In Zeiten inflationärer Verwendung sollte man mit Superlativen vorsichtig umgehen. Für das Wimbledon-Finale zwischen Novak Djokovic und Roger Federer aber sind sie allesamt angebracht. Wie sich diese beiden Tennis-Heroen über mehr als fünf Stunden die gelbe Filzkugel um die Ohren droschen, kaum "unforced errors" produzierten, bis zur Erschöpfung jedem noch so raffinierten Schlag des Gegenübers hinterherhechelten und sofort wieder eine überraschende Antwort parat hielten, zog den TV-Zuschauer in einen Bann, wie es seit Boris Becker oder Steffi Graf in den späten 80er und frühen 90er Jahren keinem Tennisspieler mehr gelungen ist. Oder kurz: weltklasse, überragend, das Beste vom Besten. Der dramatische Fünfsatz-Sieg des Serben Djokovic wird völlig zurecht seinen Eintrag in die Geschichtsbücher dieser Sportart finden. Einziger Schönheitsfleck: Mit dem Niveau auf dem "heiligen Rasen" des Centre Courts konnte das britische Publikum nicht annähernd mithalten. Zu eindeutig waren die Sympathien zugunsten Federers verteilt. Frenetisch wurden nicht nur Punkte des Schweizers, sondern auch die seltenen Fehler Djokovics bejubelt. Ab und an gar mit Pfiffen garniert. Das war den spektakulären Darbietungen dieser beiden Ausnahmekönner unangebracht.
Deutschland und die Welt
15.07.2019 - 17:07 Uhr
Ein Tennismatch für die Geschichtsbücher
Kommentar von Fabian Leeb
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