30.07.2026 - 08:25 Uhr

Sportarten, Favoriten und TV: Das Wichtigste zur Schwimm-EM

Die EM ist für Lukas Märtens, Florian Wellbrock und deren Kollegen der Saisonhöhepunkt. Wie stehen die deutschen Chancen? Und dürfen eigentlich russische Sportler wieder unter ihrer Flagge starten?

Für Olympiasieger Lukas Märtens, Weltmeisterin Anna Elendt & Co. geht's wieder um Medaillen: Zwei Jahre nach den Olympischen Spielen treffen sich Schwimmerinnen und Schwimmer erneut in Paris. In der französischen Hauptstadt finden die Europameisterschaften statt. Auch in anderen Wassersportarten geht's um EM-Ehren. Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Saisonhöhepunkt:

Welche Sportarten sind dabei?

Den Auftakt in die Titelkämpfe machen die Wasserspringerinnen und Wasserspringer sowie die Synchronschwimmerinnen und Synchronschwimmer an diesem Freitag. Vom 4. August an geht es in der Seine um Medaillen im Freiwasserschwimmen. In den Fluss, der sich quer durch Paris zieht, springen am 7. und 8. August auch die Klippenspringerinnen und Klippenspringer aus schwindelerregenden Höhen. In der letzten EM-Woche (10. bis 16. August) geht es im Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis um Edelmetall im Beckenschwimmen.

Wie stehen die deutschen Schwimm-Chancen?

Im EM-Becken tragen vor allem die Mittel- und Langstreckenschwimmer die deutschen Medaillenhoffnungen. Märtens, der mit seiner Gold-Medaille über 400 Meter Freistil vor zwei Jahren bei den Sommerspielen groß auftrumpfte, ist auch in diesem Jahr bisher der schnellste Europäer auf dieser Strecke. Auf den längsten Beckendistanzen darf man auf Johannes Liebmann gespannt sein. Der 19-Jährige stellte im April in 7:37,94 Minuten einen Europarekord über 800 Meter auf. Sven Schwarz, der bei der WM im vergangenen Jahr zweimal Silber holte, ist ebenfalls Medaillenkandidat - wie Liebmann auch über 1.500 Meter.

Bei den Athletinnen richtet sich die Aufmerksamkeit aus deutscher Sicht unter anderem auf Elendt. Die Brustschwimmerin krönte sich über 100 Meter im vergangenen Jahr sensationell zur Weltmeisterin. Schmetterlingsschwimmerin Angelina Köhler und Freistil-Ass Isabel Gose zählen ebenfalls zu den Schwimmerinnen mit Podestchancen.

Florian Wellbrock, der in den vergangenen Jahren drinnen und draußen startete, konzentriert sich in diesem Jahr auf das Freiwasserschwimmen und verzichtet aufs Becken. In der Seine, in der er bei Olympia eine Enttäuschung erlebte, müsste Wellbrock mit seiner Klasse und als viermaliger Gold-Gewinner der vergangenen Weltmeisterschaften eigentlich zu den Topfavoriten zählen. Gleich mehrere krankheitsbedingte Ausfälle warfen den 28-Jährigen in dieser Saison jedoch schon zurück und mindern seine Aussichten enorm.

Wie sieht es im Wasserspringen und Synchronschwimmen aus?

Im Wasserspringen zählt das deutsche Team auf europäischer Ebene zu den Top-Edelmetallkandidaten. Bei der EM im vergangenen Jahr in der Türkei belegte die Mannschaft von Bundestrainer Christoph Bohm im Medaillenspiegel hinter der Ukraine den zweiten Platz. „Natürlich wissen wir, dass in Belek nicht alle Nationen in Top-Besetzung angetreten waren. Trotzdem möchten wir in Paris an die dortigen Ergebnisse anknüpfen und wieder um die Medaillen mitspringen“, sagte Bohm.

Bei den Synchronschwimmerinnen ruhen die Hoffnungen auf Klara Bleyer. Die 22-Jährige zählt in mehreren Wettkämpfen zu den Medaillenkandidatinnen. Im Solowettbewerb in der Freien Kür ist sie sogar Titelverteidigerin.

Welche internationalen Stars sind dabei?

Nicht nur die einheimischen Fans freuen sich auf die Rennen von Frankreichs Schwimmstar Léon Marchand. Der viermalige Olympiasieger sorgte bei den Sommerspielen vor zwei Jahren für Gänsehaut-Atmosphäre und zählt auch bei dieser EM zu den großen Goldkandidaten. Das gilt auch für das rumänische Freistil-Ass David Popovici und den Italiener Thomas Ceccon, der den Weltrekord über 100 Meter Rücken hält.

Mit Spannung erwartet wird zudem der Auftritt der schwedischen Ausnahmeschwimmerin Sarah Sjöström. Die 32-Jährige wurde im vergangenen August Mutter und bestreitet erst seit April wieder Wettkämpfe.

Kann man die Wettkämpfe im Fernsehen sehen?

Ja, zumindest die der Schwimmerinnen und Schwimmer. In der ersten EM-Woche zeigt das ZDF die Freiwasserrennen im Livestream. Bei den Beckenwettbewerben vom 10. August an teilen sich die ARD und das ZDF die Übertragungen auf. Einige Rennen sind im linearen TV-Programm zu sehen, andere im Stream.

Wie geht die Veranstalter eigentlich mit russischen Schwimmern um?

Bei Veranstaltungen des Weltverbandes World Aquatics dürfen russische und belarussische Schwimmer trotz des andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder offiziell für ihr Land teilnehmen. Bei der vom europäischen Verband European Aquatics organisierten EM geht das noch nicht.

Dort ist eine Teilnahme unter neutraler Flagge als „Individuelle Neutrale Athleten“ möglich. Voraussichtlich vom 1. September an sind dann auch bei Wettkämpfen von European Aquatics wieder russische Flaggen, nationale Symbole auf der Sportkleidung und die Hymne erlaubt.

© dpa-infocom, dpa:260730-930-458767/1

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