19.06.2026 - 18:48 Uhr

Türkei sagt Public Viewing für WM-Spiel kurzfristig ab

Wegen einer wichtigen Zugangsprüfung für die Universitäten untersagt die Türkei Public Viewing beim WM-Spiel gegen Paraguay. Falls das Team gewinnt, sollen die Fans möglichst geräuschlos feiern.

Unter Druck: Arda Güler und seine Mitspieler vor dem zweiten Gruppenspiel der Türkei. (Archivbild) Bild: Abbie Parr/AP/dpa
Unter Druck: Arda Güler und seine Mitspieler vor dem zweiten Gruppenspiel der Türkei. (Archivbild)

In der Türkei sind Public-Viewing-Veranstaltungen beim WM-Spiel der Nationalmannschaft am Samstag gegen Paraguay kurzfristig verboten worden. Laut Medienberichten mussten auf Anweisung von Innenminister Mustafa Çiftçi (AKP) landesweit alle geplanten Fußball-Übertragungen auf Großbildleinwänden abgesagt werden. So sollen Lärm und mögliche Verkehrsprobleme minimiert werden, um die Kandidaten für die landesweite Hochschulzugangsprüfung YKS (Yükseköğretim Kurumları Sınavı) nicht zu beeinträchtigen.

Die in den Morgenstunden stattfindende Partie (5.00 Uhr MESZ) ist für die türkische Nationalelf nach der Auftaktniederlage gegen Australien wegweisend. Bei einer Niederlage droht dem Team von Trainer Vincenzo Montella das Vorrunden-Aus. Letzter Gruppengegner sind die stark eingeschätzten US-Gastgeber.

Wegen der YKS: Besser leise jubeln

Die Hochschulzugangsprüfung YKS scheint aber mindestens genauso wichtig wie das WM-Spiel. Die Istanbuler Tageszeitung „Hürriyet“ berichtete, dass die Gouverneure mehrerer Provinzen an die Fans appellierten, nach dem Spiel auf Hupkonzerte, Autokorsos und übermäßigen Lärm zu verzichten.

Die Maßnahmen der Behörden sind nicht unüblich, da die Prüfungsergebnisse der YKS darüber entscheiden, wer studieren darf und an welcher Universität. Nahezu alle staatlichen und privaten Hochschulen vergeben ihre Plätze auf Basis der YKS-Ergebnisse.

© dpa-infocom, dpa:260619-930-251827/1

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