31.05.2020 - 15:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

BFV-Vorschlag: Spieler können wie im Winter wechseln

Darauf haben die Fußballvereine gewartet: Der Bayerische Fußballverband hat bekanntgegeben, wie er sich die Wechselmodalitäten während des coronabedingten Stilstands des Spielbetriebs vorstellt.

Die bayerischen Amateurfußballer hoffen, dass der Ball ab 1. September wieder rollt. Für diejenigen, die den Verein wechseln wollen, hat der Verband nun die Richtlinien bekanntgegeben.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) infolge der pandemiebedingten Unterbrechung der laufenden Saison 2019/20 eingesetzte Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) „Vereinswechsel“ hat fünf Tage nach den Grundsatzbeschlüssen des Außerordentlichen DFB-Bundestages konkrete Vorschläge zu Vereinswechseln im bayerischen Amateurbereich der Männer und Frauen präsentiert. Diese sollen den Vereinen im Freistaat ein Höchstmaß an Schutz bieten, teilt der Verband auf seiner Homepage mit.

Demnach soll es vor einer Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Saison ein Wechselfenster innerhalb des etablierten Zeitraums vom 30. Juni bis zum 31. August 2020 geben – und zwar zu den Modalitäten des Winterwechsel-Fensters. Das bedeutet, dass der abgebende Verein dem wechselwilligen Spieler grundsätzlich die Freigabe erteilen muss. Wenn er diese verweigert, tritt eine sechsmonatige Sperre in Kraft.

Bestehen bleibt die Regelung, dass sich ein Spielern bis spätestens zum 30. Juni 2020 bei seinem Verein abmelden muss. Wie gehabt muss der Verein dem Spieler binnen 14 Tagen nach der Austrittserklärung die Zustimmung erteilen oder eben versagen. Sämtliche seit 15. Mai 2020 beim BFV eingegangenen Passanträge für Frauen und Männer sollen nach dieser vorgeschlagenen Regelung bearbeitet werden. Aktuell hat der BFV die Wechselmöglichkeit aufgrund der Covid-19-Pandemie bis zu einer weiteren Entscheidung ausgesetzt.

Unverändert, so der BFV, müsse dagegen die Regelung bei Vertragsspielern bleiben. Sie dürfen aus arbeitsrechtlichen Gründen weiterhin ohne Zustimmung wechseln – aber auch nur dann, wenn sie auch beim neuen Verein als Vertragsspieler geführt würden. Ein Statuswechsel allerdings vom Amateur zum Vertragsspieler bedarf ebenfalls wiederum der Zustimmung des abgebenden Klubs.

Der jetzt erarbeitete Vorschlag bietet laut BFV einen weiteren Vorteil für die Vereine: Bis dato war es im Sommer stets so, dass Vertragsspieler auch bei schon begonnenen Spielzeiten und bereits absolvierten Partien noch bis zum 31. August hatten wechseln können. Diese kurzfristigen Abgänge im laufenden Betrieb sind jetzt ausgeschlossen, weil die Saison in Bayern mit einer Ankündigungsfrist von vier Wochen frühestens zum 1. September 2020 fortgesetzt werden soll – vorausgesetzt, die staatlichen Regelungen lassen dies dann bereits zu.

Vereinswechsel: Fragen und Antworten auf der BFV-Seite

„Ohne dem Vorstand als beschließendes Gremium vorgreifen zu wollen, ist dieser erarbeitete und von allen mitgetragene Weg letztlich nichts anderes als die nochmalige Öffnung des bekannten Winterwechsel-Fensters mit dem maximal möglichen Schutz für unsere Vereine“, resümiert BFV-Präsident Rainer Koch, der die LAG geleitet hat: „Nahezu alle Klubs haben in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel bestreiten können, von daher verändert sich im Vergleich zum Spielerwechsel im Winter nichts. Wir erleben mit der Unterbrechung gerade quasi eine verlängerte Winterpause. Wir alle sind daher der festen Überzeugung, dass diese Lösung auch den bestmöglichen Interessenausgleich schafft. Die berechtigte Angst der Vereine, sie wären Spielerabgängen schutz- und hilflos ausgesetzt, ist damit genommen. "

In der LAG „Vereinswechsel“ waren neben den Ehrenamtlichen und Mitarbeitern aus dem Hauptamt des BFV auch insgesamt zwölf Vereinsverantwortliche aus ganz Bayern am Lösungsprozess aktiv beteiligt. Die Klubvertreter, die sich für die Mitarbeit gemeldet hatten, deckten sämtliche Spielklassen von der 3. Liga bis in die B-Klasse ab.

Wechsel: BFV-Vorstand entscheidet:

Webinare am Dienstag, 2. Juni

Die vorliegende Lösung wird bereits am Dienstag, 2. Juni, allen interessierten bayerischen Vereinsvertretern in Info-Webinaren vorgestellt, der BFV-Vorstand berät dann am nächsten Donnerstag über den Vorschlag und wird eine Entscheidung treffen. Diese Entscheidung gilt zunächst für den Bereich der Frauen und Männer, etwaige Anpassungen für den Nachwuchsbereich können erst dann getroffen werden, wenn die LAG „Spielbetrieb Liga und Pokal Junioren/Juniorinnen“ zu einem Ergebnis hinsichtlich des Umgangs mit der aktuell unterbrochenen Spielzeit gelangt ist. Dies soll zeitnah der Fall sein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.