Vom Chancentod zum Doppel-Packer: Der 16-jährige Pühler lässt die SpVgg SV Weiden jubeln

Weiden in der Oberpfalz
02.09.2022 - 22:34 Uhr

Eigentlich ist er noch Jugendspieler, doch Stefan Pühler kann auch bei den Großen schon bestens mithalten. Das bewies der Bursche am Freitagabend bei der Partie der SpVgg Weiden gegen Spitzenreiter Eintracht Bamberg eindrucksvoll.

Lange Zeit taten sich die Weidener und Kevin Grünauer (blauses Trikot) schwer gegen die Bamberger, doch am Ende jubelten sie über ein 2:2

Und sie stimmt doch, die Geschichte mit dem vererbten Stürmer-Gen. Hubert Pühler war vor Jahren ein gefürchteter Angreifer in der Region, beim SC Luhe-Wildenau und auch bei der SpVgg Weiden. Am Freitagabend zeigte sein jüngster Spross, Stefan Pühler, was er vom Papa mitgekriegt hat. Mit zwei Toren (64./86.) rettete der 16-Jährige der SpVgg SV Weiden einen Punkt im Abendspiel gegen den FC Eintracht Bamberg. Am Ende hieß es gegen den Bayernliga-Spitzenreiter 2:2, ein Ergebnis, mit dem nach 60 Minuten wirklich keiner mehr am Wasserwerk gerechnet hatte. "Ich kann es nicht beschreiben, ich kann das noch gar nicht realisieren", freute sich der junge Bursche nach seinem Doppelpack. Bescheiden und bodenständig sei er, sagt sein Trainer Rüdiger Fuhrmann und so bedankte sich der Torjäger auch artig: "Ich bin auch wirklich toll angespielt worden." Vor allem vor dem zweiten Tor schlug Fatih Boynuegrioglu, der in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot sah, einen tollen Pass auf den Youngster.

Zunächst kein Zugriff

"Die haben geglaubt, die haben uns schon im Sack", nannte SpVgg-SV-Coach Fuhrmann einen Grund für die Wende. Die Oberfranken waren nach fünf Minuten durch einen Schuss von Björn Schönwiesner aus 18 Metern in Führung gegangen. An einem guten Tag hält Keeper Lukas Kycek den Ball. Die Bamberger agierten weiter souverän, die Gastgeber wirkten fahrig, hatten überhaupt keinen Zugriff. "Eigentlich konnten wir froh sein, dass wir zur Pause nur 0:1 hintenlagen", bilanzierte Weidens Kapitän Sven Kopp das Geschehen. Dann war Trainerfuchs Fuhrmann an der Reihe: "Ich habe dann in der Pause dreifach gewechselt." Der Coach wollte die Mannschaft wachrütteln, auch Pühler kam aufs Feld. "Und dann kriegen wir gleich das 0:2", seufzte der Trainer. Der Effekt schien nach wenigen Sekunden verpufft. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Bamberger aber immer selbstgefälliger und die Weidener immer aggressiver. "Ich glaube nicht, dass sie gerechnet haben, dass wir so zurückkommen", meinte Fuhrmann. Und auch Kapitän Kopp war stolz: "Anderen Mannschaften bricht so ein Rückstand das Genick." Freilich brauchte es auch ein bisschen Glück. Die zweiten Bälle sprangen jetzt mal auf die Weidener Seite, so wie vor dem 1:2, als Pühler genau das Schlupfloch zwischen Gäste-Torwart und dem rechten Pfosten fand. Bamberg hatte zwar noch kleinere Möglichkeiten, die Weidener wollten es aber wirklich. Als Pühler kurz vor Schluss zum zweiten Mal cool vorm Tor blieb und ausglich, waren die ersten 60 Minuten längst vergessen.

Als der Trainer erklären sollte, wie man mit 16 Jahren so locker vor dem Tor sein kann, lächelte er verschmitzt: "Als er bei mir in der U 19 spielte, haben sie ihn Chancentod genannt." Der junge Stefan ließ schon mal die ein oder andere Möglichkeit fahrlässig aus. "Jetzt hat er aber auch ein ganz anderes Trainingsniveau", nannte Fuhrmann einen Grund für die Treffsicherheit.

Papa und Mama auf der Tribüne

Der junge Torjäger will weiter hart an sich arbeiten. "Da passt noch einiges nicht bei mir. Beispielsweise der erste Ballkontakt." Wenn es aber weiterhin so gut klappt mit dem Knipsen, wird das in Weiden keinen stören. Auch Papa Hubert nicht, der mit Mama Sandra unter den gut 1300 Besuchern auf der Tribüne saß. Und vielleicht wird sich der Vater auch mal gedacht haben: Das mit dem Stürmer-Gen stimmt dann doch.

Statistik

SpVgg SV Weiden – E. Bamberg 2:2 (0:1)

SpVgg SV Weiden: Kycek, Gerber (46. Heinl), Kopp, Behnke, Lang, Zeitler, Moravcik (46. Pühler), Meißner (46. Boynuegrioglu), Grünauer (77. Graf), Bezdicka, Ruda (85. J. Rodler)

Eintracht Bamberg: Dellermann, Popp (51. Hartwig), Kettler, Kaube, Kollmer, Hack (75. Leistner), Schmitt (65. Strasser), Reischmann, Lang (66. Linz), Schönwiesner, Ljevsic

Tore: 0:1 (5.) Björn Schönwiesner, 0:2 (47.) Björn Schönwiesner, 1:2 (64.) Stefan Pühler, 2:2 (86.) Stefan Pühler – SR: Stefan Dorfner – Zuschauer: 1273 – Gelb-Rot: (90.+3) Fatih Boynuegrioglu (Weiden)

 
 

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