28.01.2020 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kein Wort zum Sport: Felix Bydkiewski

In unserer wöchentlichen Rubrik gibt Triathlet Felix Bydkiewski eine Liebeserklärung an die Oberpfalz ab, erklärt, warum sein erstes Gehalt ratzfatz ausgegeben war, und rät dazu, ganz entspannt in der Gegenwart zu leben.

Felix Bydkiewski.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

In jungen Jahren war er Fußballer, ein erfolgreicher noch dazu. Mit dem SV Weiden und dem TSV Pressath gelang sogar der Aufstieg in die Landesliga. Dann aber kehrte Felix Bydkiewski dem runden Leder den Rücken, entdeckte als "End-Zwanziger" den Triathlonsport für sich und finishte sogar dreimal beim Ironman Hawaii. Mit jetzt 60 Jahren ist er noch immer bei Wettkämpfen unterwegs – wenn er nicht gerade als Geschäftsführer im Cube Store Weiden (Nachfolger des von ihm mitgegründeten Lauf- und Fahrradcenters) seinen Mann steht.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Felix Bydkiewski: Genau da, wo ich im Moment lebe, nämlich in Weiden. Ich finde es hier einfach wunderschön. Wenn man mit dem Rad durch die Heimat fährt, sieht man erst so richtig, was für super Landschaften und schöne Fleckchen Erde es in der Region gibt. Ich bin ein Oberpfälzer und bleibe es.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Felix Bydkiewski: Mein grenzenloser Optimismus, Selbstironie und die Fähigkeit, die Dinge sehr positiv zu sehen. Ich habe mittlerweile auch gelernt, in der Gegenwart zu leben. So lebt es sich ruhiger und entspannter, als wenn man ständig zurück- oder in die Zukunft blickt.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Felix Bydkiewski: Das Trial and error – als Mensch darfst du etwas falsch machen. Viel wichtiger ist aber, dann daraus zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Felix Bydkiewski: Ganz klar, Günter Netzer. Er hatte die Nummer 10 bei Borussia Mönchengladbach und er war ein Rebell, das hat mich als Junge fasziniert. Wahnsinn, wie er sich im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Köln selbst eingewechselt und den 2:1-Siegtreffer erzielt hat. Ich dachte mir, das ist ein cooler Typ.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Felix Bydkiewski: Wir hatten damals bei Fehlverhalten noch Ohrfeigen zu befürchten, von daher hatten meine Mitschüler und ich einen super Respekt vor den Lehrern. Einmal habe ich in der Grundschule mit anderen aus Spaß die Tür des Klassenzimmers von innen zugehalten. Da hat es einen Riesenruck gemacht, der Lehrer stand in der Tür und hat jedem eine Watschn verpasst. Das war's dann mit dem Spaß.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Felix Bydkiewski: Ganz gerne mit Vera F. Birkenbihl. Leider ist sie aber bereits 2011 verstorben. Sie war eine Motivationstrainerin für Manager und hatte tolle Erfolge mit ihren Lernmethoden. Ich habe Bücher von ihr gelesen und mehrere Videos angeschaut. Die Frau ist ihren eigenen Weg gegangen. Eine Stunde mit ihr zu plaudern, wäre bestimmt lustig gewesen.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Felix Bydkiewski: Der Begriff "hassen" ist mir zu negativ. Was mir allerdings auf den Geist geht, ist so manche Hysterie von Klimaschützern, die zurzeit unterwegs sind. Da wird nur gepredigt "Alles muss weg", aber selbst haben sie keinen Plan. Natürlich muss in Sachen Klima- und Umweltschutz vieles besser werden, aber auf der Grundlage von Technik, Wissenschaft und Forschung.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Felix Bydkiewski: Von meinem ersten Gehalt habe ich mir sofort die besten Fußballschuhe zugelegt, die es im Sportgeschäft gab. 150 Mark haben die damals gekostet. Danach habe ich mir im "Höllriegl" einen schönen Abend gemacht. Das war's dann. Für die nächsten vier Wochen hatte ich kein Geld mehr.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Felix Bydkiewski: Das Lauf- und Fahrradcenter war ja 20 Jahre lang in der Nähe der Konditorei "Fißl". Eigentlich mache ich mir nicht viel aus Süßspeisen, aber der gedeckte Apfelkuchen mit Sahne dort war ein Gedicht.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Felix Bydkiewski: Hubert und Staller, Günter Grünwald, Monika Gruber, Dieter Nuhr – das sind meine Favoriten. Da kommt neben dem Spaß auch eine Message rüber. Was mich tierisch nervt, sind Fake-Dokumentationen. Das ist völliger Schwachsinn und sogar gefährlich für Jugendliche. Da glauben manche tatsächlich, da wird das reale Leben gezeigt.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Felix Bydkiewski: Schwimmen, Radfahren, Laufen. Meine Leidenschaft ist gleichzeitig mein Beruf. Das ist sehr erfüllend.

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ...

Felix Bydkiewski: ... überhaupt nichts verändern. Das ist alles gut und vernünftig gelaufen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben.

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