19.11.2018 - 13:10 Uhr
SchwarzhofenSport

SV Schwarzhofen trennt sich von Adi Götz

Paukenschlag kurz nach dem Ende des Fußballjahres 2018: Bezirksligist SV Schwarzhofen geht ohne Adi Götz ins neue Jahr. Der Coach liebäugelt lange mit einem Wechsel zum TB Roding, der sich letztendlich aber zerschlägt.

Adi Götz ist nicht länger Trainer des Bezirksligisten SV Schwarzhofen. Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest. Die Verantwortlichen befinden sich aber in „reifen Gesprächen“.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Das war ein turbulenter Fußball-Sonntag in Schwarzhofen: Zunächst kanzelte der SV in der Bezirksliga Nord bemitleidenswerte Sorghofer mit 11:1 ab, und wenige Stunden später trennte sich der Verein von Trainer Adi Götz. "Es war letztendlich eine Kombination: Zum einen wollte unser Trainer den Verein verlassen, das hat er uns bereits vor Wochen mitgeteilt, zum anderen wollten wir im Verein auch einen neuen Weg mit einem neuen Trainer beschreiten", sagte Vorsitzender Rüdiger Hügel gegenüber Oberpfalz-Medien.

Einstellungsprobleme

Dem SV-Boss zufolge hatte Götz die Verantwortlichen schon vor einiger Zeit darüber informiert, im Winter zum Süd-Bezirksligisten TB Roding (derzeit Tabellenzweiter) wechseln zu wollen. "Unter der Voraussetzung, dass wir im Winter einen neuen Trainer finden würden."

Hügel und seine Vorstandskollegen konnten den Wunsch Götz' nach einer sportlichen Veränderung und auch Verbesserung nachvollziehen. "Wir wollten Adi keine Steine in den Weg legen und haben uns umgehend auf die Suche nach einem neuen Trainer gemacht und erste Gespräche geführt." Auch dem Vorsitzenden waren Einstellungsprobleme und Leistungsdellen einiger Akteure nicht verborgen geblieben. Das eigentliche Ziel "Aufstieg in die Landesliga" ist längst außer Sichtweite geraten. "Das ist absolut kein Vorwurf an den Trainer. Nach der verpassten Relegation zur Landesliga im Sommer hat sich im Kader eine gewisse Bequemlichkeit in punkto Einsatz und Fokus auf unsere Ziele breitgemacht", kritisierte Hügel. Aktuell rangiert der SVS auf Rang fünf, neun Zähler hinter dem Zweitplatzierten SV Grafenwöhr.

Mitten in die Suche nach einem neuen Coach setzte allerdings bei Götz ein Umdenken ein. "Sein Wechsel nach Roding hatte sich - aus welchen Gründen auch immer - zerschlagen und er wollte bis zum Saisonende doch in Schwarzhofen bleiben. Da habe ich zunächst einmal verdutzt dreingeschaut." In einer kleinen Vorstandsrunde unter Einbeziehung der "beiden wichtigsten Spieler" Martin Weiß und Christoph Danner fiel dann am Sonntagabend aber dennoch der einstimmige Beschluss, "die Veränderungen, die bereits auf den Weg gebracht worden sind, weiterzuführen. Deswegen haben wir uns von Adi Götz getrennt".

Klare Vorstellungen

Für Hügel ist das Vorgehen des Vereins nur konsequent, weil man mit der Suche nach einem neuen Trainer ja eigentlich Götz' Wunsch nach einer Veränderung ermöglichen wollte. "Ein neuer Mann ist zudem besser als ein Trainer, der vielleicht nicht mehr mit all seinen Gedanken beim Verein ist." Wer der neue Mann wird, soll in den nächsten Tagen oder Wochen finalisiert werden.

Immerhin hat Hügel, der in sein letztes Jahr als SV-Vorsitzender geht und für den die Neu-Besetzung des Trainerpostens ein entscheidender Akt für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins darstellt, klare Vorstellungen, welche Charakterzüge der neue Trainer vereinen sollte. "Ein rein autoritärer Typ ist nicht mehr zeitgemäß. Er sollte schnell einen Draht zu jungen Spielern finden und deren Sprache sprechen. Dazu müssen Motivation und Zielsetzung passen." Sollte der neue Trainer erst im Sommer loslegen können, ist sich Hügel sicher, bis dahin eine interne Übergangslösung zu finden. (Hintergrund)

Hintergrund:

Die rasante Entwicklung des Sonntagabends lag Adi Götz auch am Montagmorgen noch schwer im Magen. „Ich bin immer noch etwas perplex“, sagte der frisch entlassene Schwarzhofener Trainer gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Demission hat den 51-Jährigen, der bis auf einen kurzen Abstecher in die Kreisliga zum SV Neubäu seit sieben Jahren für den SV Schwarzhofen tätig war, „völlig auf dem falschen Fuß erwischt“.

Der SVS habe von seinen Gesprächen mit einem anderen Verein („Ob es sich dabei um den TB Roding gehandelt hat, sei einmal dahingestellt.“) gewusst. „Das ist zum Jahresende hin auch völlig legitim. Aber erst letzte Woche habe ich dem Verein signalisiert, bis zum Saisonende weitermachen zu wollen.“ Die Entlassung nach einem 11:1-Erfolg empfindet Götz als „herbe Enttäuschung mit einem faden Beigeschmack – gerade nach fast siebenjähriger Zusammenarbeit“.

Dass sich im Verein etwas bewegen musste, das hatte Götz mit den Vereinsverantwortlichen bereits analysiert. „Die Mannschaft war nicht mehr auf das große Ziel Aufstieg in die Landesliga fokussiert, und auch der hundertprozentige Wille war in den Spielen nicht mehr erkennbar.“ Götz will nun in aller Ruhe die Weihnachtszeit genießen und erst danach entscheiden, wie es sportlich weitergeht. „Ich will aus der Emotion heraus nicht alles schlechtreden, was wir in den letzten Jahren gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Aber die Art und Weise meiner Entlassung war gewiss nicht ok.“

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