17.11.2019 - 19:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Das 11:1 der SpVgg SV Weiden und die Nöte des Stadionsprechers

Ein Pflichtsieg war erwartet worden. Die SpVgg SV Weiden wollte mit einem Dreier ganz einfach die Tabellenspitze der Landesliga Mitte verteidigen. Dann wurde es ein besonderer Abend, mit besonderen Anforderungen.

Klaus Hartung bei der Spielvorbereitung. So einen Abend wie am Freitag hat der Stadionsprecher am Wasserwerk auch noch nicht erlebt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Er hatte an diesem Abend so richtig Stress, aber die Arbeit machte ihm total Spaß: "So viel wie am Freitag hatte ich noch nie zu tun", sagt Klaus Hartung und lacht. Der Stadionsprecher der SpVgg SV Weiden kam mit seinen Durchsagen, dem Checken der Torschützen kaum mehr mit. 11:1 siegte der Landesliga-Spitzenreiter gegen den ASV Burglengenfeld, ein außergewöhnlicher Abend.

Etwas nervös wurde Hartung, der seit 15 Jahren als Stadionsprecher am Wasserwerk fungiert und seit fast 40 Jahren Heimspiele der SpVgg besucht, so um die 60. Minute. 8:1 stand es da für die Scheler-Elf. "Das wird sicher zweistellig", kam Hartung in den Sinn. Aber wie stellt man die Anzeigetafel darauf ein? "So etwas hatten wir ja noch nie." Hartung beobachtete das Spiel und studierte nebenbei die Betriebsanleitung. Dagmar und Reiner Nachtigall, die in der Kabine nebenan für ihre Medien arbeiten, passten wie immer mit auf, was auf dem Spielfeld passiert. Das klappte wunderbar. Auch das 10:1 von Michael Busch erschien sofort auf der Anzeigetafel. Das Endergebnis hat Hartung bis zum nächsten Heimspiel auf der Tafel gespeichert. "Das war ja auch ein verrücktes Spiel. Schade, dass es nicht mehr Zuschauer gesehen haben. Die Jungs hätten es verdient, sagt Hartung, dessen Lohn für ein Spiel als Stadionsprecher eine Apfelschorle ist. Etwa 250 Zuschauer waren am Freitag beim Kantersieg am Wasserwerk.

So rund 40 Spiele, auch die der zweiten Mannschaft, begleitet der städtische Beamte als Stadionsprecher pro Saison. "Unsere familiären Termine müssen wir am Spielplan der SpVgg-Mannschaften ausrichten", berichtet der 60-Jährige und schiebt lächelnd nach: "Gott sei Dank trägt das meine Frau mit."

Nach dem 11:1 fachsimpelte Hartung auch noch lange mit Wolf-Rüdiger Franz, dem langjährigen Berichterstatter des "Neuen Tag", über dieses verrückte Ergebnis. Franz besucht immer noch jedes Heimspiel und hat alle Statistiken im Kopf. "Auch er kann sich nicht an ein zweistelliges Ergebnis erinnern", sagte Hartung. Es habe immerhin mal ein 9:1 gegen die Amateure des 1. FC Nürnberg gegeben. Aber so etwas wie am Freitag? Der Stadionsprecher: „Das war historisch.“

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