02.07.2018 - 18:40 Uhr
SchwarzenfeldSport

Aderlass im Sportpark

Wolfgang Richthammer kann kämpfen: Das hat er vorige Saison mit dem klar unterlegenen FC Schmidgaden bewiesen. Jetzt in Schwarzenfeld hat der neue Trainer wieder eine große Aufgabe zu bewältigen.

In der vergangenen Saison ging Wolfgang Richthammer für Schmidgaden an der Außenlinie voll mit. Seine Unterstützung von der Bank wird auch in Schwarzenfeld gefragt sein.
von Josef Maier Kontakt Profil

Schwarzenfeld. Die Prognose vieler Fußballfans ist klar: Landesliga-Absteiger 1. FC Schwarzenfeld gehört natürlich gleich wieder zum Kreis der Aufstiegsfavoriten in der Bezirksliga Nord. Die Ausganglage vor der in knapp drei Wochen beginnenden Saison stellt sich nun aber ganz anders dar: "Es ist eine ungute Situation", sagt der neue Trainer Wolfgang Richthammer. Denn der Klub aus dem Sportpark hat in der Sommerpause eine halbe Mannschaft verloren: Stürmer Sebastian Bauer wechselte zum Süd-Bezirksligisten TB Roding. Mittelfeldstratege Felix Peter zum Landesligisten SC Ettmannsdorf, wo sein Bruder Philipp schon seit einem Jahr spielt. Stefan Krachunov hat sich dem Kreisliga-Aufsteiger FC Neunburg vorm Wald angeschlossen. Jaroslav Filinger wird wird künftig für den FC Schlicht spielen, Christopher Ludascher für den TSV Tännesberg. Und mit Marco Zirngibl nimmt sich ein ganz wichtiger Spieler noch eine Auszeit. "Eventuell wird er bis zur Winterpause ausfallen", vermutet Richthammer.

Beim Testspiel am Wochenende gegen den SC Ettmannsdorf II (2:1) hatte der Coach gerade einmal 12 Spieler zur Verfügung. "Unser Kader für die Bezirsliga ist 14 Mann stark. Passieren darf da eigentlich nichts", erklärt der 44-jährige Trainer, der zuvor vier Jahre lang seinen Heimatverein FC Schmidgaden trainiert hatte "Eigentlich hatten wir nicht mit so einem Schnitt gerechnet." Nach und nach wurden dann aber die Abgänge publik.

Richthammer und Abteilungsleiter Matthias Kurz versuchten auch, junge, hoffnungsvolle Talente in den Sportpark zu locken. Ihr Angebot: Man könne sich hier auf Bezirskebene weiterentwickeln, so wie es vor zwei Jahren Jeremy Schmidt getan hat. Nahezu alle Spieler winkten müde ab, sie hätten lieber gerne andere (finanzielle) Anreize gesehen. Und so gibt es nur einen Neuzugang: Defensivspieler Michael Führer, der in der vergangenen Saison noch für den ATSV Pirkensee-Ponholz spielte. Ein Unterbau aus der eigenen Jugend ist beim 1. FC auch nicht da.

Umso wichtiger sind jetzt Leute wie Christian Ferstl, Florian Schlagenhaufer oder vor allem Matthias Messmann. "Matthias hält den Laden hier zusammen, er geht in jedem Training voran", lobt Richthammer den defensiven Abräumer. "Und auch die anderen Spieler, die da sind, sind gute Fußballer." Am Mittwoch wird weiter getestet, um die Struktur in die Mannschaft zu bringen und Abläufe zu verfeineren. Um 18.45 Uhr ist Süd-Bezirksligist SC Katzdorf im Sportpark zu Gast. Danach folgen noch weitere Vorbereitungsspiele gegen den SC Luhe-Wildenau, den FC Tegernheim und den FV Vilseck. Zum Saisonstart wartet am 22. Juli (Sonntag 17 Uhr) gleich ein spezieller Gegner: Es gehtzum FC Amberg. Der abgestürzte Ex-Bayernligist hat einen noch größeren Aderlass hinter sich. Da will der 1. FC gleich einmal mit dem Punktesammeln beginnen, um das Ziel Richthammers schnell zu erreichen: "Wir wollen zunächst einfach nichts mit dem Abstieg zu tun haben." Er ist von seiner Truppe aber dennoch überzeugt. "Wir werden eine vernünftige Saison spielen."

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