannschaften nur etwa 25 einsatzfähige Spieler.
Weder Albert, Fuhrmann noch Tausendpfund wollten sich auf Anfragen von Oberpfalz-Medien näher zur Trennung äußern. Dass es Unstimmigkeiten zwischen ihm und Fuhrmann gegeben habe, dementierte Letzterer: „Das stimmt nicht. Aber wir sind freilich beide emotionale Typen.“
Das Aus von Co-Trainer Tausendpfund hebt Albert nochmals hervor. Zwölf Jahre war der große Abwehrspieler aus der Nähe von Regensburg, der Profistationen beim FC Heidenheim und beim SV Sandhausen hatte, nun beim SV und vorher beim SC Ettmannsdorf. Als Spieler und in den letzten Jahren schon als Trainer. „Dass ihn die aktuelle Situation und die notwendige Neuaufstellung nun ebenfalls betreffen, bedauern wir sehr“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Bei Tausendpfund waren’s zwölf Jahre, bei Fuhrmann, dem erfahrenen Coach, keine zwölf Tage. Nur einmal betreute er das Team: Am Samstag beim 2:2 gegen den FC Tegernheim, als die Gastgeber in letzter Minute noch einen 2:0-Vorsprung verspielten. Es dürfte wohl die bisher kürzeste Trainer-Amtszeit im Oberpfälzer Fußball gewesen sein.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.