Weiden in der Oberpfalz
10.12.2024 - 19:15 Uhr
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Blue Devils Weiden führen "intensive Gespräche mit potenziellen Gesellschaftern und Sponsoren"

Am Dienstag gab es das in Fankreisen ersehnte Update zur Rettungsmission für den Eishockey-Standort Weiden. Wie groß ist die finanzielle Lücke noch beim 1. EV? Konnten die Gehälter der Blue Devils bezahlt werden? Es blieben Fragen offen.

Drei Fahnen, drei Hoffnungen: Die Blue Devils Weiden sowie die Youngs Blue Devils aus dem 1. EV Weiden hoffen, dass der finanzielle Kollaps nach dem Aus des Hauptsponsors Ziegler-Holding GmbH doch noch abgewendet werden kann. Bild: Werner Moller
Drei Fahnen, drei Hoffnungen: Die Blue Devils Weiden sowie die Youngs Blue Devils aus dem 1. EV Weiden hoffen, dass der finanzielle Kollaps nach dem Aus des Hauptsponsors Ziegler-Holding GmbH doch noch abgewendet werden kann.

So toll dieses Eishockey-Spiel in der DEL2 zwischen den Blue Devils Weiden und den Kassel Huskies am Sonntagabend auch war, so sehr sich die Gastgeber vor erneut fast ausverkaufter Hans-Schröpf-Arena auch mühten, so beeindruckend die Klasse der Gäste bei deren 6:2-Erfolg auch war – auf den Rängen unter den knapp 2500 Zuschauern gab es (fast) nur ein Thema: Wie geht es mit den Blue Devils weiter? Kann die Saison regulär zu Ende gespielt werden? Geht es auch in der nächsten Spielzeit zweitklassig weiter, sofern dem Aufsteiger tatsächlich der Klassenerhalt glückt? Und wer sind überhaupt die neuen Gesellschafter oder Investoren, die schon beim fulminanten Heimsieg gegen den EV Landshut (2:1) in der Vorwoche im Eisstadion waren?

Die ungewisse Zukunft und die großen finanziellen Sorgen, die den Eishockey-Standort Weiden nach dem Insolvenzantrag des Hauptsponsors Ziegler-Holding GmbH nach wie vor fest im Griff haben, diese Themen überlagern weiterhin die sportlichen Geschehnisse, mögen diese auch noch so positiv sein (das Kassel-Spiel einmal ausgenommen). Nach einigen Tagen Ruhe meldeten sich am Dienstagmittag der 1. EV Weiden als Stammverein sowie die Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, in der der Spielbetrieb der Profis ausgegliedert ist, in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort, die hoffnungsvoll überschrieben war: "Große Fortschritte, aber noch keine Rettung".

Grob zusammengefasst, lässt sich der Inhalt dieses Schreibens so verknappen, dass das finanzielle Ziegler-Loch von 1,3 Millionen Euro (1,1 Millionen Euro bei der GmbH, 200.000 Euro beim EV) schon etwas aufgefüllt wurde, aber noch keineswegs vollständig geschlossen werden konnte. "Um den Nachwuchsbereich, das Vereinsleben und die sportliche Entwicklung langfristig zu stärken, ist weiterhin tatkräftige Hilfe nötig – sei es durch zusätzliche Spenden, den Gewinn neuer Mitglieder, Sponsoren oder weitere langfristige Förderungen", hieß es etwa in Bezug auf die Rettung des EV.

"Lösungen" bei Profi-Gehältern

Die Crowdfunding-Aktion von Pressesprecher Christian Kaminsky brachte bis zum Dienstagabend bereits 45.000 Euro ein, die komplett in den EV fließen sollen. "Dennoch reicht das bislang Erreichte noch nicht aus, um den 1. EV Weiden auf Dauer zukunftssicher aufzustellen." Wie groß die Lücke zu den benötigten 200.000 Euro aber aktuell noch ist, dazu gab es auch auf Nachfrage keine konkrete Aussage.

Bei den Profis der Blue Devils war am Dienstag, 10. Dezember, der erste heikle Stichtag, wie Geschäftsführer Franz Vodermeier jüngst im Podcast "Powerplay" skizziert hatte. "Am 10. Dezember müssen wir die Gehaltszahlungen für den November überweisen. Können wir das nicht, bin ich am 11. Dezember beim Insolvenzgericht." Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien hieß es nun am Dienstagabend dazu: "Wir sind unseren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachgekommen beziehungsweise wurden Lösungen gefunden", führte Pressesprecher Christian Kaminsky über den Inhalt der Pressemitteilung hinaus aus.

Damit es aber nicht jedes Mal auf Neue zu einer monatlichen Zitterpartie kommt, ob die Spieler und der Trainerstab ihr Gehalt erhalten oder nicht, würden derzeit "intensive Gespräche mit potenziellen Gesellschaftern und Sponsoren" laufen, um eine "langfristige und nachhaltige Lösung für den Verbleib in der DEL2" gewährleisten zu können. "Die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium und verlaufen äußerst konstruktiv." Ob es sich dabei um Gespräche mit einer einzelnen Person oder einer Gruppe handelt, ließ die GmbH unbeantwortet.

Taskforce arbeitet rund um die Uhr

Der 1. EV Weiden und die Blue Devils gaben sich zuversichtlich, dass es zu einer kompletten und auch nachhaltig ausgerichteten Rettung des Eishockey-Standortes kommen kann, dazu werde allerdings "weiterhin Einsatz benötigt". Sprich: Es soll nicht nur der Spielbetrieb bei den Profis und im Nachwuchs in der laufenden Saison 2024/25 sichergestellt werden, sondern auf gleichem Niveau auch darüber hinaus.

Die 13-köpfige Taskforce, die nach dem Ziegler-Aus installiert worden ist, arbeite "rund um die Uhr", wie Kaminsky gegenüber Oberpfalz-Medien stolz erläuterte. "Es werden Gespräche mit bestehenden und potenziellen Sponsoren geführt. Bei manchen Sponsoren ist es ja schon bekannt, dass sie ihr Engagement ausbauen. Beim Sponsoring liegt der Fokus auf einer langfristigen Perspektive." Auch nach dem öffentlichen Update vom Dienstag bleiben also einige wichtige Details offen, doch die Hoffnung auf die Rettung des Eishockey-Standorts Weiden lebt – vielleicht sogar wieder etwas mehr als noch vor 14 Tagen.

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