Jetzt ist es also amtlich: Die Blue Devils, die sich ihrerseits nach einem aufopferungsvollen Kampf gegen die Krefeld Pinguine in die Sommerpause verabschiedet haben, werden in der kommenden DEL2-Saison ein Derby weniger zu bestreiten haben. Durch die überraschend deutliche 0:4-Pleite der Eisbären Regensburg bei den Eispiraten Crimmitschau müssen nun entweder die Eisbären oder die Selber Wölfe den bitteren Gang in die Oberliga antreten – so oder so: Ein prestigeträchtiges Duell der Blue Devils wird es in der nächsten Spielzeit nicht mehr geben. Zum Match- und zeitgleich Serienwinner avancierte am Sonntagabend Eispiraten-Goalie Oleg Shilin, der alle 29 Schüsse der Regensburger abwehrte und seinem Team im entscheidenden Spiel sieben den Klassenerhalt bescherte.
Für den DEL2-Meister der Vorsaison geht es nun am Freitag in die Do-or-die-Serie gegen Selb, in der entschieden wird, wer absteigt. Das Duell versprach zumindest in der Hauptrunde Spektakel: 8:3 und 4:3 für Selb, 7:2 und 5:1 für Regensburg endeten die Spiele während der Saison. Die Eisbären haben durch die bessere Tabellenposition Heimrecht, dafür aber auch ein Play-down-Spiel mehr in den Knochen als der kommende Gegner – wer sich hier durchsetzt, ist nicht ernsthaft absehbar.
Rettung für beide?
Rein theoretisch bestünde noch die Möglichkeit, dass beide die Klasse halten, wenn ein anderer Verein die DEL2-Lizenzierung aufgrund finanzieller Probleme verliert. Während der Hauptrunde rumorte es dahingehend – neben Weiden – vor allem bei den beiden Ost-Clubs Weißwasser und Crimmitschau. Derzeit aber ein eher unrealistisches Szenario.
Ebenfalls am Sonntag setzten sich die Ravensburg Towerstars in ihrer Viertelfinal-Serie gegen den EV Landshut durch. Lange sah es so aus, als ob der EVL ein entscheidendes Spiel sieben forcieren könnte – bis zum Auftritt von Erik Jinesjö Karlsson. Quasi im Alleingang drehte der schwedische Stürmer – dessen Trikotverkäufe im Großraum Düsseldorf nach diesem Spiel wohl in die Höhe geschossen sind – die Partie im letzten Drittel mit vier Treffern.
Die Düsseldorfer Hoffnung
Für die Ravensburger geht es im kommenden Play-off-Halbfinale damit gegen die Devils-Bezwinger aus Krefeld, die sich in der heimischen Yayla-Arena sicher auf einige neu bekehrte Towerstars-Fans aus Düsseldorf einstellen dürfen. Eine Ravensburger Meisterschaft ist die letzte Hoffnung der Düsseldorfer EG, doch noch in der DEL bleiben zu dürfen – scheiden die Towerstars aus, muss der ehemalige deutsche Meister in die DEL2. Die Pinguine gehen erneut als Favorit in die Serie, werden gegen Ravensburg aber ähnlich hart zu kämpfen haben wie gegen die Blue Devils.
Im anderen Play-off-Halbfinale treffen mit den Kassel Huskies und den Dresdner Eislöwen vielleicht die zwei größten Aufstiegsfavoriten aufeinander. Die Huskies konnten ihre Serie gegen Freiburg erwartungsgemäß mit 4:0 gewinnen, während Dresden die Starbulls aus Rosenheim in fünf Spielen in den Sommerurlaub schickte. Bei beiden Mannschaften ist der DEL-Aufstieg als klares Ziel ausgerufen worden – für eine von beiden ist der Traum nach dieser Best-of-7-Serie, die ebenfalls am Freitag beginnt, Geschichte.
Nationalmannschaft, NHL, DEL: Hier steht alles auf dem Eis, was Rang und Namen hat. Auch wenn Kassel als leichter Favorit in die Serie geht, zeichnet sich hier eine extrem spannendes Duell ab, das gut und gerne über die vollen sieben Spiele gehen könnte – wer als Sieger hervorgeht, hat gute Karten, nächstes Jahr im Eishockey-Oberhaus zu spielen.



















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