Die Alpinregion Schnalstal war zuletzt Gastgeber für die Arge-Alp-Skirennen in der Altersklasse U16. Neben dem Gastgeber Südtirol gingen Ländermannschaften aus der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland an den Start. Für das Team Bayern mit dabei: Raphael Wittmann aus Vohenstrauß. "Raphael ist zwar im Landeskader, aber es war kein Selbstläufer, dass er nominiert wurde", sagt sein Vater Peter Wittmann. "Um so erfreulicher ist, dass er dann auch wirklich gut geliefert hat."
Der 15-jährige Oberpfälzer zeigte sein Können in zwei Rennen, wobei er sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom auf Platz sechs fuhr. Mit diesen Ergebnissen trug der Gymnasiast an den Christopherus-Schulen in Berchtesgaden, einer Eliteschule des Sports, zum starken Abschneiden seiner Mannschaft entscheidend mit bei. Bayern gewann etwas überraschend die Gesamtwertung des Arge-Alp-Cups vor dem favorisierten Tiroler Skiverband und Graubünden.
Für Raphael Wittmann ist die aktuelle Saison die letzte im Schülerbereich. Um so wichtiger ist es für ihn, gerade jetzt Leistung zu zeigen und Resultate einzufahren. "Nach Saisonende wird zusammengezählt. Dann geht es darum, in welchen Kader er eingestuft wird", erklärt Peter Wittmann. Aktuell befinde sich Raphael deutschlandweit unter den besten Fünf seines Jahrgangs, was alles andere als selbstverständlich sei. "Er ist quasi der einzige Flachländler", sagt Peter Wittmann. "Alle anderen Kaderathleten kommen aus den Alpenregionen in Oberbayern." Ob es seinem Sohn gelingt, auf Anhieb in den Nationalkader 2 aufzurücken, müsse sich zeigen. "Das wäre direkt unterhalb des Europacup-Kaders und natürlich für ihn optimal."
Den Willen und Ehrgeiz, den nächsten Schritt zu machen und vielleicht irgendwann sogar im Weltcup mitzufahren, hat der junge Vohenstraußer allemal. "Skifahren ist sein Leben", weiß Vater Peter Wittmann. "Er liebt diesen Sport wie keinen anderen." Und zwar so sehr, dass vor gut drei Jahren eine wegweisende Entscheidung fiel. Raphael wechselte damals vom Augustinus-Gymnasium zunächst ins Ski-Internat nach Oberwiesenthal. Seit 2020 besucht er nun die Christophorus-Schulen in Berchtesgaden.
"Wenn man als Zwölfjähriger von der Familie weggeht, ist das natürlich nicht einfach", sagt Peter Wittmann. "Aber er war sein Wunsch und er meistert das richtig gut." Schule und Training seien in Berchtesgaden optimal aufeinander abgestimmt, "das wäre hier bei uns überhaupt nicht zu stemmen." Und da auch die Noten des Sprößlings stimmen, sei alles im grünen Bereich: "Man muss dort selbstständig und diszipliniert lernen. Das hat Raphael gut verinnerlicht."
Was ihren Tribut fordert, ist aber die räumliche Distanz. Nur selten hat das Alpin-Talent die Möglichkeit, die Familie in Vohenstrauß zu besuchen. "Es wird ja meist auch am Wochenende trainiert. Und in den Ferien stehen oft Lehrgänge an", berichtet Peter Wittmann. Die Kontakte beschränken sich daher notgedrungen auf gelegentliche Wochenendvisiten in Berchtesgaden oder Online-Kommunikation per Skype. "Jetzt zu Weihnachten kommt Raphael vier Tage nach Hause, dann muss er aber schon wieder weg."
Der kurze Aufenthalt in der Heimat hat einen Grund. Nach dem Jahreswechsel steht mit dem Auftakt des deutschen Schülercups ein wichtiger Wettkampf auf dem Terminkalender. An vier Wochenenden plus Finale geht es in der Wettbewerbsserie im Januar und Februar um Top-Platzierungen und mehr. "Die ersten Fünf schaffen es in der Regel in den Nationalkader", weiß Peter Wittmann. Ein Ziel, das sein Sohn liebend gerne erreichen möchte.
Skifahren ist sein Leben. Er liebt diesen Sport wie keinen anderen.















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