29.04.2019 - 12:51 Uhr
WaldershofSport

Waldershofer Höhenflug

Der TSV Waldershof hat den "Betriebsunfall Abstieg aus der Kreisliga" umgehend korrigiert. Nach einer imposanten Serie mit 24 Siegen und lediglich zwei Punkteteilungen machte die Berek-Truppe am Sonntag ihr Meisterstück in der Kreisklasse.

Die Spieler des TSV Waldershof feierten nach dem 4:0-Sieg in Schönhaid vor allem ihren Trainer Maximilian Berek.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Dass die Fußballer des TSV Waldershof nicht nur ganz passabel kicken können, bewiesen sie nach dem 4:0-Sieg beim SV Schönhaid am Sonntag. "Wir haben zunächst in Schönhaid in der Kabine eine Kiste gekillt, ehe in unserem Sportheim bis in die Puppen weitergefeiert wurde", beschrieb Meistertrainer Maximilian Berek die Feierlichkeiten, als der Meistertitel in der Kreisklasse Stiftland und die umgehende Rückkehr in die Kreisliga endgültig fix waren.

Die "wahnsinnig krasse Saison, mit der niemand gerechnet hatte" (O-Ton Berek) liest sich in Zahlen wie folgt: 26 Spiele, 24 Siege, zwei Unentschieden, 113 erzielte Treffer, nur 19 Gegentore, 13 Zähler Vorsprung auf den Zweiten ATSV Tirschenreuth. Vier Spieltage vor Saisonende erfuhr die Waldershofer Fabel-Saison ihre Krönung. Die Stürmer Julian Schindler (41 Tore) und Dominik Dotzauer (25 Tore) trafen zusammen öfter als andere Vereine insgesamt in der bisherigen Saison. "Wir haben nach dem unglücklichen Abstieg rein auf Spieler aus unserer eigenen Jugend gesetzt. Diese Herangehensweise ist perfekt aufgegangen", schwärmte der erst 25-jährige Trainer, der nach diversen schweren Verletzungen seine aktive Karriere früh beenden musste.

Da es nur mit jungen Spielern selten gut geht, stellte Berek den Verdienst seiner Routiniers heraus. "Kapitän Michael Dürrbeck und Dominik Dotzauer sind selbst erst 28 Jahre alt. Aber gemeinsam mit Christian Heinrich und Simon Wollner halten sie den Laden hier zusammen." Aufgrund der puren Dominanz des TSV hatten die Vereinsverantwortlichen genügend Zeit, die Personalplanungen für die Kreisliga-Saison voranzutreiben. Berek ist stolz, dass sein "Haufen vermutlich komplett zusammenbleibt". Zwar hätten die Leistungen von Youngstern wie Fabian Schöffel oder Julian Fürst schon das Interesse höherklassiger Vereine geweckt, doch der Industriefachwirt ist zuversichtlich, alle aktuell laufenden Gespräche mit den Spielern zu einem positiven Abschluss führen zu können. "Mit drei, vier aufrückenden A-Jugendspielern traue ich meiner Mannschaft in der Kreisliga schon einen guten Mittelfeldplatz zu. Zumindest mit dem Abstieg wollen wir nichts zu tun haben."

Berek machte keinen Hehl daraus, dass es in den zurückliegenden Wochen nicht immer ganz leicht war, die Motivation hochzuhalten, zu dominant agierte der TSV. "Wir müssen schon ehrlich sein: Auch wenn wir die Spiele zumeist deutlich gewonnen haben, waren unsere läuferischen und spielerischen Leistungen nach der Winterpause nicht mehr so toll wie zuvor." Und so freut sich Berek mit seiner Rasselbande nun auf lukrative Derbys gegen die SG Marktredwitz oder den FC Lorenzreuth ("Ich hoffe wirklich sehr, dass sie die Kreisliga halten"). Da ist der Ehrgeiz des Coaches, der aktuell an seiner B-Lizenz arbeitet, bereits geweckt. Noch am Abend der Feierlichkeiten formulierte Berek das Ziel für die restlichen vier Saisonspiele: "Wir sollen diese Spielzeit ungeschlagen beenden." Das wäre dann der beste Rahmen für die offizielle Aufstiegssause nach dem letzten Spieltag. Denn feiern können sie beim TSV Waldershof fast noch besser als Fußballspielen.

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