24.09.2020 - 22:45 Uhr
SchwarzhofenSport

Die Corona-Kette beim SV Schwarzhofen

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Jugendliche treffen sich. Einer ist mit Corona infiziert. Bis das feststeht, haben sich die sozialen Kontakte multipliziert. In Schwarzhofen sind vier Teams dadurch ausgebremst worden.

Die Fußballer des SV Schwarzhofen (blaue Trikots) können derzeit ihrem Hobby nicht nachgehen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es war eigentlich ein Zufallstreffer, der jetzt nahezu den ganzen Verein lahmlegt: Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Jugendspieler des SV Schwarzhofen Kontakt mit einem Jugendspieler aus Regensburg hatten, der mit dem Coronavirus infiziert ist. "Wir haben dann alle zum Testen geschickt, wie vom Gesundheitsamt angeordnet", sagt SV-Abteilungsleiter Marco Schmidtke. Die A-und B-Jugendlichen, aber auch die erste und zweite Mannschaft, da Spieler von dort auch als Jugendtrainer fungieren und somit Kontakt hatten. Das Corona-Karussell hatte sich in Gang gesetzt.

Das Ergebnis: Ein Spieler der Bezirksliga-Mannschaft, der auch Jugendtrainer ist, wurde positiv getestet. Der Mann ist symptomfrei. "Der Spieler kann sich selbst nicht erklären, wo er sich angesteckt hat", sagt Schmidtke. Alle anderen Tests, die bisher zurückgekommen sind, waren negativ. Dennoch befinden sich derzeit mehr als 20 Personen aus dem Umfeld des SV in Quarantäne. "Die dauert bis zum 2. Oktober", ergänzt Schmidtke. Danach dürften nochmal Testungen anstehen.

"Wir setzten den Betrieb jetzt beim SV komplett aus", sagt Schmidtke, der selbst nicht von den Quarantänemaßnahmen betroffen ist. Natürlich reagiere auch das Umfeld, wie etwa die Eltern, nervös. "Deshalb sind wir da sehr vorsichtig. Aber ich denke, wir haben nichts falsch gemacht."

Sportlich hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Ligen, in denen die SV-Mannschaften spielen. Die Partie der Bezirksligamannschaft zuletzt gegen die DJK Ensdorf wurde nach Bekanntwerden des ersten Coronafalls am Freitagabend gecancelt, die Partie am Sonntag gegen Vilseck ist natürlich auch abgesagt. Und auch die Partie am 3. Oktober beim TSV Detag Wernberg hat Bezirksspielleiter Christian Wolfram jetzt schon verlegt. Am 2. Oktober endet die Quarantäne, tags darauf das Spiel? Sicher nicht. "Laut Spielordnung hat eine Mannschaft vier Tage Vorlaufzeit", sagt Wolfram.

Corona verändert den Spielbetrieb

Tirschenreuth

Durch diese drei Absagen summiert sich die Anzahl Nachholspiele beim SV Schwarzhofen schon auf sechs. Im Kalender ist nicht mehr viel Platz. "Wenn jetzt noch ein paar andere Absagen dazukommen, kommt man schon ins Schwitzen", sagt Wolfram, der den Nachholplan austüfteln muss. Es ist durchaus möglich, dass der Ligapokal, dessen Zwischenrunde schon abgesagt wurde, weiter gekürzt wird. "Vielleicht gibt es dann nur eine einfach Vorrunde, ohne Rückspiele." Doch das ist noch Zukunftsmusik. Man wolle jetzt noch ein, zwei Wochen die Entwicklung abwarten, dann werde das weitere Vorgehen mit den Vereinen noch besprochen.

Schwarzhofens Abteilungsleiter Marco Schmidtke würde dabei gerne auch über den neu eingeführten Ligapokal diskutieren: "Der Verband hat sich da Gedanken gemacht und ich fand den Ligapokal auch gut." Aber, so fügt er an: "In dieser Situation würde ich den Ligapokal eher weglassen."

In dieser Situation würde ich den Ligapokal eher weglassen.

Marco Schmidtke, Abteilungsleiter des SV Schwarzhofen

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