05.04.2020 - 14:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Fabian Helleder: Ein Fußballer schnürt die Laufschuhe

Mariahilfberg statt Wasserwerkstadion: In der Coronakrise muss ein Fußballer wie Fabian Helleder seine Trainingsgewohnheiten umstellen. Ein großes sportliches Ziel hat er dennoch weiter im Blick.

Wann kann Fabian Helleder wieder gegen den Ball kicken? Wie alle Fußballer muss sich der Innenverteidiger der SpVgg SV Weiden aufgrund der Corona-Pandemie aktuell mit Lauftraining begnügen.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Eigentlich wäre die SpVgg SV Weiden zum aktuellen Zeitpunkt längst wieder in den Spielbetrieb eingestiegen. Und womöglich hätten die Schwarz-Blauen sogar mittlerweile die Tabellenführung in der Fußball-Landesliga Mitte vom ASV Neumarkt zurückerobert.

Aber in Corona-Zeiten zählt für einen Fußballer nun mal kein "Was wäre wenn". Die Realität anzunehmen, lautet derzeit die Devise. Und die heißt: Punktspiele fallen flach, das Mannschaftstraining ebenso. "Ganz klar, die Gesundheit geht vor", sagt Fabian Helleder, bevor er sich zu einem Waldlauf verabschiedet. "Wir sollten erst wieder Fußball spielen, wenn das Ganze auf sichere Beine gestellt ist."

Beim Innenverteidiger der SpVgg SV Weiden steht an diesem Tag ein Zehn-Kilometer-Lauf auf dem Programm, dazu Kräftigungs- und Dehnübungen für die Muskulatur. "Wir haben von unserem Trainer Andreas Scheler einen individuellen Trainingsplan erhalten", klärt Helleder auf. Mal müssen die SpVgg-SV-Spieler etwas für ihre Grundlagenausdauer tun, an anderen Tagen stehen Intervalleinheiten im Mittelpunkt. "Da geht es darum, die Laufintensität abzuwechseln. Ich laufe dabei zunächst langsam und dazwischen mache ich 200-Meter-Sprints." Das helfe, die Spritzigkeit und Kraftausdauer zu verbessern.

Ganz alleine zu trainieren – keine einfache Aufgabe für einen Fußballer, einen Teamplayer. Kennt Helleder keine Motivationsprobleme? "Nein, ich ziehe das durch", sagt er. "Ich habe aber auch das Glück, dass meine Lebensgefährtin sportlich ist. Sie begleitet mich oft und fährt mit dem Rad neben mir her." Zudem wohne er in Amberg in einer Gegend, die abgeschottet sei vom Straßenverkehr: "Ich laufe im Wald, aber auch auf der Straße." Mal geht es zum Mariahilfberg, mal in Richtung Engelsdorf: "Das ist sehr abwechslungsreich. Ich kann gut variieren." Hilfreich, so gibt der 22-Jährige zu, sei der Kontakt zu den Mitspielern: "Treffen können wir uns ja nicht. Aber wir tauschen uns über Telefon, Skype oder WhatsApp aus. Das motiviert."

Also alles Butter in schwierigen Corona-Zeiten? Nicht ganz. Eine Sorge, was den Sport betrifft, treibt den Angestellten bei der Stadt Amberg doch um. "Wir haben fast den gesamten Saisonverlauf Platz eins oder zwei in der Tabelle belegt", sagt Helleder. "Es wäre bitter, wenn jetzt die Saison annulliert werden würde." Der Defensivspieler setzt, falls es auf dem grünen Rasen nicht weitergeht, auf eine sportliche Lösung: "Ich hoffe dann auf eine Aufstockung der Ligen. Ich denke, das wäre sinnvoll und gerecht."

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