05.07.2020 - 20:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergSport

Elf Fragen an Helmut Jurek (TuS Rosenberg)

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Der Spielertrainer des TuS Rosenberg erzählt in unserer Serie, wie er die Corona-Pause sinnvoll nutzte und er verrät, bei welcher Mannschaft es zu Landesliga-Zeiten regelmäßig auf die Socken gab.

Helmut Jurek am Steuer eines Bootes. Der Spielertrainer des TuS Rosenberg nutzt die Corona-Pause im Fußball, um den Sportbootführerschein zu machen.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Mit dem Fußballspielen begann er beim 1. FC Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, seine erste Spielertrainer-Station vor dieser Saison nicht weit davon entfernt beim TuS Rosenberg an. Helmut Jurek wechselte in der Jugend aus Neukirchen zum SV Kauerhof, spielte dann für den FC Amberg, und die SpVgg Weiden. Im Herrenbereich ging es zurück zum SV Kauerhof, mit dem er in die Bezirksliga aufstieg und wieder in die Kreisliga abstieg. Der defensive Mittelfeldspieler schloss sich 2009 der DJK Ammerthal (damals Landesliga) an, von dort ging es zum SV Sorghof, dann zur DJK Gebenbach und 2016 zum Landesligisten SV Etzenricht, wo er „die schönste Fußballzeit“ erlebte. Seit Beginn der laufenden Saison ist der 31-Jährige Spielertrainer des Kreisligisten TuS Rosenberg. Helmut Jurek wohnt in Amberg und arbeitet als Sonderpädagoge am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Vohenstrauß.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruht(e) viele Wochen der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gehen Sie Ihrer Freundin schon auf die Nerven?

Helmut Jurek: Ja, es war schon ein bisschen grenzwertig, weil wir beide Lehrer sind und viel Zeit gemeinsam im Home-Office verbracht haben. Aber immer wenn ich zum Laufen gegangen bin, hatte sie ein Lächeln im Gesicht. Wahrscheinlich war sie froh, dass ich mal eine Stunde weg bin.

ONETZ: 2. Hat das Wochenende ohne Fußball schon eine neue Struktur?

Helmut Jurek: Am Anfang war es wirklich schwer. Dann habe ich mit einem Sportbootführerschein angefangen. Das hat sich ganz gut ergeben, da die Kurse immer samstags und sonntags sind. Ich konnte die Zeit tatsächlich sinnvoll nutzen. So etwas wäre in der Fußballzeit nur schwer zu realisieren.

ONETZ: 3. Wann glauben Sie, dass Sie wieder bei einem Punktspiel auf dem Platz stehen?

Helmut Jurek: Ich hoffe, dass es wie geplant Anfang September schon klappt. Wir in Rosenberg haben im Juni eine Lauf-Challenge gemacht, da sind wir gemeinsam 1000 Kilometer gelaufen – jeder für sich. Richtig begonnen auf dem Platz haben wir Ende Juni. Natürlich müssen wir erst einmal abwarten, wie es mit Corona weitergeht, ob eine zweite Welle kommt. Fakt ist aber, da muss der Fußball zurückstecken, es gibt da wesentlich Wichtigeres.

ONETZ: 4. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Helmut Jurek: Vor dem Spiel brauche ich meine 30 Sekunden, da sitze ich auf meinem Platz in der Kabine, schließe meine Augen und gehe einfach nochmal kurz in mich. Einfach bisschen runterkommen und Konzentration aufbauen.

ONETZ: 5. Welche Fußballregel ist überflüssig, welche fehlt?

Helmut Jurek: Schwierig ist die Handspielregel, weil sich keiner richtig auskennt. Der Spieler weiß nicht, was darf er, was darf er nicht. Für die Schiedsrichter ist es ebenso schwer. Auch im Profifußball werden bei ähnlichen Situationen unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Welche Regel fehlt? Ich denke, der Fußball soll so bleiben wie er ist. Man braucht da nicht mehr Regeln.

ONETZ: 6. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Helmut Jurek: An mein erstes Landesligaspiel von Beginn an. Das war damals für die DJK Ammerthal - im Derby beim FC Amberg vor 1800, 2000 Zuschauern. Das war wirklich ein Ereignis, da rede ich heute noch davon und denke noch sehr, sehr gerne daran zurück. Auch wenn wir nach 0:3-Rückstand mit 2:3 verloren haben.

ONETZ: 7. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Helmut Jurek: Es gibt tatsächlich recht viele Zurufe, die Plätze bei uns sind ja oft recht eng, da bekommt man schon das eine oder andere mit. Ganz schlimm finde ich Sprüche wie "früher war alles viel besser, da haben wir das anders gemacht, da war das Spiel schneller". Früher war alles wesentlich langsamer, würde ich mal behaupten. Seitdem ich Trainer bin, höre ich auch immer wieder mal "wechsle den aus...". Das ist immer bisschen kontraproduktiv.

ONETZ: 8. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Helmut Jurek: Durch viele Gelbe Karten, mal eine Gelb-Rote oder Rote Karte wegen Meckerns. Ich kann mich an eine Rote Karte erinnern, als ich zu meinem Gegenspieler "du bist ja ein Idiot" gesagt habe, nachdem er mir absichtlich auf die Hand gestiegen ist. Für diese glatt Rote musste ich 100 Euro in die Mannschaftskasse zahlen. Das war schon relativ teuer für ein einfaches "du bist ja ein Idiot". Da fallen auch schon mal andere Schimpfwörter auf dem Platz...

ONETZ: 9. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Helmut Jurek: Jetzt im ersten Jahr in der Kreisliga war das Spiel bei Inter Bergsteig ein schönes. Wir haben 8:1 gewonnen, aber man kennt auch die Spieler, es sind wirklich super Typen dabei, mit denen man dann auch gerne mal zwei, drei Bierchen nach dem Spiel trinkt. Ungern ging es in alten Landesligazeiten immer nach Cham. Weil es eine relativ gute Mannschaft war, es waren viele junge Spieler dabei, die unheimlich schnell und spritzig waren. Und: Im Zweikampf hat es gegen Cham immer gekracht. Da hat man vor dem Spiel schon gewusst: heute tut es weh.

ONETZ: 10. Ihre Rückennummer ist die 20. Warum ?

Helmut Jurek: Früher hatte ich immer die 10. Als ich nach Gebenbach kam, war die 10 schon vergeben. Dann habe ich mich für zweimal 10 entschieden.

ONETZ: 11. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Helmut Jurek: ...problematisch. Sie setzen natürlich brutal unter Druck. Damit fällst du auf dem Fußballplatz auf. Und wenn du schon mit den Fußballschuhen auffällst, musst du auch leistungstechnisch herausstechen. Von daher bleibe ich immer bescheiden und spiele lieber mit komplett schwarzen Schuhen –da ist man nicht so einem hohen Druck ausgesetzt.

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