Deutschland gegen England, ein lauer Frühsommerabend, eine ausverkaufte Allianz-Arena in München – die Rahmenbedingungen für ein Fußballfest am Dienstagabend waren ausgezeichnet. Der 1:1-Endstand passte zwar nicht ganz zur ausgelassen, freudigen Stimmung der 66289 Zuschauer, war unter dem Strich aber ein gerechtes Resultat nach einer äußerst intensiven Partie.
Die beiden Erzrivalen hauten sich ordentlich ins Zeug, obwohl es doch eigentlich um nichts ging. Gut, der Klassiker war offiziell das zweite Gruppenspiel der neuen Nations-League, doch nicht einmal Bundestrainer Hansi Flick macht einen Hehl daraus, dass diese Vier-Spiele-Tortur nach einer ohnehin schon elend langen Saison, vielmehr bereits zur Vorbereitung auf die Winter-WM in Katar dient.
Daher schickte Flick bei seiner ersten Rückkehr ins Münchener Stadion auch sieben neue Akteure aufs Feld – im Vergleich zum enttäuschenden 1:1 in Bologna drei Tage zuvor. Jeder soll sich gegen die sogenannten großen Nationen im WM-Schaufenster präsentieren dürfen. Bemängelte Flick gegen die Italiener noch fehlende Intensität, Zielstrebigkeit und defensive Ordnung, war der Auftritt gegen die "Three Lions" in jeder Hinsicht ein Fortschritt.
Angetrieben vom Bayern-Youngster Jamal Musiala und dem pfeilschnellen Gladbacher Jonas Hofmann ging es nach Ballgewinnen immer wieder schnell in die Spitze, der spielende Co-Trainer Thomas Müller orchestrierte die Laufwege, und Joshua Kimmich sorgte mit Ilkay Gündogan und Kai Havertz für die nötige Portion Spielfreude.
Einzig vor dem gegnerischen Gehäuse haperte es mitunter noch etwas an Genauigkeit und Kreativität. Hofmanns Abseitstreffer (23.) zählte noch nicht, doch kurz nach der Pause hämmerte er die Kugel nach einem Zuckerpässchen Kimmichs in die Maschen zur Führung. Die Engländer enttäuschten keineswegs, hatten auch ihre Chancen und pressten wie wild, doch die DFB-Elf schaffte es immer wieder, sich aus dem gegnerischen Forechecking technisch versiert zu lösen.
Antonio Rüdiger und mit Abstrichen Nico Schlotterbeck innen, David Raum auf links und Lukas Klostermann auf rechts blieben stets ruhig am Ball und hatten in Kimmich, Gündogan und Müller allseits anspielbare Ruhepole auf dem Platz. Und was dennoch aufs deutsche Gehäuse durchkam, war eine sichere Beute des bärenstarken Schlussmanns Manuel Neuer.
Bis ihm zwei Minuten vor dem Ende Harry Kane aus elf Metern gegenüberstand, da war auch der Kapitän machtlos. Zuvor hatte der Videoschiedsrichter eingegriffen und auf Foul von Schlotterbeck gegen Kane entschieden.













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