Tirschenreuth
19.07.2019 - 12:19 Uhr

Oberfränkische Übermacht in der Kreisliga Süd

Für das Quintett aus der Oberpfalz warten zu Beginn zumeist unangenehme Gegner. Die Sportfreunde aus Kondrau empfangen den letztjährigen Vizemeister und die neue SG SV Mitterteich II/SV Steinmühle befindet sich noch in der Findungsphase.

In der vergangenen Spielzeit beharkten sich der SV Mitterteich II (grüne Trikots) und der SV Steinmühle noch in zwei umkämpften Duellen. Ab diesem Wochenende gehen sie gemeinsam in der Kreisliga Süd auf Punktejagd. Bild: gb
In der vergangenen Spielzeit beharkten sich der SV Mitterteich II (grüne Trikots) und der SV Steinmühle noch in zwei umkämpften Duellen. Ab diesem Wochenende gehen sie gemeinsam in der Kreisliga Süd auf Punktejagd.

Zählt man Aufsteiger TSV Waldershof noch zu den Vereinen aus dem Stiftland, dann stellen sich in der Kreisliga Süd insgesamt fünf einer oberfränkischen Übermacht. Das Kräfteverhältnis verschiebt sich immer mehr und soll laut Spielleiter Peter Kemnitzer durch die Relegationen langsam ausgeglichen werden. Bleibt für die neue Saison abzuwarten, ob der Vorjahresdritte TSV Konnersreuth und die nach optimalem Start nachlassenden Sportfreunde aus Kondrau erneut eine gute Rolle spielen. Auf jeden Fall eine bessere Runde verspricht die SpVgg Wiesau. Wie die neugegründete Spielgemeinschaft SV Mitterteich II/SV Steinmühle zurechtkommt, wird sich zeigen.

SpVgg Selb 13 – FC Vorwärts Röslau II

Laut Spielleiter Wieland Reim kam mit dem neuen SpVgg-Coach Mohammed Tamo richtig Bewegung in die Mannschaft. Die Vielzahl an Neuzugängen und der Trainingsbesuch lassen die Verantwortlichen äußerst positiv in die neue Saison blicken. Als vorrangiges Ziel gibt Tamo erst einmal den Klassenerhalt aus. „Danach sehen wir weiter.“ Gegen den Aufsteiger will man mit einem Dreier starten und somit den Grundstein für eine erfolgreiche Runde legen. Die Personallage dazu ist ideal. Groß ist die Vorfreude der Gäste auf das erste Kreisligaspiel. Allerdings hat es die Aufgabe gleich in sich. Für Röslau zählen die Hausherren zum erweiterten Favoritenkreis. Für FCV-Trainer Hüseyin Bulat ist es deshalb gar nicht so schlecht, gleich gegen einen vermeintlichen Titelanwärter zu spielen.

SG Marktredwitz – FC Schwarzenbach

Zuversichtlich sieht SG-Trainer Dimitar Plomer dem Auftakt entgegen. „Wir haben unseren Kader mit vier sehr guten und erfahrenen Neuzugängen verstärkt. Alle haben sich schnell integriert.“ Allerdings warnt er vor dem Gegner, der schon immer unbequem zu spielen war. Logisch, dass die Hausherren erfolgreich, sprich mit einem Sieg, in die neue Saison starten wollen. Es fehlen Schuller, Bekterimov und Ivasko. Kollege Santiago Da Silva schätzt die Heimelf als äußerst heimstark und unberechenbar ein. „Deshalb muss meine Mannschaft überlegt und konzentriert zu Werke gehen. Wichtig wird es auch sein, dass ein jeder Spieler seine individuellen Stärken abruft.“ Patrick Bertl und Pascal Fuchs fehlen.

SF Kondrau – VfB Arzberg

Die Saison hat noch gar nicht begonnen, da beklagt SF-Trainer Jakub Ryba schon mehrere Ausfälle. Brunner, Wedlich, Schiml und Sellner fallen für längere Zeit aus. Fraglich sind die Einsätze von Fischbach und Hösl. Dennoch überwiegt, laut Spielleiter Philipp Hopfner, die Vorfreude auf den Saisonauftakt, auch wenn es gegen einen sehr starken Gegner geht. Die glatten Niederlagen (1:3 und 0:3) aus der letzten Saison sind wohl noch in unguter Erinnerung. „Mit einer geschlossenen und leidenschaftlichen Mannschaftsleistung wollen wir unseren Fans ein ordentliches Spiel zeigen“, verspricht Hopfner. Auf eine ordentliche Vorbereitung blickt der neue Gästetrainer Marc Sommer zurück. Im Pokal hat der VfB das Viertelfinale erreicht und dort den anstehenden Gegner geschlagen. „Aber die Vorzeichen sind in einem Punktspiel ganz anders“, weiß VfB-Spielleiter Sven Riedl. „So leicht wie in der letzten Saison wird es wohl nicht mehr.“ Es steht der komplette Kader zur Verfügung.

ASV Wunsiedel – TuS Erkersreuth

Skeptisch sieht ASV-Trainer Fabian Bartl der Begegnung entgegen, ist doch der Aufsteiger enorm spielstark und hat erfahrene Akteure in seinen Reihen. „Ich erwarte ein schweres Spiel, das meiner jungen Mannschaft alles abverlangen wird.“ Trotzdem gibt er als Ziel zumindest eine Punkteteilung aus. „Dazu ist eine geschlossene Mannschaftsleistung und viel Konzentration nötig.“ Es fehlt weiterhin Michael Koller. „Der TuS ist endlich da angekommen, wo er sich am liebsten sieht“, sagt der neue Coach Roman Pribyl. Als Saisonziel gibt der Aufsteiger ganz bescheiden den Klassenerhalt aus. Auf gar keinen Fall will man mit einer Niederlage starten, wenigstens ein Punkt sollte herausspringen. Dabei gilt es, eine stolze Bilanz fortzuführen: Seit 2017 ist man in der Fremde ungeschlagen.

TSV Thiersheim – SpVgg Wiesau

Logisch, dass der Bezirksliga-Absteiger mit einem Sieg in die neue Runde starten will. Die Mannschaft tut aber, laut Vorsitzendem Karl-Peter Mötsch, gut daran, dem Gegner den nötigen Respekt entgegenzubringen. „Schon immer hat sich meine Mannschaft in der Vergangenheit mit Wiesau schwer getan“, warnt Mötsch . Neu-Trainer Udo Schnurrer muss vermutlich auf die angeschlagenen Patrick Lima und Pavel Hudecek verzichten. Ihr Einsatz entscheidet sich kurzfristig. Für SpVgg-Vorsitzenden Alfred Klarner ist es eines der leichtesten Spiele, geht es doch gegen den heißen Titelanwärter. „Wir sind krasser Außenseiter und haben nichts zu verlieren. Das könnte unsere Chance sein.“ Allerdings gibt es schon so früh personelle Sorgen. Einige Spieler sind angeschlagen und ihr Einsatz entscheidet sich kurzfristig. Fehlen wird auf jeden Fall Urlauber Lukas Grüner.

FC Lorenzreuth – TSV Konnersreuth

Einverstanden war FC-Spielleiter Tommi Krull mit der Vorbereitung, nicht aber mit den vielen Gegentreffern in den Testspielen. „Dieses Problem muss Trainer Roland Fux noch in den Griff bekommen.“ Trotzdem geht die Mannschaft optimistisch in die neue Saison und will diesmal nichts mit dem Abstieg oder der Relegation zu tun haben. Gegen den Meisterschaftsfavoriten erhofft sich Krull wenigstens eine Punkteteilung. Dabei denkt er an die glatte 0:3-Heimniederlage aus der letzten Saison. Bis auf Thomas Koller stehen alle Akteure zur Verfügung. Auf einem guten Weg sieht TSV-Spielleiter Florian Neumann sein Team mit dem neuen Trainer Sascha Haberkorn. „Seine taktischen Züge greifen immer mehr.“ Gerne würde die Mannschaft erneut eine optimale Saison spielen und dazu gehört natürlich ein erfolgreicher Start. „Aber Lorenzreuth ist immer schwer zu spielen. Vor allem gilt es, deren Sturmreihe in den Griff zu bekommen.“ Die personellen Voraussetzungen sind für einen Auftaktsieg ausgezeichnet.

TuS Förbau – TSV Waldershof

Ausgerechnet zum Wiesenfestsonntag gastiert ein Team in Förbau, das nach dem Aufstieg noch von der Euphorie getragen wird. Außerdem sei der TSV Waldershof für die Heimelf ein unbeschriebenes Blatt. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, sieht Spielleiter Stefan Dill der Partie skeptisch entgegen. Wichtig wird es seiner Meinung nach sein, Torjäger Julian Schindler in den Griff zu bekommen und auch die Kreise von Dotzauer einzuengen. Bis auf Bablli und Heinrich sind alle einsatzfähig. Lediglich im spielerischen Bereich fordert TSV-Coach Maxi Berek von seinem Team eine Steigerung. Nicht gerade rosig sieht es vor dem Saisonauftakt mit dem Personal aus. Kapitän Dürrbeck, Dotzauer, Jan Müller und Niklas Foti fallen aus. „Trotzdem möchte ich einen erfolgreichen Saisonstart hinlegen, auch wenn es verdammt schwer wird.“

SG SV Mitterteich II/SV Steinmühle I – VFC Kirchenlamitz

Gleich zum Auftakt bekommt die neugegründete Spielgemeinschaft einen echten Prüfstein vorgesetzt. Die Gäste etablierten sich in der letzten Saison im vorderen Tabellendrittel und werden auch heuer, laut SV-Vorsitzendem Roland Eckert, hoch gehandelt. Zwar zeigte die Heimelf in der Vorbereitung gute Ansätze, aber an der Feinabstimmung wird Trainer Markus Broschik noch arbeiten müssen. „Momentan wissen wir nicht, wo die Mannschaft leistungsmäßig steht. Aber nach dieser Partie sind wir schlauer“, sagt Eckert. Gespielt wird in Steinmühle. Brutal schlägt bei den Gästen das Verletzungspech zu. Gleich sieben Stammspieler stehen wegen Verletzungen und Urlaub nicht zur Verfügung. Trotzdem will der neue Coach Holger Lörner wenigstens einen Zähler mitnehmen. „Das könnte klappen, denn die neu gegründete Spielgemeinschaft ist sicherlich noch in der Findungsphase.“

 
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