16.02.2019 - 00:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Blue Devils schießen Wölfe ab

Was für ein Derby in der Hans-Schröpf-Arena: Die Blue Devils feiern einen in dieser Höhe nicht für möglich gehaltenen Sieg gegen den Lokalrivalen Selb. Vor allem im zweiten Drittel drehen die Weidener auf.

Matt Abercrombie vor dem Kasten von Wölfe-Goalie Manuel Kümpel: Der Kanadier steuerte am Freitagabend zwei Treffer zum 9:3-Derbysieg der Blue Devils gegen die Selber Wölfe bei.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Sechstes Derby in dieser Saison, vierter Sieg für die Blue Devils: Die Weidener fertigten am Freitagabend die in der Defensive desolat auftretenden Selber Wölfe mit 9:3 (2:0, 6:1, 1:2) ab. "Heute haben wir endlich einmal unsere Chancen gut genutzt. In den ersten 40 Minuten war fast jeder Schuss ein Treffer. Zudem haben wir heute weniger Fehler gemacht", freute sich Devils-Trainer Ken Latta nach dem klaren Sieg, der wie er sagte, "vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist".

40 Gegentore in 5 Spielen

Sein Selber Kollege Henry Thom war richtig bedient und das nicht zum ersten Mal in den vergangenen zwei Wochen: 11 Gegentore in Regensburg, 9 in Landshut, 5 gegen Höch-stadt, 6 in Peiting und jetzt 9 in Weiden - macht 40 Einschläge im Selber Kasten in den letzten fünf Partien. "Der Weidener Sieg geht natürlich in Ordnung", sagte Thom. Was solle man da als Trainer machen, wenn man fünf, sechs Tore wie im Kleinkinder-Eishockey kassiert. "Dann ist natürlich jede Taktik dahin." Er müsse jetzt erstmal ein paar Stunden drüber schlafen und sich dann überlegen, was er "der Mannschaft morgen erzählt".

Doppelschlag zum 2:0

Zu Beginn sah es nicht nach so einer klaren Angelegenheit aus. Selb erwischte den besseren Start und hatte durch Charles Graaskamp nach 40 Sekunden und Erik Gollenbeck (3. Minute) die ersten guten Möglichkeiten. Die Blue Devils brauchten ein paar Minuten, um richtig ins Spiel zu kommen. Die erste gefährliche Offensivaktion war ein Distanzschuss von Barry Noe (8.). In der 12. Minute stellten die Weidener mit einem Doppelschlag innerhalb von 24 Sekunden die Weichen auf Sieg. Nach einem Foul von Wölfe-Keeper Niklas Deske gegen Philipp Siller war eine Strafe angezeigt. Martin Heinisch reagierte am schnellsten und bugsierte die Scheibe über die Linie. Beim 2:0 reklamierten die Gäste Schlittschuhtor von Michael Kirchberger, doch der Treffer war regulär, weil Kirchberger den Puck an den Schlittschuh bekam, aber keine Kickbewegung machte.

Nach Wiederbeginn zeigten die Wölfe in der Abwehr Auflösungserscheinungen. Matt Abercrombie (22.) mit einem schönen Rückhand-Schlenzer, Tomas Rubes (27.) mit einem Break in Unterzahl und Marcel Waldowsky (32.) schraubten das Resultat auf 5:0. Goalie Deske hatte genug und wurde von Manuel Kümpel abgelöst. Der stand noch keine zwei Minuten zwischen den Pfosten, da erhöhte Marco Pronath nach einem Klasse-Solo auf 6:0 (34.). 51 Sekunden später überlistete Philipp Siller den Keeper per "Bauerntrick" zum 7:0 (35.). Das Gegentor durch Dennis Schiener (36.) war nur Ergebniskosmetik. Mit einem sicher verwandelten Penalty stellte Matt Abercrombie den alten Abstand wieder her (38.)

Im Schlussdrittel plätscherte das längst entschiedene Derby so dahin. Weiden verwaltete clever den Vorsprung und erhöhte durch Marcel Waldowsky (49./Überzahl) noch auf 9:1. Die Selber Gegentreffer durch Carl Zimmermann (50.) und Landon Gare (57.) waren nur Schönheitsfehler und gingen im Jubel der Weidener Anhänger unter.

Am Sonntag in Landshut

Durch den Sieg verkürzten die Blue Devils (7./56 Punkte) den Rückstand auf die Selber Wölfe (6./63) auf sieben Zähler. Der Vorsprung auf die Verfolger EV Lindau (8./44) und Höchstadter EC (9./40), die beide verloren, ist angewachsen. Am Sonntag um 18 Uhr treten die Blue Devils beim Tabellendritten EV Landshut (88) an, der am Freitag bei Schlusslicht ERC Sonthofen mühsam mit 3:2 gewann. "Das wird ein hartes Spiel. Vor allem defensiv müssen wir eine brutal starke Leistung bringen, wenn wir etwas mitnehmen wollen", wagte Ken Latta einen Ausblick.

Blue Devils Weiden - Selber Wölfe 9:3 (2:0, 6:1, 1:2)

Blue Devils Weiden: Wiedemann – Herbst, Noe, Bäumler, Schusser, Schreyer, Voigt – Geisberger, Abercrombie, Habermann, Siller, Rubes, Heinisch, Waldowsky, Kirchberger, Pronath, Wolf

Selber Wölfe: Deske (ab 32. Kümpel) – Silbermann, Ondruschka, Kölb, Böhringer, Fink, Kremer – Schiener, Gare, Moosberger, Zimmermann, Hördler, Graaskamp, Gollenbeck, Geigenmüller, McDonald, Lüsch

Tore: 1:0 (12.) Heinisch (Rubes, Siller), 2:0 (12.) Kirchberger (Waldowsky, Pronath), 3:0 (22.) Abercrombie (Habermann, Noe), 4:0 (27.) Rubes, 5:0 (32.) Waldowsky (Schreyer, Kirchberger), 6:0 (34.) Pronath (Voigt, Kirchberger), 7:0 (35.) Siller (Schusser), 7:1 (36.) Schiener (Lüsch, Hördler), 8:1 (38.) Abercrombie (Penalty), 9:1 (49.) Waldowsky (Schusser, Pronath), 9:2 (50.) Zimmermann (Schiener), 9:3 (57.) Gare (McDonald) – Schiedsrichter: Müns – Zuschauer: 1920 – Strafminuten: Weiden 6, Selb 6

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.