02.12.2019 - 17:56 Uhr
SchwarzenfeldSport

Hesl-Bilanz als Stullner Stürmer: "Ich rede auch gerne blöd zurück"

Handschuhe aus, rein ins Getümmel. Dorthin, wo's weh tut. Mittelstürmer statt Rückhalt. Wolfgang Hesl liebt den Fußball, egal, wo der Trainer ihn hinstellt. Der einstige HSV-Keeper hat daheim in der Oberpfalz sein Fußball-Eldorado gefunden.

Wolfgang Hesl.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es war der spektakulärste Spielertransfer der Region in diesem Sommer. Wolfgang Hesl wechselte vom 1. FC Kaiserslautern zum TSV Stulln. Und der 33-Jährige wechselte auch gleich das Betätigungsfeld. Der Profi-Torhüter, der mehr als 150 Erst- und Zweitligaspiele für den Hamburger SV, Greuther Fürth oder Arminia Bielefeld bestritten hat, stürmte fortan für den Bezirksliga-Aufsteiger. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Hesl ist wie zu Profi-Zeiten mit Begeisterung bei der Sache. Im Interview mit den Oberpfalz-Medien erzählt der gebürtige Nabburger, der mit seiner Frau und den zwei kleinen Töchtern in Schwarzenfeld wohnt, über Torerwartungen, nervige Gegenspieler und Studienziele.

ONETZ: Hallo Wolfgang, Ihr erstes halbes Jahr als Bezirksliga-Stürmer ist vorbei. Sind Sie mit Ihren vier Toren zufrieden?

Wolfgang Hesl: Ich hatte mir vor der Saison keine Marke gesetzt. In den ersten drei Spielen habe ich drei Mal getroffen, danach haben sie mir oft einen Gegenspieler auf die Füße gestellt. Vor allem, wenn unser Spielertrainer Christian Zechmann nicht dabei war. Zudem hab ich zuletzt auch immer wieder auf der Sechserposition gespielt.

ONETZ: Da kommt ein prominenter Fußballer in dir Liga. Da wird's im Spiel schon den ein oder anderen Spruch von einem Gegenspieler gegeben haben, oder?

Wolfgang Hesl: Naja, der ein oder andere wollte schon ein bisschen provozieren. Aber das macht mir nichts, ich rede ja auch gerne blöd zurück.

ONETZ: Wollte keiner der Gegner nicht ein bisschen etwas über Ihre Karriere wissen?

Wolfgang Hesl: Auf dem Platz nicht. Aber wir setzen uns ja nach den Spielen auch immer in die Sportheime und da kommt man schon ins Gespräch. Der ein oder andere will dann auch ein Autogramm haben.

ONETZ: Früher ging es nach den Spielen in den VIP-Bereich, heute in die Sportheime der Region ...

Wolfgang Hesl: Ich mag das. Gemütlich zusammenzusitzen und eine Halbe zu trinken, das gehört einfach dazu.

ONETZ: Früher trainierten Sie manchmal zwei Mal am Tag, heute zwei Mal in der Woche. Haben Sie Ihr Gewicht aus der Zeit als Profi gehalten?

Wolfgang Hesl: Ich habe sogar abgenommen. Ich gehe jetzt viel mehr laufen, als zu meiner aktiven Zeit. Ich brauche das einfach, mich richtig auszupowern.

ONETZ: Der TSV Stulln liegt am Tabellenende der Bezirksliga Nord. Geht noch was in Sachen Klassenerhalt?

Wolfgang Hesl: Für Stulln ist die Bezirksliga ein großes Abenteuer. Es ist doch schon ein Riesenerfolg, dass wir immer noch Chancen auf den Klassenerhalt haben. Der Relegationsplatz ist nur fünf Punkte entfernt.

ONETZ: Wenn der TSV absteigt, würden Sie dann auch in der Kreisliga weiterspielen?

Wolfgang Hesl: Das, was ich hier mache, ist nicht von einer bestimmten Ligenzugehörigkeit abhängig.

ONETZ: Haben Sie jetzt seit Ihrem Karriereende wirklich keine Torwarthandschuhe mehr angezogen?

Wolfgang Hesl: Ganz, ganz selten. Unsere Torleute Jonas Schmidl und Matthias Störzer wollen aber immer mal wieder etwas wissen: Beispielsweise wie ich mich in dieser oder jener Situation verhalten hätte.

ONETZ: Sie kicken jetzt in der Bezirksliga. Dem Sport, dem Fußball wollen Sie aber auch beruflich erhalten bleiben. Was planen Sie?

Wolfgang Hesl: Ich gehe jetzt erst einmal ein paar Tage in die Sportschule nach Oberhaching. Ich mache jetzt meinen B-Schein als Trainer. Und Anfang Januar setze ich mein Studium des Sportmanagements fort. Ich hatte das damals schon in Fürth begonnen.

ONETZ: Sie haben im Sommer abrupt Ihre Profikarriere beendet? Mal ehrlich, hat es danach doch noch Anfragen von Proficlubs gegeben?

Wolfgang Hesl: Einige lose Anfragen waren da, aus dem Inland und Ausland. Aber für mich war das alles kein Thema. Ich wollte das alles nicht mehr.Ich wollte in die Heimat.

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