20.11.2019 - 18:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Fans aus der Region über Löw und die EM-Quali: "Da läuft viel in die falsche Richtung"

Vor gut fünf Jahren liegt sich Fußball-Deutschland in den Armen. Die Euphorie ist längst Geschichte. Wie es derzeit beim DFB und der Nationalelf läuft, damit sind einige nicht einverstanden.

Völlig außer Rand und Band: Die Deutschland-Fans Stefan Sailer (links) und André Heindl beim Triumph in Rio 2014. Mittlerweile ist die Begeisterung etwas abgekühlt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Stefan Sailer denkt schon weiter: "Das ist ja völlig irre", sagt der ehemalige Plößberger und jetzige Kirchenlamitzer. Sailer ist ein Riesenfan der deutschen Nationalmannschaft und denkt nach der erfolgreichen Qualifikation vor einigen Tagen schon an die Fußball-EM im nächsten Jahr. "Das wird eine Riesenherausforderung, was die Reiserei betrifft." Sailer glaubt, dass die Löw-Elf die Vorrunde in München übersteht, und danach kann es für die Fans im Achtelfinale bei diesem paneuropäischen Turnier durch den ganzen Kontinent gehen.

Sailer gehört wie André Heindl, Andreas Höfler oder Jürgen Fiedler zum Fanclub "Stiftland-Adler". Er ist nach der geschafften Quali von der "Mannschaft" durchaus überzeugt: "Ich glaube schon, dass es eine mit Zukunft ist." Nach der Süle-Verletzung müsse Bundestrainer Joachim Löw aber Mats Hummels zurückholen. Die Qualifikationsrunde sei einfach gewesen, "aber wir werden 2020 schon eine ordentliche Rolle spielen. Ein Desaster wie 2018 wird's nicht wieder."

Nicht so optimistisch ist da Jürgen Fiedler. Der 41-jährige Deutschland-Fan aus Liebenstein (Gemeinde Plößberg) sagt mit Blick auf die EM-Endrunde: "Sicher ist da gar nichts. Das kann auch wieder in die Hose gehen." Seine Skepsis verbindet er vor allem mit Löw selbst. "Ein bisschen frischer Wind wäre schon gut gewesen." Für Löw wäre es einfach an der Zeit zu gehen. Ihn stört, dass Löw "einfach sein Ding durchdrückt". Den Rausschmiss erfahrener Spieler wie Hummels oder Thomas Müller kann Fiedler, der natürlich an die EM-Quali glaubte, nicht verstehen. Er fahre deswegen auch nicht mehr so oft zu Spielen. Einen Wunsch-Nachfolger hätte er schon: Jürgen Klopp, "wenn er mit seinem Ding in England fertig ist".

Der Weidener Andreas Höfler hatte auch einen Wunsch nach dem WM-Debakel von 2018: "Der Jogi hätte lieber mal aufgehört." Er selbst, sagt Höfler, sei nicht überzeugt von dem neuen Weg beim DFB. Die erfahrenen Spieler wie Hummels, Müller oder Boateng hätten nicht endgültig aussortiert werden sollen. "Das war ein Schnellschuss." Das Potenzial in der Offensive hält Höfler aber für sehr gut. Vor allem, wenn Leroy Sané wieder zurückkehrt. Den Ausrutscher von 2018 bei der WM hat der Weidener der Löw-Elf verziehen. Er sagt aber auch: "Es schaut derzeit aber nicht so aus, dass es beim nächsten Turnier viel besser wird."

Und was sagt der Chef? André Heindl führt seit Jahren die Stiftland-Adler und war bis vor eineinhalb Jahren auch für die Fans in Nordostbayern Ansprechpartner. Der 45-Jährige aus Münchsgrün (Kreis Tirschenreuth) ist etwas frustriert: "Mit der Gesamtsituation bin ich wirklich nicht zufrieden." Zu viele Entscheidungen der sportlichen DFB-Führung hätten ihm nicht gefallen. Etwa die Ausbootung von Hummels als Abwehrchef. Und während der WM 2018 hätte Löw lieber Marc-André ter Stegen ins Tor stellen sollen. Da habe der Bundestrainer gezeigt, dass nicht Leistung zähle.

Heindls Resümee: "Da ist viel eingefahren, und es läuft irgendwie in die falsche Richtung." Auch bei ihm, der jahrelang der Nationalelf um den Globus folgte, ist die Begeisterung für die deutschen Elite-Kicker nicht mehr so groß. "Einige schaffen es einfach nicht, zum richtigen Zeitpunkt abzutreten", meint er noch. Da braucht er gar keine Namen zu nennen ...

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