04.07.2018 - 13:50 Uhr
WaidhausSport

Kreisklasse statt Königsklasse

Sportlicher Glanz an der Grenze: Kreisklassen-Aufsteiger SG Waidhaus/Pfrentsch hat in der kommenden Saison mit Tomas Polacek nicht nur einen Ex-Profi in seinen Reihen. Der Neuzugang spielte sogar bereits in der Champions-League.

Tschechischer Zweikampf in der Champions-League: Tomas Polacek (rechts), spektakulärer Neuzugang bei der SG Waidhaus/Pfrentsch, spielte mit Sparta Prag in der Saison 2005/06 in der Königsklasse. Dabei traf er in der Partie gegen Ajax Amsterdam auch auf Landsmann Tomas Galasek (links). Galasek spielte später beim 1. FC Nürnberg und war auch Trainer bei der SpVgg SV Weiden.
von Ernst FrischholzProfil

Waidhaus/Pfrentsch. (fz) Das hat es im Fußballkreis Amberg/Weiden so wohl noch nicht gegeben. Die Spielgemeinschaft TSV Waidhaus/SV Pfrentsch, die zuletzt die Meisterschaft in der A-Klasse Ost errungen hat und nunmehr in der Kreisklasse Ost um Punkte kämpft, landete einen Transfer des Jahres.

Der Name von Tomas Polacek mag auf dem ersten Blick nur Fußball-Insidern etwas sagen, doch weist dessen Karriere-Statistik beeindruckende Zahlen auf: Der 37-Jährige absolvierte in der Saison 2005/06 nicht nur sechs Champions-League-Spiele im Trikot von Sparta Prag, sondern kam danach auch bei FK Mlada Boleslav achtmal im damaligen Uefa-Cup (jetzt Europa-League) zum Einsatz. In der ersten tschechischen Liga stehen für den in Plana (Verwaltungsbezirk Tachau) geborenen Polacek 112 Punktspiele (13 Tore) zu Buche.

Auf der Internet-Seite "transfermarkt.de" wird Polacek aktuell mit einem Marktwert von 25 000 Euro geführt. Eine Summe, über die man bei der SG Waidhaus/Pfrentsch schmunzelt. "Für uns ist das ein ganz normaler Spielerwechsel", sagt Bernhard Meckl Abteilungsleiter beim TSV Waidhaus und zugleich der Spielgemeinschaft. "Das Ganze hat sich einfach angeboten." Polacek wohne seit einiger Zeit in Waidhaus und habe aus beruflichen Gründen seinen Lebensmittelpunkt hierher verlegt. "Über einen Waidhauser, der gute Kontakte zu Polacek hat, wurden wir mit dem Spieler bekannt und letztlich auch einig", so Meckl.

Den Weg in den Profifußball schlug Polacek im Jahr 1998 ein, als er zu den U21-Junioren von Sparta Prag wechselte. Nach einer Zwischenstation beim FK Most kehrte er zum Traditionsverein Sparta zurück. Der Club hatte sich als tschechischer Meister für die Champions-League-Gruppenphase qualifiziert und traf hier auf den FC Thun (Schweiz), Ajax Amsterdam und Arsenal London. Gegen Thun (0:0) und Ajax (1:1) spielte man zu Hause zwei Mal unentschieden und belegte schließlich den vierten Platz in der Gruppe. In den sechs CL-Spielen stand Polacek ausnahmslos in der Startelf.

2006 wechselte der Mittelfeldspieler zum Erstligisten Boleslav, bei dem er bis 2010 unter Vertrag stand. Seit 2013 lief Polacek in der vierten tschechischen Liga für den Prager Verein FC Predni Kopanina auf. Dort war er in der vergangenen Saison auch Teamkollege von Michal Pospisil, der in der Saison 2014/15 für die DJK Ammerthal in der Bayernliga Nord kickte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.