16.02.2020 - 23:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

In 249 Sekunden von 4:1 auf 4:6

Die Blue Devils liegen gegen Füssen bis zur 50. Minute klar auf Siegkurs, leisten sich dann aber einen kollektiven Blackout. Durch die Niederlage rückt die Play-off-Qualifikation in weite Ferne.

Füssener Jubel in Weiden: Die Blue Devils unterlagen den Allgäuern nach einer 4:1-Führung noch mit 4:6.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

"Wenn wir so spielen wie in den letzten 20 Minuten, können wir die Play-offs gleich herschenken", sagte der Weidener Trainer Ken Latta nach der 4:6 (2:0, 0:1, 2:5)-Heimpleite der Blue Devils gegen den EV Füssen. Bis zur 50. Minute führten die Gastgeber, "doch dann haben ein paar Spieler den Kopf verloren", zürnte Latta. "Der Schlüssel waren undisziplinierte Strafzeiten und die undisziplinierte Verteidigungsarbeit."

Dabei hatte das Match nach der Ehrung von Tomas Rubes zum Spieler des Jahres 2019 (siehe Bildkasten) sehr gut für die Blue Devils begonnen. Im ersten Powerplay markierte Kapitän Ralf Herbst das 1:0 (5. Minute) und in der 14. Minute legte Herbert Geisberger das 2:0 nach. Die Führung war nach dem starken ersten Drittel hochverdient.

Doch Füssen steckte nicht auf und arbeitete sich ins Match hin-ein, während die Weidener ab dem zweiten Abschnitt deutlich nachließen. Als die Allgäuer nach einer Unterzahlsituation gerade wieder komplett waren, erzielte Tobias Meier nach einem Konter den Anschlusstreffer (28.). Und die zunehmend indisponierten Devils - das Schussverhältnis im zweiten Drittel (14:6) sprach klar für Füssen - liefen fortan nur noch hinterher. Kurz vor Drittelende jubelten die Gäste über den Ausgleich, doch beim Treffer waren sechs Mann auf dem Eis. Es gab eine Bankstrafe gegen Füssen und in der folgenden Diskussion eine weitere Hinausstellung.

Damit starteten die Blue Devils in doppelter Überzahl ins Schlussdrittel - und nutzten das aus. Herbert Geisberger (41./5 gegen 3) und Tomas Rubes (42./5 gegen 4) erhöhten auf 4:1. Die Partie schien gelaufen zu sein, doch die Weidener machten die Rechnung ohne die Gäste. "Füssen hat nicht aufgehört, zu arbeiten", sagte Latta, während Gästecoach Andreas Becherer einfach "nur stolz" auf sein Team war. "Das war ein unglaublicher Fight."

Dabei hatte Becherer selbst mit einem überraschenden Schachzug die Wende eingeleitet, als er schon in der 50. Minute seinen Torwart vom Eis nahm und der 45-jährige Eric Nadeau auf 2:4 verkürzte. "Es hätte natürlich das 5:1 fallen können, dann wär's vorbei gewesen. Das war eine Bauchentscheidung", sagte Becherer. "Wir wussten aber, dass Weiden im Kampf um die Play-offs mit dem Rücken zur Wand steht. Da braucht es zwei, drei Momente und die Unsicherheit breitet sich aus."

So kam es dann auch, wobei Martin Heinisch tatkräftig mithalf. Völlig unnötig kassierte der Routinier zwei plus zwei Strafminuten. Das nutzten Samuel Payeur (52.) und Lubos Velebny (53.) zum Ausgleich. Davon erholten sich die Blue Devils nicht mehr. Die Füssener, die im Schlussabschnitt in der Schussstatistik noch deutlicher vorne lagen (18:6), machten durch zwei Tore von Dejan Vogl (54. und 55./Überzahl) ihren verdienten Sieg perfekt.

Die Blue Devils liegen mit 54 Punkten auf Rang neun, vier Zähler hinter den Selber Wölfen, die am Sonntag beim 3:4 nach Verlängerung in Rosenheim einen Punkt ergatterten. Am kommenden Wochenende warten die "Top 2" auf die Weidener: Am Freitag (20 Uhr) gastiert Spitzenreiter ECDC Memmingen in der Hans-Schröpf-Arena, am Sonntag (18 Uhr) steigt beim Tabellenzweiten EV Regensburg das nächste Oberpfalzderby.

Blue Devils Weiden - EV Füssen 4:6 (2:0, 0:1, 2:5)

Blue Devils Weiden: Neffin – Hadamczik, Schusser, Herbst, Noe, Schreyer, Bäumler – Knotek, Rubes, Heinisch, Geisberger, Pronath, Klein, Wolf, Kirchberger, Habermann, Maschke, Arlt

EV Füssen: Hötzinger – Dropmann, Baader, Krötz, Stocker, Schulz, Velebny, Wiedemann – Vogl, Deubler, Meier, Payeur, Nadeau, Naumann, Rott, Zelenka, Besl, Kircher

Tore: 1:0 (5.) Herbst (Rubes, Noe), 2:0 (14.) Geisberger (Klein, Pronath), 2:1 (28.) Meier (Zelenka), 3:1 (41.) Geisberger (Rubes, Knotek), 4:1 (42.) Rubes (Heinisch, Knotek), 4:2 (50.) Nadeau (Payeur, Velebny), 4:3 (52.) Payeur (Nadeau, Velebny), 4:4 (53.) Dropmann (Nadeau, Vogl), 4:5 (54.) Vogl (Velebny, Meier), 4:6 (55.) Vogl (Payeur, Velebny) – Schiedsrichter: Erdle – Zuschauer: 839 – Strafminuten: Weiden 18, Füssen 12

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