Wer beim Fußball besser werden will, sollte vielleicht mal die „Apotheken-Umschau“ lesen. Einen Tag nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay erklärte das Gesundheitsmagazin, was beim Elfmeter entscheidend ist. „Nicht Talent entscheidet beim Elfmeter, sondern die Fähigkeit, den eigenen Kopf zu kontrollieren“, heißt es in dem Bericht, der sich auf eine Studie des norwegischen Sportpsychologen und Fußball-Experten Dr. Geir Jordet bezieht.
Auch der deutsche Sportpsychologe Dr. Georg Froese sieht das so. „Wer schießt, sollte nach seiner psychologischen Eignung ausgewählt werden“, heißt es in seiner Forschungsarbeit. Dabei spiele vor allem eine „geringe Wettkampfängstlichkeit“ eine Rolle.
Wie es um die Wettkampfängstlichkeit von Wolfgang Hesl bestellt ist, liegt uns Hobby-Wissenschaftlern des Fehlpass-Podcasts nicht vor. Höchstwahrscheinlich, so unsere auf keinerlei Fakten basierende These, dürfte sie aber relativ gering sein – zumindest wenn es um ein Bezirksligaspiel auf der Sportanlage des TV Nabburg geht. Schließlich stand Hesl früher auf ganz anderen Plätzen – zum Beispiel in der Münchener Allianz-Arena oder auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Dass der Ex-Profi-Torhüter ist und in erster Linie Tore verhindern soll, scheint dagegen kein Problem zu sein. Es geht ja, so haben wir es in der „Apotheken-Umschau“ gelernt, vor allem um die Fähigkeit, den eigenen Kopf zu kontrollieren.
Das ist Hesl gelungen. Der Keeper trat am Sonntag beim Spiel in Nabburg zum Elfmeter an – und zwar beim Stand von 4:4 und in der 92. Minute. Hesl traf und sicherte seiner Mannschaft so die ersten drei Punkte der Saison. Starke Nerven!
Alleine war er damit am Wochenende aber nicht. Kurioserweise gab’s an diesem Spieltag gleich mehrere ganz späte und entscheidende Treffer per Elfmeter. Jonas Forster traf für den TSV Theuern im Spiel gegen Schmidmühlen II zum 1:0 – in der 93. Minute. Andreas Ott traf für die SG Bärnau/Thanhausen gegen Waldershof zum 4:4 – in der 94. Minute. Und Miroslav Spirek traf für die SpVgg Trabitz gegen den SV Altenstadt/WN zum 4:3-Sieg – in der 96. Minute.
Die Wettkampfängstlichkeit ist bei diesem Trio offenbar ebenfalls nicht besonders ausgeprägt.

















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