08.08.2026 - 06:33 Uhr

Nach Skandal um Sex-Massagen: Verband entschuldigt sich

Der südkoreanische Fußballverband KFA steht wegen gleich mehrerer Skandale in der Kritik. Nun gelobt man eine „grundlegende Erneuerung“.

Südkoreas von Skandalen erschütterter Fußballverband (KFA) hat nach Anschuldigungen rund um sexuelle Dienstleistungen für ausländische Schiedsrichter um Entschuldigung gebeten. „Wir entschuldigen uns zutiefst dafür, dass wir Ihnen mit den verschiedenen Vorgängen rund um den Verband Anlass zur Sorge gegeben haben“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des KFA. Darin räumte der Verband auch ein, sich zuletzt in einer „desolaten Situation“ befunden zu haben. Man werde die öffentliche Kritik nun als Chance für eine „grundlegende Erneuerung“ nutzen. 

Der südkoreanische Fußballverband ist wegen mehreren Skandalen in die Kritik geraten. So soll der KFA vor mindestens sieben Länderspielen ausländischen Schiedsrichtern fragwürdige Besuche in Massagesalons mit sexuellen Dienstleistungen bezahlt haben. Die durch Kreditkartenrechnungen und Unterlagen einer staatlichen Prüfung gut dokumentierten Bestechungsvorwürfe betreffen den Zeitraum zwischen 2011 und 2012, sind jedoch erst am Freitag öffentlich bekanntgeworden. 

Die Kritik am Verband wurde durch das frühe WM-Aus verschärft

Auch vor einem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Kuwait im Februar 2012 soll der Verband zwei japanischen Schiedsrichterassistenten den Besuch eines Massagesalons bezahlt haben. Südkorea gewann die Partie mit 2:0 und zog in die nächste Qualifikationsrunde ein. Ob die Schiedsrichter zu einseitigen Entscheidungen in Spielen der südkoreanischen Nationalmannschaft bewegt wurden, ist nicht bewiesen. Der KFA betonte in seinem Entschuldigungsschreiben, dass die Vorgänge mehr als zehn Jahre zurücklägen und auch viele Verbandsmitglieder nicht genau darüber Bescheid wüssten.

Am Donnerstag hatte die Polizei zudem eine Razzia in den Räumlichkeiten des KFA durchgeführt. Dem Verband wird vorgeworfen, bei der Berufung des früheren Nationaltrainers Hong Myung-bo die üblichen Regeln umgangen und ihm den Job ohne richtigen Bewerbungsprozess verschafft zu haben.

Der 57-jährige Hong wird von der Öffentlichkeit auch für das frühzeitige Ausscheiden der südkoreanischen Nationalmannschaft bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Amerika verantwortlich gemacht. Die „roten Teufel“, wie das Nationalteam im Volksmund genannt wird, schieden nach einer enttäuschenden Leistung frühzeitig in der Gruppenphase aus. Hong trat kurz darauf von seinem Amt zurück.

© dpa-infocom, dpa:260808-930-500768/1

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.