16.03.2020 - 21:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Coronakrise: Reset-Knopf für die schönste Nebensache

Egal ob Fußball, Wintersport, Formel 1, Handball oder Eishockey: Das sportliche Leben steht derzeit völlig zurecht still. Den Wiederbeginn sollte eine überhitzte und überdrehte Branche zum Neustart nutzen, kommentiert Fabian Leeb.

Derzeit steht die Sportwelt still.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
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Der Griff nach der Fernbedienung am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr folgte dem jahrzehntelang antrainierten Ritus. Doch diesmal blieb der Bildschirm nicht nur beim Schreiber dieser Zeilen schwarz: keine Konferenz, keine Fußball-Bundesliga. Der Klassiker aus der australischen A-League zwischen Melbourne City und Western Sydney Wanderers auf DAZN war dann doch keine zufriedenstellende Alternative (Endstand übrigens 1:1).

Und das wird noch mehrere Wochen oder Monate so bleiben, wer weiß in diesen turbulenten Zeiten schon genau vorherzusagen, was morgen sein wird. Der Fußball als schönste Nebensache der Welt und der Sport an sich fehlen, keine Frage. Doch der sportliche Shutdown, das Steckerziehen und Runterfahren auf Null, ist als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus alternativlos. Der Sport ist aktuell nicht mal mehr Nebensache, er ist vollkommen unwichtig.

Vielleicht hat dieser komplette Stillstand aber irgendwann im Rückblick auch die Wirkung eines reinigenden Gewitters für eine seit Jahren völlig überhitzte und überdrehte Sportwelt. Millionenschwere, egozentrische Selbstdarsteller in Trikots sowie profitgierige Verbände, die seit Jahren nur noch nach dem Motto "Mehr, mehr und immer mehr" handeln, haben längst den Bezug zur Realität verloren. Dass das IOC noch immer an der Austragung der Olympischen Spiele in Tokio festhält, oder Fifa und Uefa um Termine für die EM 2020 und die Klub-WM 2021 feilschen, damit nur ja kein Euro verlorengeht, sind der beste Beweis für eine abgehobene Denke.

Wenn hochbegnadete Techniker bei scheinbar defekten Elektro-Geräten kurz den Stecker ziehen, funktionieren diese plötzlich wieder reibungslos - meistens zumindest. Selbiges ist dem Sport von der derzeitigen Corona-Zwangspause zu wünschen. Der Wiederbeginn nach der Krise - wann auch immer der sein mag - sollte geerdeter, solidarischer und ruhiger verlaufen. Eine kleine Hoffnung in bedrückenden Zeiten.

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