Die Lesart einer Statistik hängt oft von der Perspektive ab, aus der jemand sie betrachtet – es gibt nicht selten positive wie negative Ansatzpunkte, und das zu gleichen Teilen. So ist es auch mit dem Saisonstart des FC Weiden-Ost in der Fußball-Bezirksliga Nord – oder wie es Neu-Trainer Philipp Siegert formulierte: „Mit Blick auf die bisherigen beiden Partien schlagen zwei Herzen in meiner Brust.“ Einem 1:1 beim Aufsteiger SF Ursulapoppenricht folgte ein torloses Remis zu Hause gegen den FC Wernberg.
„Zwei Punkte gegen zwei starke Gegner“, sagte Siegert zum unentschiedenen Auftakt der „Ostler“ – es hätte mehr, aber auch weniger sein können. Noch kein Sieg, aber auch noch keine Niederlage. Der FC hat noch kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt, aber auch noch keinen Gegentreffer kassiert, beide Tore in Upo resultierten aus Strafstößen – alles ist immer eine Frage der Perspektive. „Unsere Arbeit gegen den Ball passt soweit, vielleicht bis auf Phasen in der zweiten Hälfte gegen den FC Wernberg. Offensiv können wir sicherlich noch etwas draufpacken, daran arbeiten wir und damit wollen wir am liebsten am Freitag beginnen“, hoffen Siegert und seine beiden Trainerkollegen Marcus Meier und Markus Bauer auf mehr Durchschlagskraft.
Einsatz von Lieder fraglich
Die Aufgabe, die da aber am Freitag auf den FC Ost wartet, könnte kaum schwieriger sein. Um 20 Uhr ist Anstoß im altehrwürdigen Stadion am Schanzl, Gegner ist der gastgebende FC Amberg. Der Landesliga-Absteiger und Top-Favorit auf den Titel verspielte jüngst eine 2:0-Führung beim FC Raindorf, musste sich mit einem Remis begnügen und erlitt personelle Rückschläge, unter anderem musste Spielertrainer Friedrich Lieder angeschlagen vom Platz.
„Personell sieht es nicht ganz so rosig aus, da werden wir erst am Spieltag wissen, wer überhaupt eingesetzt werden kann. Immerhin kehrt Noah Majdic nach seiner Rotsperre zurück“, sagte Ambergs Trainer Mario Zitzmann. Er erwartet gegen ein „Top-Team der vergangenen Jahre“ ein „ekliges, schwieriges Spiel“. Dennoch wird vom FC eine Reaktion auf eigenem Platz erwartet, auch um schon den eigenen Ansprüchen wieder gerecht zu werden und die Ambitionen zu untermauern. „Auch wenn ein starker Gegner auf uns wartet, wollen wir unser Spiel durchdrücken“, sagte Zitzmann klar.
Auch den FC Ost plagen einige Personalsorgen, die jedoch schon in den beiden vergangenen Spielen einigermaßen kompensiert werden konnten. „Der FC Amberg ist ein spielstarker Gegner, der über eine gute Mischung aus höherklassig erfahrenen und jungen, schnellen Spielern verfügt“, analysierte Siegert die bevorstehende Aufgabe, vor der im Weidener Osten niemandem bange ist. „Ein 20-Uhr-Spiel in diesem Stadion ist schon etwas Besonderes. Wir haben Respekt vor dieser Aufgabe, freuen uns aber auch darauf“, sagte Siegert.
Wie reagiert Upo?
Eine der spannendsten Fragen dieses Spieltags wird auch sein, wie der so böse gerupfte Neuling aus Upo die 1:7-Klatsche beim SV Hahnbach verdaut hat. Zum Kirwa-Heimspiel am Samstagabend gegen den FC Wernberg gilt eigentlich die Devise „Verlieren verboten“, doch es schleicht sich das Gefühl mit ein, dass diese heftige Abreibung in der Vorwoche doch ihre Spuren hinterlassen hat. Trainer Sven Seitz und all seine Mitstreiter im Umfeld haben alle Hände voll zu tun, die Truppe wieder in die Spur zu bekommen. Entweder der ebenso noch sieglose FC Wernberg bekommt eine Reaktion zu spüren, oder aber die Lobinger-Elf explodiert ihrerseits und fügt Upo die nächste Pleite zu.
An der Tabellenspitze dürfte sich von Freitag bis Sonntag eher wenig ändern. Primus SV Hahnbach ist gegen den FC Furth im Wald auf dem heimischen Gelände im Duell der Ballerteams klar favorisiert – daran ändert auch der jüngste 5:0-Kantersieg der Bayerwäldler gegen Neuling SpVgg Schirmitz nichts. Dem droht dagegen bereits neues Ungemach, denn mit dem 1. FC Schlicht gastiert eines von drei Sechs-Punkte-Teams bei Coach Fabian Hirmer und seinem Team. Da wäre alles andere als ein Auswärtssieg eine große Überraschung, zu gegensätzlich entwickelten sich die Formkurven zum Saisonstart.
Auch der dritte Perfekt-Starter im Bunde – die SpVgg SV Weiden II – wird daheim gegen die SG Chambtal kaum etwas anbrennen lassen. Damit steht der FC Amberg als erster Verfolger des Spitzentrios schon leicht unter Zugzwang, da mag die Heim-Aufgabe gegen den FC Weiden-Ost noch so kniffelig erscheinen. Ein weiteres Unentschieden hilft da weder dem einen noch dem anderen Team ad hoc weiter. Doch selbst bei einer Punkteteilung kommt es – wie so oft – dann erst einmal wieder auf die Perspektive an.
Der 3. Spieltag der Bezirksliga Nord
- Freitag, 1. August, 18.30 Uhr: SV Inter Bergsteig Amberg - FC Raindorf; 19 Uhr: DJK Arnschwang - TSV Tännesberg, SV Hahnbach - FC Furth im Wald; 20 Uhr: FC Amberg - FC Weiden-Ost
- Samstag, 2. August, 15 Uhr: SpVgg SV Weiden II - SG Chambtal; 16 Uhr: SpVgg Pfreimd - SpVgg Vohenstrauß; 17.45 Uhr: SF Ursulapoppenricht - FC Wernberg
- Sonntag, 3. August, 15.30 Uhr: SpVgg Schirmitz - 1. FC Schlicht




















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