21.11.2018 - 22:52 Uhr
SchwarzhofenSport

"Regensburg überragende Zeit", New York (noch) kein Thema

Da sage noch einer, Fußballprofis müssen sich um nichts kümmern. So selbstständig wie Philipp Ziereis vom FC St. Pauli Hamburg mit 16 Jahren war, sind wohl nicht viele Gleichaltrige.

Philipp Ziereis (rechts) will auch in Regensburg jubeln.
von Josef Maier Kontakt Profil

Für ihn heißt es seit gut fünf Jahren "Moin, Moin" statt Servus. Seine alte Heimat hat Philipp Ziereis (25) aber immer noch tief im Herzen. Der Fußballprofi des FC St. Pauli, der aus Schwarzhofen stammt, kehrt am Sonntag (13.30 Uhr) zu seinem Ausbildungsverein SSV Jahn Regensburg zurück. Im Interview mit Oberpfalz-Medien spricht Ziereis über New York, den Erzrivalen Hamburger SV und auch über WGs.

ONETZ: Hallo Philipp, am Sonntag geht es gegen den Jahn. Ist ein Spiel in Regensburg für Sie noch etwas Besonderes?

Philipp Ziereis: Darauf freu' ich mich natürlich. Ich musste auch schon wieder einige Karten besorgen.

ONETZ: Sitzt wohl halb Schwarzhofen auf der Tribüne?

Philipp Ziereis: Ja, halb Schwarzhofen und Bekannte aus Regensburg.

ONETZ: In Regensburg nahm ihre Karriere Fahrt auf ...

Philipp Ziereis: Mit 14 Jahren bin ich aus Schwarzhofen zum SSV Jahn gekommen. Ein Jahr bin ich gependelt, meine Eltern haben mich immer zum Training gefahren. Danach bin ich für ein Jahr ins Internat, und mit 16 hatte ich die erste eigene Wohnung. Ich war damals in einer WG. Regensburg war eine überragende Zeit. Die Stadt ist neben Schwarzhofen meine Heimat. Und meine Freundin kommt auch aus Regensburg.

ONETZ: Der Jahn hat viel durchgemacht seit der Zeit, seit der sie weg sind. Gibt es überhaupt noch Kontakte?

Philipp Ziereis: Mit Olli Hein und Sebastian Nachreiner habe ich noch gespielt. Andi Geipl kenne ich aus der Zeit, als ich in Donaustauf mal auf Reha war.

ONETZ: Der SSV Jahn ist wieder gut in Schuss, könnte mit einem Sieg den FC St. Pauli sogar überholen.

Philipp Ziereis: Die Regensburger haben sich in der Liga total etabliert. Ich hoffe, dass wir noch viele Partien gegen sie spielen werden.

ONETZ: Sie und Ihre Kollegen überraschen derzeit mit Platz vier. War das vorauszusehen?

Philipp Ziereis: Planbar ist in dieser Liga gar nichts. Die zweite Liga ist total ausgeglichen. Nach den letzten zwei Jahren, die wirklich schwierig waren, ist es angenehm, vorne mitzuspielen. Wir genießen das.

ONETZ: Fehlt trotzdem noch ein bisschen Konstanz?

Philipp Ziereis: Das sehe ich nicht so. Wir sind gut gestartet. Dann hatten wir drei schlechte Spiele, kleiner Hänger. Aber dann folgten auch wieder fünf Spiele ohne Niederlage. Auch zuletzt in den Spielen gegen Kiel und Heidenheim, in denen wir nur einen Punkt geholt haben, war die Leistung sehr gut. Wir haben jetzt von den letzten acht Spielen nur eines verloren. Deswegen glaube ich schon, dass wir in einer guten Verfassung sind.

ONETZ: Absoluter Saisonhöhepunkt bisher war wohl das Derby gegen den HSV, oder?

Philipp Ziereis: Darauf hat die ganze Stadt gewartet. Mit dem 0:0 können wir auch zufrieden sein.

ONETZ: Sie wurden bisher oft von Verletzungen gestoppt. Seit Ende vergangener Saison scheinen Sie topfit. In dieser Saison haben Sie 12 der 13 Zweitligaspiele absolviert. Ist der Verletzungsfluch vorbei?

Philipp Ziereis: Das Wichtigste war für mich, die intensive Vorbereitungszeit ohne Verletzungen zu überstehen. Ich wusste, wenn ich das schaffe, kommt der Rest von alleine.

ONETZ: Haben Sie irgendetwas umgestellt in Ihrem Sportleben, um Verletzungen vorzubeugen?

Philipp Ziereis: Nein, ich habe nichts Spezielles gemacht. Auf eine bewusste Ernährung achte ich schon länger. Der Fußball ist so athletisch geworden, dass man automatisch darauf achten muss. Das ist selbstverständlich. Ich weiß mittlerweile, was mir gut tut, bei den Behandlungen, beim Krafttraining. Ich habe meine Schwachstellen aufgearbeitet. Im hinteren Oberschenkel habe ich Kraft aufgebaut, damit der Muskel wieder stabil ist.

ONETZ: Sie hatten auch eine Nasen-OP ...

Philipp Ziereis: Vor einem Jahr wurde meine Nasenscheidewand begradigt. Es war vorher eine dauerhafte Entzündung im Körper. Seitdem die weg ist, ist es viel besser.

ONETZ: Ihr Vertrag beim FC St. Pauli läuft aus. Wollen Sie bleiben? Gute Verteidiger werden ja auch in Liga eins gesucht. Immer wieder gibt es Spekulationen um Sie ...

Philipp Ziereis: Es ist noch früh in der Saison. Ja, natürlich habe ich mit den St.-Pauli-Verantwortlichen schon Gespräche geführt, aber Konkretes gibt's noch nicht.

ONETZ: In der „Bild“ sagten Sie jüngst, dass die erste Liga natürlich total reize. Ist auch ein Weggang möglich?

Philipp Ziereis: Die erste Liga ist doch das Ziel eines jeden Profis. Wir wollen weiterkommen, dafür spielen wir Fußball. Das war jetzt aber eine Aussage von mir, in die muss man nicht allzu viel hineininterpretieren.

ONETZ: In der Top-Gerüchteküche, bei Transfermarkt.de, heißt es, dass auch die New York Red Bulls Interesse an Ihnen hätten. Haben Sie ein Faible für die Stadt?

Philipp Ziereis: (lacht) Das habe ich auch gelesen. Aber da gibt es wirklich nichts dazu zu sagen. Ich war bisher zweimal in den USA, aber noch nie in New York.

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