26.04.2019 - 20:15 Uhr
UrsensollenSport

Fußball in Ursensollen: Der ganze Ort auf den Beinen

Fußball spielen sie in Ursensollen schon seit fast 100 Jahren: In "wilden Vereinen" mit Freundschaftspartien gegen Nachbarorte. Kurios, wie dann aus dem FC die DJK wird ...

Das Bild zeigt das Team der DJK vor einem Spiel an der „Poant“ in Ursensollen in ihrer ersten Saison 1957.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es vier Jahre, bis sportbegeisterte junge Männer aber auch alte Anhänger des Fußballsports den FC Ursensollen aus der Taufe hoben. Ohne finanzielle Mittel und entsprechender Ausrüstung überschuldete sich der blutjunge Verein bereits in den Anfangsjahren - mit einem fatalen Ergebnis: Der Verein wurde für den Spielbetrieb gesperrt und 1953 wieder aufgelöst.

Selbstständigkeit gefordert

Eine Ortschaft ganz ohne Fußball? Von den kommenden drei Jahren ist nur wenig bekannt. Doch ganz ohne Fußball blieb es auch in dieser Zeit nicht. In den Aufzeichnungen der zur damaligen Zeit ebenfalls noch jungen Kolpingsfamilie sind Informationen über eine eigene Sparte Fußball vorhanden, die sich später selbstständig machte, um im Jahr 1957 die DJK zu gründen. Eine Spielberechtigung bekamen die Ursensollener als DJK bereits 1956, aufgrund der noch offenen Forderungen aber nur über die DJK Amberg - sozusagen als zweite Mannschaft. Ein unbefriedigender Zustand für die damaligen Spieler, die auf eine Selbstständigkeit drängten.

Der damalige Pfarrer Johannes Stahl lud am 13. Januar 1957 zur Gründungsversammlung in den Gasthof Reif ein: Rot und schwarz wurden als Vereinsfarben bestimmt, die Mitgliederzahl stieg von 33 bei der ersten Versammlung auf 100 nach einer Werbeaktion. Mit Idealismus und Engagement der neuen Vereinsführung wurden die Hindernisse Stück für Stück beseitigt: Die DJK Ursensollen war geboren.

"Kopfprämie für Spieler"

Der Bayerische Landessportverband (BLSV) stand für die Schulden des FC Ursensollen gerade, allerdings musste für jeden Spieler, der vorher für den FC gespielt hatte und künftig für die DJK die Stiefel schnürte, an den Verband eine "Kopfprämie" von 180 Mark entrichtet werden. Gespielt wurde an der "Poant", dem jetzigen, neu angelegten Dorfplatz direkt in der Ortsmitte. Die Werkshalle der Firma Ehbauer am Bahnhof wurde als Trainingshalle und das ehemalige "Hüthäusl" später als Umkleide genutzt.

Zeitzeugen beschreiben auch eine spezielle Stimmung bei den Heimspielen, denn die zahlreichen Zuschauer - der ganze Ort war auf den Beinen - sorgten für eine ganz besondere Geräuschkulisse in der Ortschaft während des Spiels.

Die erste Mannschaft nahm 1957 erstmals am Spielbetrieb teil und belegte in der C-Klasse Amberg Nord einen guten Mittelfeldplatz. Eine Schüler- und eine Jugendmannschaft begannen zu spielen und die Herren schafften bereits im zweiten Jahr nach Erfolgen über den TuS Kastl und die SpVgg Pfreimd den Aufstieg in die damalige B-Klasse.

Eine kuriose Geschichte aus der Vereinschronik: In der damaligen C-Klasse standen mit dem TuS Kastl und der DJK Ursensollen nur zwei erste Mannschaften, alle anderen Teams waren Reserven und nicht aufstiegsberechtigt. Das Duo trug die Meisterschaft unter sich aus und die Lauterachtaler gewannen beide Partien. Ein Sportgerichtsurteil annullierte den ersten Erfolg und im dritten Spiel siegt die DJK mit 5:1. Der erste Aufstieg wurde dann durch zwei Erfolge (5:3 und 8:1) gegen die SpVgg Pfreimd als Meister der C-Klasse Ost Realität. Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte der DJK war 1978 die Einweihung des jetzigen Sportgeländes mit einem Spiel gegen den damaligen Zweitligisten Fortuna Köln.

Heute hat die DJK eine gut sortierte erste Mannschaft in der Kreisklasse, eine Reserve zusammen mit der DJK Utzenhofen, einen Damenmannschaft zusammen mit dem SV Illschwang sowie je eine A-,B-,C- und zwei D- Junioren in der JFG Amberg-Sulzbach West 08, eine eigene E- und F-Juniorenmannschaft und über 200 Mitglieder bei der Sparte Fußball. Zusammen mit den Sparten Volleyball, Tennis, Gymnastik, Ju-Jutsu, Schach, Wandern und Wintersport hat sich die DJK jedoch zu einem Breitensportverein entwickelt und ist mit knapp 1000 Mitgliedern einer der größten Vereine im Landkreis.

 

 

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