29.11.2019 - 22:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

3:3 gegen Neumarkt: Ein Punkt wie ein Sieg für die SpVgg SV Weiden

Die Köpfe beim ein oder anderen gingen schon nach unten. Einer glaubte aber immer noch am Freitagabend daran, obwohl nur noch Sekunden zu spielen waren.

Michael Busch von der SpVgg SV Weiden (Mitte) versucht sich in dieser Szene durchzusetzen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Oh du Fröhliche! Mit einem Tor in letzter Sekunde bescherte Dominik Mandula knapp vier Wochen vor Heiligabend im Spitzenspiel der Landesliga Mitte den Weidenern doch noch einen Punkt. 3:3 hieß es zwischen der SpVgg SV und Spitzenreiter ASV Neumarkt am Freitagabend nach gut 93 intensiven Minuten, die SpVgg-SV-Trainer Andreas Scheler auch als Fußballfan genoss; "Das war ein packendes Spitzenspiel der beiden absolut besten Teams der Liga." Kurz vor Schluss sah alles danach aus, als ob die Gäste ihren Vorsprung auf vier Zähler ausbauen könnten. Doch einer wusste, die Neumarkter sollten sich nach ihrer 3:2-Führung nicht allzu sicher fühlen: "Ich habe noch an den Ausgleich geglaubt", meinte Scheler. "Wir wollten das einfach." Auch Sportlicher Leiter Hannes Beer war, obwohl es nur ein Punkt war, überglücklich: "Wenn man in der letzten Minute den Ausgleich macht, ist man schon moralischer Sieger."

Die Weidener wären natürlich nur allzu gerne richtiger Sieger an diesem Abend gewesen, doch die Neumarkter zeigten immer wieder ihre spielerische Klasse. Wenn die Weidener in Führung gingen, schlugen sie sofort wieder zurück. Benny Werner machte das 1:0 (4.), nur vier Minuten später glich Selim Mjaki mit einem tollen Schuss aus 20 Metern in den Winkel aus. Die Weidener schüttelten sich. Michael Busch gelang mit einem Schlenzer in die linke untere Ecke das 2:1 (20.) für die Gastgeber, Neumarkt hatte wieder eine Antwort parat - das 2:2 (23.) durch Raphael Heimisch. "Es ist nicht einfach, solche Nackenschläge wegzustecken", sagte Benny Werner, mit 33 Jahren neben Torwart Matthias Götz der "Oldie" im Team. "Und bei den Gegentreffern hat uns auch ein bisschen die Kompaktheit in der Defensive gefehlt." Er ärgerte sich aber nicht groß darüber: "Ich finde, die Jungen haben es klasse gemacht. Da sind richtige Typen dabei." Vor allem Moritz Zeitler schob auf der linken Seite immer wieder an. Die Weidener gaben keinen Zweikampf verloren. Grätschen gehörte am Freitagabend zum Hauptgeschäft.

Kurz nach der Pause hätten die Gastgeber vor den knapp 700 Zuschauern am Wasserwerk erneut in Führung gehen können: Josef Rodler per Kopf und aus der Drehung sowie Stefan Graf mit einem Schuss aus 18 Metern hatten gute Möglichkeiten. Doch auch diesen Neumarktern konnte man an diesem Abend nicht trauen. Sie ließen einfach nicht locker. Ihre 3:2-Führung entsprang aber eher dem Zufall: Die Gastgeber hatten am linken Strafraumeck zwei, drei Mal die Möglichkeit, um die Situation zu klären. Doch der schlaue Daniel Pandel griff sich die Kugel, Leon Gümpelein brauchte aus vier Metern nur noch zum 3:2 (74.) einzuschieben. Die Wasserwerk-Elf war nur kurz geschockt. Zehn Minuten vor Schluss brachte Scheler mit Ludvik Tuma und Dominik Mandula nochmals Power von der Bank. Das tschechische Duo spielte in der letzten Minute dann quasi Doppelpass: Tuma köpfte den Ball an die Latte, irgendwie lag das Leder dann vor Mandulas Füßen. Dieses Geschenk musste er annehmen - das 3:3. "Ja, ich hatte dran geglaubt", grinste SpVgg-SV-Trainer Scheler und sah sich um. Die Neumarkter, weiter mit einem Punkt vorne, schlichen geknickt vom Platz. Schelers Jungs strahlten. Manchmal ist ein Tabellenzweiter gefühlter Erster.

Statistik:

SpVgg SV Weiden - ASV Neumarkt 3:3 (2:2)

SpVgg SV Weiden: Götz, Hradecky, Rupprecht, Helleder, Zeitler, Graf (85. Tuma), Lang (83. Mandula), Busch, Heinl, Rodler, Werner

ASV Neumarkt: Herzig, Majewski (69. Müller), Schoen, Braun, Roth, Haubner, Gümpelein (91. Bittner), Mjaki (60. Pandel), Heimisch, Marx, Moratz

Tore: 1:0 (4.) Benny Werner, 1:1 (8.) Selim Mjaki, 2:1 (20.) Michael Busch, 2:2 (23.) Raphael Heimisch, 2:3 (74.) Leon Gümpelein, 3:3 (90.+4) Dominik Mandula - SR: Thomas Ehrnsperger (Ensdorf) - Zuschauer: 671

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