Vor ihrem Sprung aus 20 Metern Höhe zu Bronze grüßte Maike Halbisch noch lässig in die Metro. „Mir hat der U-Bahn-Fahrer zugewunken, und dann habe ich halt zurückgewunken - weil ich bin ja ein netter Mensch“, sagte die 21-Jährige und lachte. Die Klippenspringerin hat überraschend den dritten Platz bei den Europameisterschaften in Paris belegt.
Halbisch musste sich nach vier Sprüngen von einem Gerüst-Turm auf der Pont de Bir-Hakeim mit 292,15 Punkten nur der siegreichen Ukrainerin Nelli Tschukaniwska (324,70) und Elisa Cosetti aus Italien (297,20) geschlagen geben.
„Ich habe keine Worte“, sagte die Schwäbin zu ihrem Erfolg. „Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit.“ Halbisch zeigte vor der spektakulären Eiffelturm-Kulisse einen starken und sehr schwierigen letzten Sprung und rückte damit im Ranking noch weit vor. Weil kurz davor die Metro über die Brücke fuhr, unterbrach sie ihre Sprung-Vorbereitungen. Statt sich zu ärgern, grüßte Halbisch. Einige Fahrgäste winkten zurück.
Zur Halbzeit noch auf Platz sechs
„Der hohe Schwierigkeitswert ist super viel wert, vor allem, wenn die Sprünge gut laufen. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen wie gestern zum Beispiel“, erklärte sie. Nach der Hälfte des Wettkampfs hatte sie noch auf Rang sechs gelegen. Die zweite deutsche Starterin Iris Schmidbauer belegte den fünften Platz. Die 31-Jährige war 2022 Europameisterin geworden.
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