24.04.2019 - 21:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Club-Profi Dennis Lippert: "Ich gebe nicht auf"

Im Februar 2017 wird der Traum wahr, im März 2017 platzt er jäh - vorerst. Dennis Lippert vom 1. FC Nürnberg schwebt sechs Wochen auf Fußballwolke sieben. Dort will er wieder hin. Trotz aller Widrigkeiten.

Dennis Lippert.
von Josef Maier Kontakt Profil

Kleinigkeiten sind in dieser Zeit ganz große Dinge: "Ich sehe jetzt wieder öfter den Ball." Das was für die meisten Fußballprofis normal ist, ist für Dennis Lippert etwas ganz besonderes. Er hat in diesen Tagen das nächste Etappenziel erreicht.

Schon gut zwei Jahre ist es her, dass bei dem Weidener in Diensten des 1. FC Nürnberg Ende März 2017 die Kreuzbänder im linken Knie gerissen sind. Alles war kaputt. Das Knie, die Psyche anfangs auch. Der 23-Jährige, der gerade im damaligen Zweitliga-Team des Clubs zunächst unter Trainer Alois Schwartz und dann auch unter Michael Köllner Fuß gefasst hatte, war plötzlich wieder draußen.

Nach dem Frust war aber bald die Hoffnung da, dass alles wieder wird. Doch es zieht sich. Jetzt steht der Defensivmann wieder auf dem Platz. "Ich trainiere jetzt mit der zweiten Mannschaft. Bei manchen Teilen des Mannschaftstrainings bin ich dabei. Zweikämpfe gehen noch nicht", berichtet er aus dem Trainingsalltag. Froh ist er, dass die Zeit der Reha, meist im Kraftraum, vorbei ist. "Ich habe jetzt wieder einen geregelten Ablauf." Und er ist wieder näher dran. Die Kollegen aus dem Profikader hat er wieder im Blick, wenn sie nebenan trainieren. Lippert selbst macht alles hochkonzentriert, der Oberpfälzer weiß, dass er immer noch nichts überstürzen darf: "Die Muskulatur zwickt manchmal, aber ansonsten ist es gut."

Trotz des monatelangen Frusts, Lippert wirkt nicht geknickt. "Ich bin immer noch da, andere hätten vielleicht schon aufgehört", sagt er mit fester Stimme. Einige meinten, er solle doch einen Antrag auf Sportinvalidität stellen. Das war für ihn überhaupt keine Option: "Ich gebe nicht auf.". Er gibt aber auch zu, dass er manchmal auch gegrübelt habe, wie es weitergeht: "Diese Gedanken kommen, da kann man nichts dagegen machen." Geholfen hätten ihm seine Eltern und auch Gespräche mit seinem Kollegen Patrick Erras, der ebenfalls nach einem Kreuzbandriss lange ausgefallen war.

Lipperts Vertrag beim 1. FC Nürnberg, für den er am 4. März 2017 in Heidenheim sein erstes Zweitliga-Spiel absolvierte, läuft aus. Insgesamt hat der Außenverteidiger bisher sechs Zweitligapartien für den FCN bestritten. Andeutungen, ob der Club weiter mit ihm plane, habe es noch nicht gegeben. Er und sein Berater wollen alsbald das Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen suchen. Der neue Sportvorstand Robert Palikuca, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, wird sicherlich die Personalie Lippert auch auf den Tisch bekommen. Dass er in der U21 in dieser Saison noch ein Spiel bestreitet, ist für Lippert kein Thema. "Aber ich habe schon noch ein großes Ziel: Ich will noch ein komplettes Mannschaftstraining mitmachen." Das, was für die meisten Profis selbstverständlich ist, wäre für Dennis Lippert etwas ganz besonderes.

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