Mit dem ersten Oberpfalz-Derby der DEL2-Saison steht den Blue Devils Weiden am Freitagabend (20 Uhr) in der Hans-Schröpf-Arena die bislang wohl größte Herausforderung der noch jungen Spielzeit bevor. Zu Gast sind die Eisbären Regensburg, die mit drei Siegen und einer Niederlage nach Penaltyschießen einen nahezu perfekten Saisonstart hingelegt haben und nach regulärer Spielzeit noch ungeschlagen sind.
Während die Blue Devils im Sommer einen nahezu kompletten Neuaufbau bewältigen mussten, investierten die Regensburger gezielt in zusätzliche Qualität. Mit Weiden-Schreck Norman Hauner, DEL-Verteidiger Cody Haiskanen, Top-Torhüter Oskar Autio und Taylor Vause holten die Eisbären hochkarätige Verstärkungen zu einem ohnehin bereits starken Kader. Besonders im Fokus steht dabei Tyler Ward, aus dem im Sommer aus einem blauen Teufel ein Eisbär wurde.
Der ehemalige Weidener Top-Scorer kehrt erstmals für ein DEL2-Punktspiel als Spieler der Eisbären in die Hans-Schröpf-Arena zurück. „Es wird auf jeden Fall ein anderes Gefühl sein“, sagt der 27-Jährige im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Ich freue mich darauf, wieder in Weiden zu sein und auf die Atmosphäre.“ Dass ihn ausgerechnet ein Derby zurück in die Oberpfalz führt, macht die Sache noch reizvoller. „Derbyspiele machen immer Spaß. Es wird eine aufregende Atmosphäre. Wir wollen die Punkte, und wir wissen, dass Weiden sie genauso will.“
Herausragende Kontis
Dabei ist noch offen, ob Ward überhaupt zum Einsatz kommt. In den ersten vier Saisonspielen stand der Angreifer lediglich einmal im Aufgebot, weil Regensburgs Trainer Peter Flache meist auf die Kontingentspieler Autio, Haiskanen, Jeremy Bracco und Corey Trivino setzte. Für das Derby könnte sich die Situation allerdings ändern. Die Fragen sind dann nur, wer für Ward weichen muss und ob Flache bereit ist, aus emotionalen Gründen sein funktionierendes Konstrukt zu verändern.
Bei den Blue Devils wiederum war die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg gegen die Eispiraten Crimmitschau deutlich spürbar. Trainer Mikhail Nemirovsky sieht ohnehin mehr Positives als die nackten Ergebnisse vermuten lassen. „Wir haben in der regulären Spielzeit erst einmal verloren. Das ist in Anbetracht unserer chaotischen Vorbereitung sehr positiv“, hatte der Kanadier zuletzt im Podcast "Powerplay" betont.
Vom starken Gegner lässt sich Nemirovsky dennoch nicht ablenken. Sein Fokus gilt vor allem der eigenen Leistung. „Zuallererst brauchen wir Disziplin. Disziplin, Disziplin, Disziplin“, forderte der Weidener Cheftrainer am Donnerstag. Gegen die technisch stark besetzten Eisbären müsse seine Mannschaft kompakt auftreten: „Wir müssen das Spiel einfach halten. Die Räume dichtmachen, den Gegner ersticken. Regensburg hat viele technisch starke Spieler, die ständig nach Lücken suchen werden. Wir müssen sie frustrieren, indem wir ihnen diese Räume nicht geben.“
Unveränderte Aufstellung
Nach dem Erfolg gegen Crimmitschau lag der Schwerpunkt im Training darauf, Abläufe weiter zu automatisieren. „Wir haben uns erst einmal die Last von den Schultern genommen. Jetzt ziehen wir diese Woche wieder alle Schrauben an“, sagte Nemirovsky. Sein Ziel: Entscheidungen sollen auf dem Eis immer instinktiver und schneller getroffen werden. „Wenn du erst nachdenken musst, bist du schon zu spät.“
Personell bleibt die Lage bei den Blue Devils angespannt. Nach der Förderlizenz für Philipp Faulhaber stehen aktuell nur noch sechs Verteidiger zur Verfügung. Der Kader ist weiterhin auf Kante genäht, Verletzungen kann sich der Aufsteiger überhaupt keine mehr leisten. Filip Reisnecker fällt verletzt aus, Luca Gläser soll den Verein nach aktuellem Stand verlassen und ist auf der Suche nach einem neuen Klub. Deshalb setzt Nemirovsky auf den alten Slogan "Never change a winning team": „Wir spielen mit der gleichen Aufstellung, den gleichen Reihen, dem gleichen Powerplay, dem gleichen Goalie Patrik Mühlberger.“
Hoffnung auf volles Haus
Auch hinter der Bande müssen die Blue Devils weiterhin improvisieren. Nach dem Ausfall von Dave Matsos arbeitet Nemirovsky mit Athletiktrainer Simon Heidenreich als Assistenztrainer zusammen. Unterstützung erhält das Trainerteam zudem von Video-Coach Luca Wenzl, den Nemirovsky ausdrücklich lobt. Ein weiterer Co-Trainer wäre für Nemirovsky zwar wünschenswert, eine Lösung ist derzeit aber nicht in Sicht.
Hoffnung setzt der Weidener Trainer dagegen auf die eigene Anhängerschaft. Nachdem die Zuschauerzahlen in den ersten Heimspielen gegen Memmingen und Crimmitschau hinter den Erwartungen geblieben waren, soll das Derby nun für eine volle Hans-Schröpf-Arena sorgen. „Wir brauchen die Fans. Gerade in schwierigen Zeiten brauchen wir sie mehr denn je“, sagte Nemirovsky. Und er verspricht: „Ich kann den Fans versprechen, dass die Jungs immer alles geben.“
Genau das wird nötig sein. Denn mit den Eisbären Regensburg wartet auf die Blue Devils nicht nur der Erzrivale aus der Oberpfalz, sondern auch der bislang stärkste Gegner dieser DEL2-Saison.





















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