12.03.2020 - 13:04 Uhr
SchwarzenfeldSport

"Shorty" Altmanns Traum von Tokio geplatzt

Rio 2016? Tokio 2020? Der Schwarzenfelder Thorsten Altmann hat beide Male mit seinem Team alles versucht, es hat nicht geklappt. Abenteuerlich war auf jeden Fall die Reise nach Vancouver.

Thorsten "Shorty" Altmann (Mitte/beim Länderspiel vergangenes Jahr in Schwarzenfeld gegen Österreich) hat mit der deutschen Rollstuhl-Rugby-Nationalmannschaft die Paralympics in Tokio verpasst.
von Josef Maier Kontakt Profil

In seinem Koffer auf der Heimreise hatte er nicht nur seine Sportklamotten, sondern auch einen Riesenfrust. "Die Enttäuschung ist natürlich gewaltig." Thorsten "Shorty" Altmann (30) aus Schwarzenfeld wollte sich in den letzten Tagen mit der deutschen Rollstuhl-Rugby-Nationalmannschaft für die Paralympics im Herbst in Tokio qualifizieren. Im letzten Moment wurden die Deutschen gestoppt. "Frankreich war im Halbfinale einfach zu stark", sagte der 30-Jährige. Neben den Franzosen sicherten sich noch die Kanadier ein Ticket für die Paralympics. Altmann: "Die beiden waren auch vorher die Top-Favoriten."

Dabei spielten die Deutschen ein starkes Turnier. Bundestrainer Christoph Werner hatte seine Jungs bestens eingestellt. "Wir haben auch mental viel gearbeitet", verrät Altmann. "In den vergangenen Jahren haben wir enge Spiele immer verloren." Das war dieses Mal beispielsweise gegen die Schweden (Altmann: "Gegen die hatten wir seit 2009 nicht mehr gewonnen") oder gegen die Schweiz anders. Nachdem Thailand wegen des Coronavirus' seine Teilnahme kurzfristig abgesagt hatte, spielten die anderen sieben Teams in der Vorrunde Jeder gegen Jeden. Deutschland wurde da Dritter und traf somit im Halbfinale auf den Zweiten Frankreich. Mit ihrem Turnier-Slogan "Wir glauben daran - Tokio 2020" gingen die Jungs ins Spiel gegen das Nachbarland. Die Franzosen zeigten den Deutschen aber schnell die Grenzen auf. Bei aller Enttäuschung, dass es nach 2016, damals für die Spiele in Rio, erneut nicht geklappt hat, Altmann lobte auch den Teamspirit: "Wir haben uns dennoch richtig gut verkauft. Top 3, das war so nicht zu erwarten."

Zu der verpassten Qualifikation passten auch die An- und Abreise zum Turnier in Kanada: Auf dem Weg nach Vancouver wurde zunächst Altmanns Flug von Nürnberg nach Frankfurt gestrichen. Mit dem Taxi wurde der 30-Jährige in die Main-Metropole chauffiert. Auf der Rückreise waren in Frankfurt plötzlich die Rollstühle der Spieler nicht da und mussten erst langwierig wieder organisiert werden. "Ich bin immer noch richtig platt", sagte Altmann am Mittwochabend. Ob er noch einen dritten Anlauf mit der deutschen Rollstuhl-Rugby-Nationalmannschaft nimmt, für Paris 2024, ließ er offen. "Darüber habe ich mir nach diesem anstrengenden Turnier wirklich noch keine Gedanken gemacht."

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