Er schaut den Profifußball „nicht mal so stark“ – und doch orientiert sich Nico Stark ausgerechnet an einem der größten Namen der Gegenwart. „Wenn ich jemanden nennen müsste, dann wäre es ein Spieler wie Mbappé. Vor allem wegen seines Spielstils mit viel Geschwindigkeit und Tiefenläufen, was auch zu meinem Spiel passt“, sagt der Stürmer des FC Tirschenreuth im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Champions-League-Spiele nehme er schon mal mit, insgesamt sei er aber „viel zu wenig aktiv dabei“, um große Vorbilder aufzuzählen. Auf dem Platz wirkt der 26-Jährige dafür umso interessierter – vor allem am Tore schießen.
In der Kreisliga 2 des Fußballkreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth ist der Angreifer des FC Tirschenreuth seit Jahren eine feste Größe – und vermutlich der treffsicherste Stürmer der Region. 36 Saisontore stehen auch aktuell schon wieder auf seinem Konto. Zahlen, die regelmäßig Begehrlichkeiten wecken. „Es haben auf jeden Fall schon einige angefragt“, bestätigt Stark – und dennoch bleibt er auch in der kommenden Spielzeit beim FC Tirschenreuth. Wieder einmal.
Dass ein Wechsel nach oben naheliegend wäre, verschweigt der Torjäger nicht. „Es gab viele Spekulationen. Für mich selbst wäre es auch eine Option gewesen“, sagt er. Der Wunsch, „höherklassig anzugreifen“, sei grundsätzlich da. Umso bemerkenswerter ist, dass Stark erneut mehreren Interessenten abgesagt hat – obwohl es diesmal einen besonders konkreten Kandidaten gab.
Etzenrichts Zukunft ungewiss
„Am höchsten im Rennen war definitiv der SV Etzenricht, das hätte mich sehr gereizt“, erklärt Stark. Die Gespräche beschreibt er als „sehr positiv“, das Projekt als spannend – nicht zuletzt wegen des sportlichen Reizes, in der Landesliga zu spielen und beim SVE Nachfolger von Martin Pasieka zu werden. Gleichzeitig war die aktuelle Lage des Klubs ein zentraler Punkt in seiner Abwägung: Etzenricht steht in der Landesliga Mitte sportlich unter Druck, ein Abstiegs- oder Relegationsszenario ist ein nach wie vor präsentes Thema, die sportliche Zukunft des SV ungewiss. „Das war natürlich heikel für mich im Falle eines Abstiegs“, sagt Stark. Denn dann hätte ein Wechsel womöglich in einer Spielklasse geendet, an die er selbst mit Tirschenreuth anklopft: „Im Endeffekt dann Bezirksliga.“ Stark und Etzenricht seien „nach wie vor in Kontakt“, doch für die kommende Saison fiel seine Entscheidung zugunsten des FC.
Ausschlaggebend war am Ende das Gesamtpaket in Tirschenreuth – sportlich wie menschlich. „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Ich bin da mittlerweile seit fünf Jahren. Es ist wie eine Familie dort für mich“, betont der Stürmer. Überzeugt habe ihn kein einzelner Satz, sondern „ein Verbund vom ganzen Verein“: der neue Trainer, die Vorstandschaft, die Verantwortlichen, die Teamkameraden – „und auch unser Kapitän“. Mit Manuel Waller kommt zur neuen Saison zudem ein neuer Impuls. „Das bringt noch mal neuen Schwung rein“, sagt Stark.
Magische 40-Tore-Marke
Sportlich richtet sich der Blick zunächst auf den Saisonendspurt. In den letzten beiden Partien will der FC maximal punkten. „Wir gehen diese Partien mit dem Ziel an, diese gewinnen zu wollen. So wie wir jedes Spiel angehen“, sagt Stark. Sechs Punkte sind gegen die SpVgg Weißenstadt und den VfB Rehau der Anspruch – aber ohne Überheblichkeit: „Einen Gegner unterschätzen“ werde man nicht, „vor allem in Rehau ist es nie leicht“. Ein „Selbstläufer“ werde es nicht.
Und dann ist da noch diese persönliche Marke, die über jeder Torquote schwebt: die 40. „Natürlich ist es in meinem Kopf, diese 40-Tore-Marke irgendwo knacken zu wollen“, sagt Stark. Vier Treffer fehlen ihm noch in zwei Spielen. „Ich werde es probieren“, kündigt er an – und wer in der Region das Wort „40 Tore“ hört, denkt unweigerlich an den „Bomber der Nation“, Gerd Müller. Für Stark, den "Bomber der Region" wäre es „mega“, wenn es klappt. Vielleicht ist das am Ende die schönste Klammer dieser Geschichte: Wenig Blick auf den großen Fußball – aber ein Stürmerinstinkt, der Nico Stark Jahr für Jahr zum begehrten Torjäger macht.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.