23.04.2019 - 18:26 Uhr
Sorghof bei VilseckSport

SV Sorghof: „Da haben wir jetzt Blut geleckt“

Das Schlusslicht hat mit dem 2:0 in Schirmitz den ersten Auswärtssieg in der Bezirksliga Nord gelandet. Trainer Florian Zippe erklärt den Dreier - und nimmt zu einigen Gerüchten Stellung.

Florian Zippe (Mitte) hat den SV Sorghof in der Winterpause als Interimstrainer übernommen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

„Da haben wir jetzt Blut geleckt“, sagt Zippe, der im Interview das neue Ziel seiner Mannschaft erläutert, und warum eventuell ein freiwilliger Abstieg in die Kreisklasse erfolgen könnte.

ONETZ: Haben Sie eine neue Mannschaft?

Florian Zippe: (lacht) Nein. Wir haben nur ein bisschen umgestellt, von den Positionen her. Personell ist alles gleich geblieben.

ONETZ: Warum hat der SV Sorghof vorher so schlecht gespielt?

Florian Zippe: Da will ich nichts Falsches sagen. Wir versuchen, das Spiel einfacher zu halten, und etwas mehr Ordnung reinzubringen. Wir sind spielerisch keine Top-Mannschaft, sondern sind eher am Reagieren.

ONETZ: Spielen Sie dann mit weniger Taktik?

Florian Zippe: Nein. Wir stellen uns kompakt, da muss jeder richtig stehen. Wir sind mehr auf Ballgewinn aus und schnell nach vorne spielen. Vorher haben wir vielleicht probiert, selbst das Spiel zu machen. Das führte zu Ballverlusten und Gegentoren. Wir hatten auch Glück in den letzten drei Spielen.In Schirmitz haben wir 1:0 geführt und mit dem Pausenpfiff einen Lattentreffer kassiert. Das Glück hat uns in der Hinrunde gefehlt. Ich erinnere mich an ein Spiel in Schwarzhofen, da hat der Schiedsrichter drei Minuten Nachspielzeit angezeigt, und wir haben in der 95. Minute das 1:2 kassiert. Da hat kein Mensch gewusst, warum er zwei Minuten hat länger spielen lassen.

ONETZ: Mit dem Glück kommt auch das Selbstvertrauen ...

Florian Zippe: Ja. In Kulmain haben wir ein 1:1 geholt, da waren wir im nächsten Spiel viel motivierter.

ONETZ: Und Artur Becker trifft auch wieder?

Florian Zippe: Artur Becker spielt halt jetzt Stürmer. Vorher war er linker Verteidiger oder links offensiv. Stürmer gefällt ihm ganz gut.

ONETZ: Das neue Ziel ist, die rote Laterne abgeben?

Florian Zippe: Ja, da haben wir jetzt Blut geleckt. Übernächste Woche spielen wir in Oberviechtach gegen den FC Ovi-Teunz, das wollen wir schon schaffen. Das Ziel in der Winterpause war, gut strukturiert spielen und keine Blamagen mehr erleiden wie zweistellige Niederlagen, die wir auch hatten. Nach Kulmain war das Ziel, von den Punkten her zweistellig zu werden. Als nächstes Ziel haben wir Ovi-Teunz vor uns, die wir noch einholen wollen. Damit hat keiner gerechnet, dass wir das schaffen.

ONETZ: Der Abstieg scheint ja sicher ...

Florian Zippe: Richtung Klassenerhalt machen wir uns keine Gedanken mehr. Haben wir uns auch noch nie gemacht. Wir wollen einfach den Negativtrend stoppen. In den letzten sechs Spielen ging's wieder Richtung positiv. Dann können wir 2019 beruhigt abschließen.

ONETZ: Es gibt Gerüchte, dass der SV Sorghof freiwillig eine Liga tiefer geht und in der Kreisklasse antreten wird. Ist da was dran?

Florian Zippe: Ja. Die Überlegungen sind da, aber es ist noch nichts beschlossen.

ONETZ: Obwohl in der Kreisliga 2019/20 Derbys mit dem FV Vilseck und dem 1. FC Schlicht anstehen ...

Florian Zippe: Das müssen wir abwägen. Wollen wir diese attraktiven Spiele oder wollen wir uns als Verein konsolidieren und versuchen, mal tabellarisch wieder besser dazustehen. Die jetzige Spielzeit und auch die vorletzte in der Landesliga nagt noch, wenn man da ständig verliert. Da ist der Grundgedanke, dass wir uns so positionieren, um auch mal drei Spiele hintereinander zu gewinnen. Dass ein guter Rhythmus reinkommt, dass die Stimmung besser wird. Das ist der Punkt, der für die Kreisklasse spricht. Für die Kreisliga spricht, dass wir attraktivere Gegner haben.

ONETZ: Bis wann muss der SV Sorghof sich entscheiden?

Florian Zippe: Stichtag ist der 15. Mai. Aber solange wollen wir uns nicht Zeit lassen. Wir wollen Klarheit schaffen für die Liga-Verantwortlichen und für unsere Spieler. Die Spieler, die uns für nächste Saison bereits zugesagt haben, die sind für beides offen.

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