In der Zentrale des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) in München arbeiten rund 100 festangestellte Mitarbeiter. Die meisten davon kommen aus der Landeshauptstadt selbst oder dem oberbayerischen Umland, Oberpfälzer Dialekt hört man in den Gängen nicht oft. "Ja, wir sind nur sehr wenige", schmunzelt Timmy Joe Schlesinger. "Aber ein paar Oberpfälzer sind es schon, die hier arbeiten."
Der 29-Jährige aus Vohenstrauß ist einer von ihnen. Acht Jahre lang hat Schlesinger vielfältige Aufgaben beim BFV gemeistert. Er war Projektmanager der Kampagne Pro Amateurfußball und Koordinator des DFB-Masterplan, dabei lernte er als persönlicher Referent von BFV-Präsident Christoph Kern die Mechanismen auf oberster Verbandsebene kennen. Nun wechselte er auf eine neue Stelle, bekam eine verantwortungsvolle Führungsaufgabe übertragen. Mit dem 1. Juli übernahm der Nordoberpfälzer die neu geschaffene Abteilung Spielbetrieb Erwachsenenfußball/Schiedsrichterwesen. "Für mich war schon in der 7. Klasse klar, dass ich später mal im Sport und am liebsten beim Bayerischen Fußballverband arbeiten will", sagt Schlesinger. "Ich bin zu 100 Prozent im Fußball zuhause."
Nur sporadisch Schiedsrichter
Wer die Vorliebe zum runden Leder zum Beruf macht, muss natürlich selbst mal gekickt haben. "Ich habe beim SV Altenstadt/Voh. bis zur B-Jugend gespielt", erzählt er. "Da habe ich aber erkannt, dass es nicht für etwas Größeres reicht." Also sattelte Schlesinger um, wurde Schiedsrichter, pfiff zehn Jahre lang Bezirksliga. Seit 2022 leitet er aber nur noch sporadisch Spiele, da ihn die Verbandsarbeit auch zeitlich fordert: "Ich darf immer noch Kreisligaspiele pfeifen, weil ich die betreffenden Lehrgänge absolviere. Wenn es zehn Partien im Kalenderjahr sind, ist es aber viel. Leider."
Gut möglich, dass er künftig die Pfeife noch seltener aus dem Schrank holen kann. In seiner neu geschaffenen Abteilung unterstehen ihm zehn Mitarbeiter, die sich um vielfältige Aufgaben des Spielbetriebs von der Regionalliga bis runter zur C-Klasse kümmern. Spielpläne, Pokalansetzungen, Hallencup, Auf- und Abstiegsregelungen, Zuarbeit zu den Verbandsausschüssen – das alles obliegt dem von ihm zu leitenden Ressort. "Es sind die Kernpunkte einer Saison im Herren- und Frauenfußball", sagt Schlesinger. Als weiterer Punkt kommt die Unterstützung und Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens hinzu – naturgemäß ein besonderes Anliegen des Vohenstraußers.
Studium "Sportrecht"
Auch weil der demografische Wandel spürbar ist, ist der bayerische Amateurfußball im stetigen Umbruch. In vielen Regionen verändern sich zwangsläufig die Strukturen des Spielbetriebs. "In Oberbayern geht es darum, die Zahl der Kreisligen zu reduzieren. In der Oberpfalz sind es oft zu viele Mannschaften in der B-Klasse, zu wenige in der A-Klasse", berichtet Schlesinger. Themen, die zwar in den Kreisen und Bezirken angegangen werden, aber zwangsläufig auch in seinem Ressort aufschlagen. Der rechtliche Aspekt spielt dabei eine große Rolle, weshalb er sich fortbildet. Neben der Arbeit absolviert er ein berufsbegleitendes Studium "Sportrecht", und zwar an der Uni Bayreuth. In Kontakt zu vielen Oberpfälzern kommt er dabei zwar auch kaum, was aber egal ist: "Mein Traum war immer, für den bayerischen Fußball zu arbeiten. Und das ist er immer noch."













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