19.08.2026 - 17:20 Uhr

Starker WM-Start der Springreiter mit Schönheitsfehler

Drei fehlerfreie Runden - und dann patzt ausgerechnet die Nummer eins im deutschen Team. Das Gastgeber-Team liegt bei der WM dennoch auf Gold-Kurs.

Die deutschen Starter haben bei den Reit-Weltmeisterschaften einen fast perfekten Auftakt erlebt. Das Quartett von Bundestrainer Otto Becker ritt bei der ersten von drei Teilprüfungen auf Platz eins vor Belgien und den USA. „Es ist alles sehr, sehr eng zusammen“, kommentierte der Coach, in dessen Team mit Richard Vogel ausgerechnet die Nummer eins patzte.

„Das sind wirklich Bruchteile, die den Unterschied machen, das wussten wir vorher und das hat sich bestätigt“, sagte Becker nach den Ritten vor 33.000 Zuschauern. Für die Mannschaftswertung zählen zudem die beiden Runden am Donnerstag (14.20 Uhr/WDR) und am Freitag (20.15 Uhr/WDR). Das Einzel wird in zwei weiteren Runden am Sonntag entschieden.

Als erste Reiter von insgesamt 145 musste Marcus Ehning reiten - und der Routinier zeigte eine souveräne Runde ohne Fehler. „Er ist wahnsinnig sicher und gut gesprungen“, lobte der 52-Jährige seinen Coolio. „Als Erster reiten zu müssen, war nicht meine Wunschvorstellung“. Aber, so fügte er grinsend an: „Einer muss ja der Depp sein.“

WM-Debütantin: „Gewisse Nervosität kam heute Morgen“

Tadellos und noch schneller ritt Sophie Hinners. „Ich würde nicht sagen, dass wir volles Risiko gegangen sind“, sagte die 27-Jährige. „Ja, eine gewisse Nervosität kam heute Morgen natürlich auf“, sagte die WM-Debütantin: „Aber ich denke, ich kann das ganz gut runterspulen. Ich versuche, wenig anders zu machen als auf anderen Turnieren“. 

 

Nach zwei Null-Runden für Deutschland war bei Daniel Deußer als drittem Starter „die Nervosität doch ein bisschen nach unten gegangen“. Mit Otello blieb der in Belgien lebende Reiter ebenfalls fehlerfrei und erlebte „erstmal eine gewisse Erleichterung“.

Ausgerechnet der derzeit erfolgreichste deutsche Reiter patzte. Richard Vogel kassierte mit seinem Ausnahmepferd United Touch als letzter deutscher Starter einen Abwurf und war das Streichergebnis, weil nur die drei besten Paare jedes Quartetts zählen. „Das war ein Reiterfehler“, sagte der Einzel-Europameister. „Das ist von meiner Seite sehr enttäuschend.“ Immerhin: „Meine drei Kollegen haben richtig gut abgeliefert.“ 

Olympiasieger nur Zuschauer

Nur Zuschauer war Olympiasieger Christian Kukuk, der in Zivil den Parcours abging und später auf der Tribüne die Daumen drückte. Um 7.30 Uhr war endgültig klar, dass der Gold-Gewinner von Paris nicht reitet. Kukuk war nicht nominiert worden und hatte seine Verärgerung darüber nicht verborgen.

In Aachen war Kukuk als Reservereiter angereist und hätte bis zwei Stunden vor dem Start der Prüfung nachnominiert werden können, falls es einen Ausfall im deutschen Team gegeben hätte. „Jetzt geht es nicht mehr um mich, sondern um die andern vier“, sagte der Olympiasieger.

© dpa-infocom, dpa:260819-930-553696/1

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