Weiden in der Oberpfalz
17.12.2019 - 18:15 Uhr

Ex-"Löwen"-Stars Lauth und Hofmann über Köllner, Bierofka und Ziele von 1860

Sie haben den großen Teil ihres Fußballerlebens beim TSV 1860 München verbracht. Zur Zeit beobachten sie die Entwicklung dort etwas aus der Ferne. Aber zu einem Oberpfälzer an der Grünwalder Straße haben sie eine ganz klare Meinung.

Die Ex-"Löwen"-Profis Michael Hofmann (links) und Benny Lauth waren am Dienstag in Weiden bei der Agentur Duschner zu Gast. Bild: Lukas Meister
Die Ex-"Löwen"-Profis Michael Hofmann (links) und Benny Lauth waren am Dienstag in Weiden bei der Agentur Duschner zu Gast.

Als sie noch spielten, da waren die "Löwen" noch eine große Nummer in Deutschland. Benny Lauth (38) und Michi Hofmann (47) haben zig Erstligaspiele für den TSV 1860 München bestritten und sind jedem Sechziger-Fan immer noch ein Begriff. Am Dienstag waren die beiden Ex-Profis, der Stürmer und der Torwart, in Weiden bei der Eröffnung des Vorsorge- und Finanzcenters Duschner zu Gast und stellten sich dabei auch ein paar Fragen der Oberpfalz-Medien. Ein Doppel-Interview ...

ONETZ: Seit gut vier Wochen hat ein Oberpfälzer bei den Sechzigern das Sagen. Wie schätzen Sie den neuen Trainer Michael Köllner ein?

Michael Hofmann: Ich kenne ihn schon. In Oktober habe ich ihn noch in Schweinfurt gesehen, als wir mit Türkgücü dort gespielt haben. Er hat die ganze Sache bei 1860 nach dem Bierofka-Aus gut übernommen, er hat die Situation gut gemanagt. Die Mannschaft lebt, die Mannschaft punktet.

ONETZ: Seit gut vier Wochen hat ein Oberpfälzer bei den Sechzigern das Sagen. Wie schätzen Sie den neuen Trainer Michael Köllner ein?

Benny Lauth: Ich kenne Michael Köllner nicht persönlich. Sein Auftakt dort war sehr gut. Dabei waren die Spiele noch besser als die Punktzahl, die sie geholt haben. Gegen Bayern II haben sie gut gespielt, auch gegen Ingolstadt am Montag war sicherlich mehr drin. Köllners Auftakt war vielversprechend.

Das Video zum Besuch von Michael Hofmann und Benny Lauth in Weiden.

ONETZ: Überraschend kam das Bierofka-Aus. Wie haben Sie das gesehen?

Michael Hofmann: Das war schon überraschend und für viele sicherlich auch ein Schock. Aber ich kann es nicht beurteilen, weil ich nicht nahe genug am Tagesgeschäft dran bin. So ist das Fußballgeschäft: Der eine geht, der andere kommt. Bei einigen Spielern ist jetzt komischerweise die Leistungskurve nach oben gegangen, das hatte ich so nicht auf dem Schirm. Man muss abwarten, ob Daniel oder der Verein noch eine Aussage dazu machen.

ONETZ: Überraschend kam das Bierofka-Aus. Wie haben Sie das gesehen?

Benny Lauth: Ich kann dazu nicht viel sagen, nur was ich in der Presse gelesen habe. Ich glaube, da war nicht alles okay. Daniel schmeißt sicher nicht einfach hin, wenn nichts Gravierendes vorgefallen ist. Aber über Details weiß ich nichts.

ONETZ: Man hat das Gefühlt, seit einigen Wochen ist es bei 1860 etwas ruhiger ...

Michael Hofmann: Ruhig, was heißt ruhig? Bei Sechzig wird es nie ruhig sein. Aber das würde ja irgendwo Stillstand bedeuten.Für die Mannschaft ist es wichtig, dass sie in Ruhe arbeiten kann. Wichtig ist, dass die Leute, die Funktionen haben, ihre Arbeit machen können, damit sich wieder der Erfolg einstellt: Etwa der sichere Drittliga-Erhalt oder vielleicht gibt es sogar Hoffnungen auf den Zweitliga-Relegationsrang. Aber insgesamt bin ich zu weit weg, um alle Pläne zu kennen.

Zwei Bananenflanker:

Promi-Turnier in Regensburg

Die beiden Ex-Sechziger Michi Hofmann und Benny Lauth engagieren sich auch sozial. Sie gehören zum Team Bananenflanke aus Regensburg, das aus vielen Ex-Profis besteht. Sie spielen durch Promi-Partien und Turniere Gelder ein, die dazu verwendet werden, geistig beeinträchtigten Kindern das Fußball spielen zu ermöglichen. Ein großes Turnier wird am Samstag, 18. Januar 2020, in der Regensburger Donauarena ausgetragen. Rund 100 ehemalige Fußballstars spielen in acht Mannschaften um den Sieg.Traditionsteams von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, des FC Bayern und von 1860 werden ebenso dabei sein wie tschechische Oldies.

ONETZ: Man hat das Gefühlt, seit einigen Wochen ist es bei 1860 etwas ruhiger ...

Benny Lauth: Ruhiger wird es auch nicht in den nächsten Monaten werden, zumindest wenn die Vereinsoberen nicht zusammenarbeiten. Aber wenn der Trainer so weiterarbeitet, dann ist es zumindest sportlich ruhig. In der Drittliga-Tabelle schaut es ganz gut aus. Aber der Abstand nach hinten ist nicht so groß, das kann sich schnell drehen. Aber dass es im Verein komplett ruhig wird, glaube ich nicht.

ONETZ: Andere Vereine holen ihre Ex-Spieler in bestimmte Funktionen. Wäre das nichts für Sie, für 1860 zu arbeiten?

Michael Hofmann: Das ist hypothetisch, über irgendwelche Dinge zu sprechen. Aber dass man, wenn man lange für einen Verein gespielt hat und man auch sehr beliebt war, dort etwas machen würde, ist doch klar. Aber wenn die Entscheidungsträger anders denken, weil sie glauben, sie haben da bessere Personen, dann ist das so. Benny und ich spielen gerne für die "Löwen"-Oldies, aber vom Verein kommt insgesamt sehr wenig. Und wenn, dann wäre der Verein am Zug. Aber da wurden in der Vergangenheit auch schon einige Zeitpunkte verpasst.

ONETZ: Andere Vereine holen ihre Ex-Spieler in bestimmte Funktionen. Wäre das nichts für Sie, für 1860 zu arbeiten?

Benny Lauth: Wenn man so lange im Verein ist, man so viel gemacht hat und sein Herz am Verein hängt, dann ist man natürlich bereit mitzuhelfen. Da gehört aber einiges dazu, da muss vieles passen. Bisher hat es noch nicht gepasst. Ich will aber nicht ausschließen, dass es einmal klappen könnte.

ONETZ: Was sind dann Ihre persönlichen Pläne?

Michael Hofmann: ich bin jetzt im dritten Jahr bei Türk-Gücü München, bin dort Torwart-Trainer. Ich habe zwar auch noch eine Stand-by-Geschichte als Torwart, aber ich bin jetzt schon 47 Jahre alt. Nebenbei darf ich auch das ein oder andere Spiel auf dem Sportkanal DAZN als Experte begleiten. Ich habe auch weiter meine eigene Torwartschule. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht zu Hause rumsitze.

ONETZ: Was sind dann Ihre persönlichen Pläne?

Benny Lauth: Ich will natürlich weiter im Fußballbereich bleiben, dort habe ich die meisten Erfahrungen gesammelt, da kann ich viel weitergeben. ich habe meine Trainerscheine gemacht, ein Sportmanagement-Studium abgeschlossen. Ich bin jetzt auch bei DAZN schon länger dabei. Das macht immer richtig Spaß. Alles andere lasse ich ganz entspannt auf mich zukommen.

 
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